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Cottbus zieht großes Los – und legt sich mit Medien an

Für die Lausitzer geht es im DFB-Pokal gegen den FC Bayern. Die Vorfreude ist riesig – genauso wie der Ärger nach einem jetzt eskalierten Streit.

Die Freude war groß in Cottbus angesichts dieser Loskugel-Konstellation - und für einen Moment der Ärger vergessen.
Die Freude war groß in Cottbus angesichts dieser Loskugel-Konstellation - und für einen Moment der Ärger vergessen. © imago images

In finanziell schwierigen Zeiten kommt der FC Bayern München als Pokal-Gegner für Energie Cottbus genau richtig. Auch wenn der Fußball-Regionalligist, der wegen des Ausschlusses von Teilen der Medien bei der Mitgliederversammlung in der Kritik steht, sportlich wenig Chancen haben dürfte. "Wir sind der klare Außenseiter, werden dennoch alles geben. Ein Weiterkommen wäre eine absolute Sensation", sagte Trainer Claus-Dieter Wollitz. Nia Künzer, Weltmeisterin von 2003, hatte den Lausitzern am Samstagabend im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund das Traumlos für die erste Runde beschert.

Für den Drittliga-Absteiger wird das Duell mit dem Titelverteidiger zum Highlight des Jahres. "Mit der grandiosen Unterstützung unserer Fans können wir immer planen, die Hütte wird sicher randvoll sein", sagte Wollitz. Gespielt wird zwischen dem 9. und 12. August. Der genaue Termin wird frühestens in zehn bis zwölf Tagen veröffentlicht.

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Nach dem bitteren Abstieg befindet sich der FC Energie in einer wirtschaftlich schwierigen Situation und suchte in den vergangenen Wochen schon nach Wegen, um Geld zu beschaffen. So stehen unter anderem Gastspiele von Borussia Dortmund und dem 1. FC Union Berlin zur Unterstützung an. Die Bayern werden dem Club nun mit Sicherheit ein ausverkauftes Stadion der Freundschaft bescheren und so für zusätzliche Einnahmen sorgen.

Der künftige Regionalligist Cottbus hatte sich im Finale des Brandenburger Landespokals gegen Optik Rathenow durchgesetzt und war so in den DFB-Pokal eingezogen. Zuletzt empfing Energie die Bayern 2009 im Bundesliga-Duell, die Münchner gewannen damals mit 3:1.

Weiße Flächen am Tag danach in der Zeitung

Vor der Auslosung hatten die Cottbuser für den Ausschluss von Medienvertretern bei der Mitgliederversammlung am Freitagabend deutlichen Gegenwind bekommen. Mitglieder des Vereins hatten sich beim Treffen am Freitagabend in einer Abstimmung dafür ausgesprochen, dass Berichterstatter des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) das Stadion verlassen mussten. Reporter der Lausitzer Rundschau schlossen sich solidarisch an und verließen ebenfalls die Versammlung.

In der Samstagsausgabe der Rundschau blieben weiße Flächen an den Stellen, wo eigentlich der Bericht von der Mitgliederversammlung stehen sollte. „Es geht nicht an, dass der FCE bewusst und nach Nase abstraft und sich aussucht, wer gerade genehm ist... So zu selektieren, ist unprofessionell. Die kleinkarierte Abstimmung ist eines angesehenen Klubs unwürdig“, kommentierte Oliver Haustein-Tessmer, Chefredakteur der Lausitzer Rundschau, den Vorfall.

Mitgliederversammlung im Freien - und ohne Medien. Nach dem Ausschluss von RBB-Journalisten verließen auch die Reporter der Lausitzer Rundschau das Stadion.
Mitgliederversammlung im Freien - und ohne Medien. Nach dem Ausschluss von RBB-Journalisten verließen auch die Reporter der Lausitzer Rundschau das Stadion. © imago images

Der Vorstand der Landespressekonferenz Brandenburg protestierte in einer Stellungnahme gegen den Ausschluss. "Zwar ist es jedem Verein freigestellt, ob er eine Mitgliederversammlung öffentlich oder nicht-öffentlich durchführt", hieß es in der Mitteilung. "Ein Ausschluss einzelner Kollegen von der Berichterstattung ist aber inakzeptabel und ein Eingriff in die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung. Gerade ein Sportverein, der durchaus auch von öffentlichen Mitteln profitiert, sollte die grundgesetzlich garantierten Aufgaben der Presse respektieren."

Energie verwies am Samstag darauf, dass die Mitgliederversammlung eine "nicht öffentliche Veranstaltung" sei und gemäß Vereinssatzung über die Zulassung von Gästen entscheide. "Die entsprechende Abstimmung über die Zulassung von Gästen wurde, wie in der Tagesordnung vorgesehen, durch die Versammlungsleitung durchgeführt", sagte Präsident Werner Fahle in einer Vereinsmitteilung. 

"Hierbei fiel das Votum gegenüber den anwesenden Vertretern des RBB mit großer Mehrheit ablehnend aus." Die Vereinsverantwortlichen hätten kein Problem mit der Anwesenheit der Journalisten gehabt. Das Votum der Mitglieder sei aber bindend gewesen, sagte Fahle. (dpa, mit sid)

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