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Cunewalder Umgebindehaus-Park hat ab heute für Besucher geöffnet

Auf dem Gelände zwischen Kirche und Bürgerzentrum sind 17 Gebäudemodelle im Maßstab 1:5 zu sehen.

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Von Katja Schäfer

Gerd Werner erinnert sich gern daran, wie er einige der Umgebindehaus-Modelle gebaut hat, die seit heute in Cunewalde zu sehen sind. „Das hat Super-Spaß gemacht“, sagt der Bautzener. Als gelernter Maurer war er für die Fundamente zuständig. „Diese Steine hier haben wir auf Feldern gesammelt“, erzählt er und zeigt auf ein Haus, dessen Original einst im Malschwitzer Ortsteil Rackel stand, 1998 aber abgerissen wurde.

Gerd Werner gehörte zu den Teilnehmern, die in Beschäftigungsmaßnahmen für Hartz-IV-Empfänger bei der Sächsischen Bildungsagentur Umgebindehäuser im Maßstab 1:5 nachgebaut haben. Auch Raik Fleischer war mit dabei und als Möbeltischler vor allem für die Holzarbeiten zuständig. – Beide Männer und weitere Beteiligte zeigten sich sichtlich stolz, als der Umgebindehauspark gestern Nachmittag eingeweiht wurde. „Schön, dass die Gebäude öffentlich zu sehen sind“, findet Ronny Goldschmidt, der ebenfalls mitgebaut hat.

Touristen bleiben länger

Seit 2005 entstanden in mehreren vom Amt für Arbeit und Soziales geförderten Maßnahmen 15Häuser und zwei Scheunen. Dass sie mal in Cunewalde präsentiert würden, war nicht von Anfang an beabsichtigt. Der Kontakt kam 2006 zustande, als Projektleiter Ralf Schäck nach einer geeigneten Fläche zum Aufstellen der Modelle suchte. In Cunewalde stieß er auf offene Ohren. „Viele Besucher kommen in unseren Ort, um die Kirche zu besichtigen, sind dann aber schnell wieder weg. Jetzt haben sie einen Grund mehr, länger zu bleiben“, sagt Bürgermeister Thomas Martolock (CDU). Außerdem sieht er im Park eine gute Möglichkeit, Touristen die historische Umgebindehaus-Architektur erleben zu lassen. Deshalb möchte er, dass die Anlage vor allem mit Modellen von Häusern ergänzt wird, die abgerissen oder vom Verfall bedroht sind.

Als nächstes sollen an den Gebäuden aber erstmal Tafeln aufgestellt werden, die über das Originalhaus informieren. Bisher erhalten Besucher diese Fakten aus einem Faltblatt, das es in der Touristinformation gibt. Dort ist auch an der richtigen Adresse, wer gern mal selbst ein Umgebindehaus nachbauen möchte: In der Infostelle werden Bastelbögen vom Dreiseitenhof und vom Alten Weber verkauft.