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Crystal unter dem Basecap

Der Döbelner Angeklagte steht nicht zum ersten Mal vor dem Amtsgericht. Dennoch kommt er erneut glimpflich davon.

Symbolbild
Symbolbild © Archiv/dpa/Arno Burgi

Döbeln. Etwas zusammengesunken sitzt der Angeklagte auf seinem Platz. Einen Verteidiger hat er nicht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 30-Jährigen, der in einem Döbelner Ortsteil im Haus der Großeltern wohnt, einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz vor.

Am 11. Februar dieses Jahres ist er mit insgesamt 0,42 Gramm Crystal erwischt worden. Deponiert hatte er die Droge unter dem Basecap sowie in der Geldbörse. Richterin Ines Opitz stellt es dem Angeklagten frei, sich zu dem Vorwurf zu äußern. Der junge Mann strafft sich und legt ein vollumfängliches Geständnis ab. „Die Anklage ist richtig“, sagt er. Leider sei das Vorgefallene nicht mehr rückgängig zu machen, was er gern machen würde.

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Angeklagte mittlerweile fest angestellt

Nach eigenen Worten ist der Angeklagte auf dem besten Weg, ein gesundes Leben ohne Straftaten zu führen. Er berichtet davon, dass es für ihn keinen Grund mehr gibt, Drogen zu nehmen. „Ich habe eine Ausbildung zum Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik abgeschlossen“, sagt der 30-Jährige. Seit Mitte April sei er in einem Unternehmen fest und unbefristet eingestellt. Zudem wolle er sich darum bemühen, demnächst eine eigene Wohnung zu finden und damit sein Leben komplett auf eigene Beine stellen.

In Anbetracht des Geständnisses des Angeklagten muss der geladene Zeuge keine Aussage machen. Richterin Ines Opitz verweist danach auf die doch zahlreichen Einträge, die über den Döbelner im Bundeszentralregister zu finden sind. Das beginnt im Jahr 2013 mit Fahren ohne Fahrerlaubnis. Danach folgten Diebstahl und Diebstahl mit Hausfriedensbruch. Bei den nächsten drei Einträgen handelt es sich jeweils um unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln, zuletzt zu Beginn dieses Jahres.

Ebenfalls aus diesem Jahr stammt eine Verurteilung wegen des unerlaubten Besitzes und Mitführens einer Waffe. Für alle diese Taten wurde der Angeklagte zu Strafen zwischen zehn und 80 Tagessätzen in unterschiedlicher Höhe verurteilt. Die Abzahlung der Geldstrafe aus dem jüngsten Verfahren, das im Februar verhandelt wurde, läuft, sagt der Angeklagte. Und er erklärt noch einmal, dass das aktuelle Verfahren endgültig das letzte für ihn gewesen sein soll.

Bei weiterem Verstoß keine Geldstrafe

Sandra Dietze, die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, erläutert, dass für das angeklagte Vergehen eine Geldstrafe, aber auch eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren möglich sind. Dabei sei anzuerkennen, dass der Angeklagte ein Geständnis abgelegt hat. Ebenso müsse aber berücksichtigt werden, dass er schon mehrfach einschlägig vorbestraft ist. Sie fordert eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen á 35 Euro. Zudem müsse der Döbelner die Kosten des Verfahrens tragen.

Richterin Ines Opitz verkündet die von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafe auch als Urteil. Nachteilig habe sich ausgewirkt, dass es nicht die erste Verurteilung wegen dieses Tatbestands war, so die Richterin. Offensichtlich habe der Angeklagte die Betäubungsmittel jeweils konsumieren wollen. „Ich hoffe, dass Sie das anfangs geäußerte Vorhaben auch umsetzen“, sagt Ines Opitz. 

Bei einem weiteren Verstoß könne er sicher nicht mehr nur mit einer Geldstrafe davonkommen. „Und eine härtere Strafe dürfte sich negativ auf Ihre berufliche Entwicklung auswirken“, macht die Richterin klar. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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