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Radebeul

Coswig will Cowaplast-Gelände entwickeln

Das Vorhaben ist nicht neu. Die ersten Schritte für einen Bebauungsplan ging die Stadt schon vor zehn Jahren. Doch dann wurde sie ausgebremst.

Die derzeit noch genutzte Haupteinfahrt wird es künftig nicht mehr geben. Die alten Bäume sollen allerdings erhalten bleiben.
Die derzeit noch genutzte Haupteinfahrt wird es künftig nicht mehr geben. Die alten Bäume sollen allerdings erhalten bleiben. © SZ/Sven Görner

Coswig. Bis Jahresende sollen nun endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. In seiner jüngsten Sitzung hat der Coswiger Stadtrat mit einer Änderung des Geltungsbereichs den Entwurf eines Bebauungsplans für das Industrie- und Gewerbegebiet Grenzstraße beschlossen. Dieser soll von Mitte Mai vier Wochen lang öffentlich ausgelegt und die Behörden beteiligt werden. Ab September, so der weitere Zeitplan, könnten dann im Stadtrat Einwände abgewogen und ein entsprechender Beschluss gefasst werden.

Bis zum Jahresende soll zudem alles Notwendige für einen Fördermittelantrag zusammengetragen sein. Denn die Stadt will mit dem Bebauungsplan nicht nur den städtebaulichen Rahmen für die Entwicklung des einstigen Cowaplast-Geländes an der Grenzstraße schaffen, sondern dort auch selbst aktiv werden.

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Diese alten Gebäude der ehemaligen Cowaplast auf den Flächen, die von der Stadt gekauft werden, sollen abgerissen werden.
Diese alten Gebäude der ehemaligen Cowaplast auf den Flächen, die von der Stadt gekauft werden, sollen abgerissen werden. © SZ/Sven Görner

Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte der Stadtrat grünes Licht für den Ankauf von Teilflächen des Areals gegeben. Diese sollen für Erschließungsstraßen, gewerbliche Bauflächen, ein Regenrückhaltebecken sowie für Grünflächen genutzt werden. Dass die Stadt diese Flächen besitzt, ist die Voraussetzung dafür, einen Förderantrag für die Beräumung, Sanierung und Erschließung der Gewerbebrache zu stellen.

Während die Erschließungs- und Grünflächen sowie das Regenrückhaltebecken nach dem Bau im Eigentum der Stadt bleiben, sollen die gewerblichen Bauflächen nach dem Beräumen, Sanieren und Erschließen an Betriebe verkauft werden.

Für die rund 4,4 Hektar im südöstlichen und nordwestlichen Bereich des Areals zahlt die Stadt an die derzeitigen Eigentümer, zwei Firmen der AUMA-Gruppe, insgesamt 200.000 Euro. Der gesamte Gestaltungsbereich des Bebauungsplans umfasst knapp 14 Hektar, wobei auf das Gewerbe- und Industriegebiet fast 12 Hektar entfallen. 

In vielen der grauen und teilweise verfallenen Altgebäude hat sich ein Sammelsurium von kleinen Firmen angesiedelt. In einigen Bereichen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten auch reichlich Bäume und Sträucher breitgemacht. Dieses Grün zu erhalten, so die Aussage der Fachleute, die den Standort untersucht haben, wird allerdings teilweise schwierig werden, da sich dort zum Teil Altlasten befinden. Wo diese saniert werden, bleibt in der Regel kein Grashalm übrig.

Die Entwicklungsziele waren bereits 2010 in einem städtebaulichen Rahmenplan festgelegt worden. Zwei Jahre später fasste der Stadtrat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan. Dass das Verfahren in den folgenden Jahren ruhte, hatte vor allem einen Grund: Es war nicht klar, wo genau die neue S 84 in diesem Bereich gebaut wird. Denn über die neue Erschließungsstraße und den geplanten Knotenpunkt der Grenzstraße mit der Staatsstraße soll das Gewerbegebiet direkt angebunden werden. Mit der jetzt beschlossenen Änderung des Geltungsbereichs wurden die aktuellen Planungen der S 84 berücksichtigt.

Über den Eingang Seestraße sollen künftig vor allem Fußgänger und Radfahrer auf das Gelände kommen. Die geplante Straße soll mit Pollern gesichert werden und so bei Bedarf für Feuerwehr und Umleitungsverkehr nutzbar sein.
Über den Eingang Seestraße sollen künftig vor allem Fußgänger und Radfahrer auf das Gelände kommen. Die geplante Straße soll mit Pollern gesichert werden und so bei Bedarf für Feuerwehr und Umleitungsverkehr nutzbar sein. © Arvid Müller

Mit dem Plan und ihrem Engagement will die Stadt aber nicht nur für eine ordentliche öffentliche Erschließung sorgen - alles, was es derzeit dort gibt, ist privat und meist ist nicht bekannt, wo Leitungen verlaufen. Vor allem sollen auch verlässliche Regelungen, sowohl für die bestehenden Unternehmen wie die Elbtal Plastics und die AUMA als auch neue Ansiedlungen geschaffen werden. Gewerbeflächen sollen demnach dort ausgewiesen werden, wo Wohnbauflächen anschließen und damit die Forderungen an den Schallschutz höher sind. Hier solle es auch einen zehn Meter breiten Grüngürtel geben. Die weiter entfernten Flächen können dagegen als Industriegebiet genutzt werden.

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