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Coswig und Lovosice wollen ihre Städtepartnerschaft künftig mit mehr Leben füllen

Eine Gruppe aus Tschechien war am Wochenende im Elbland zu Gast. Im Gepäck hatte sie drei Ideen für gemeinsame Projekte.

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Von Birgit Andert

Coswig. Am Tisch in der Ecke des Restaurants in der Coswiger Börse ging es am Sonnabendmorgen lebhaft zu. Ein Dutzend Personen saß an der langen Tafel beim Frühstück und war in anregende Gespräche vertieft. „Wie geht das bei euch?“, war wohl die häufigste Frage der Männer und Frauen, die sich mal in deutsch, mal in tschechisch miteinander unterhielten.

Punkt zehn Uhr waren die sechs Vertreter der tschechischen Partnerstadt Lovosice in der Coswiger Börse eingetroffen – begrüßt von Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos), Bürgermeister Thomas Schubert, zwei Stadträten und Pressesprecherin Ulrike Tranberg. Obwohl die Partnerschaft schon seit 13 Jahren besteht, gibt es solche Besuche auf Augenhöhe relativ selten. Ein Umstand, den vor allem der Lovosicer Bürgermeister Jan Kulhánek gern ändern würde.

„Ich habe viele neue Ideen im Gepäck“, gab er deshalb gleich an der Frühstückstafel bekannt, „und hoffe sehr, dass unsere Kontakte künftig noch enger werden.“ Zum großen St.-Wazlaw-Tag am 28. September zum Beispiel würde er sich eine Coswiger Beteiligung an den Feierlichkeiten wünschen. „Ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht Coswiger Musikschüler auftreten“, sagte Kulhánek und rannte damit bei Coswigs OB offene Türen ein. „Für das Projekt werden wir bestimmt eine sehr gute Lösung finden“, versprach Neupold.

Und noch zwei weitere Projekte brannten Lovosices Bürgermeister auf den Nägeln. So hofft er auch für den Ausbau des Elbradweges in seiner Stadt auf Hilfe aus Coswig. Und schließlich plant Kulhánek die Sanierung des deutschen Friedhofs in Lovosice, an dem sechs Jahrzehnte lang nichts gemacht wurde. „Vielleicht können wir das gemeinsam anschieben?“, so seine Hoffnung.

Mit einem Stadtbummel verabschiedeten sich die Gäste aus Tschechien gegen Mittag von ihrer Partnerstadt. Beeindruckt zeigten sie sich vom Bürgerbüro im Rathaus, das auch am Sonnabend geöffnet ist. Bürgermeister Kulhánek zog sogar eine Nummer und steckte sie als Souvenir ein. „Jedes Mal entdecke ich etwas Neues in der Stadt“, sagte er, „ich freue mich deshalb schon auf den nächsten Besuch.“ Der ist für den 30. Januar fest im Kalender markiert: Dann lädt Coswig zum Neujahrsempfang.