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Hoyerswerda

„Da brauchst du viele Leute“

Die Austragung der Sächsischen Tischtennismeisterschaften der Senioren ist eine Herausforderung. In Hoyerswerda wurde sie gemeistert.

Bei den Landeseinzelmeisterschaften Tischtennis Seniorinnen/Senioren trat in der Vorrunde der AK 60 Frank Hartig (SV Remse) gegen Thomas Fischer (TSV 1862 Radeburg) an.
Bei den Landeseinzelmeisterschaften Tischtennis Seniorinnen/Senioren trat in der Vorrunde der AK 60 Frank Hartig (SV Remse) gegen Thomas Fischer (TSV 1862 Radeburg) an. © Foto: Gernot Menzel

Von Angela Donath

Hoyerswerda. Am vergangenen Wochenende fanden in Hoyerswerda die Sächsischen Tischtennis-Landesmeisterschaften der Senioren statt. Immerhin 170 Sportler nahmen daran teil. „Der TTC Hoyerswerda wollte nicht nur ein guter Ausrichter in sportlicher Hinsicht sein, die Gäste sollten sich auch wohlfühlen bei uns.“ Wie man das schafft und was im Vorfeld einer solchen Veranstaltung alles zu tun ist, das war am Dienstagabend von TTC-Chef Bernd Brauer zu erfahren. Es ist schon wieder Training in der TTC-Halle, nebenan prüft der Vorstand Rechnungen und Einnahmen. Schließlich muss zügig abgerechnet werden, alles muss seine Ordnung haben.

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115 Mitglieder zählt der TTC. Die größte Gruppe sind die über 61-Jährigen, gefolgt von den 41- bis 60-Jährigen. Letztere sind im Tischtennissport schon ab 40 Senior oder Seniorin, ohne Rentenanspruch selbstverständlich. Störend ist das nicht, der Verein verzeichnet erfreulicherweise Zugänge, auch im Bereich der 6- bis 13-Jährigen.

Beim Ausrichten der Landesmeisterschaften sind natürlich die Gestandenen gefragt, sie haben Erfahrung. Senioren-Landesmeisterschaften gab es in Hoyerswerda seit 2008 regelmäßig alle vier Jahre, es gibt vier Spielbezirke in Sachsen „und da geht´s die Reihe rum“, so Brauer.

Angefragt wird man ungefähr ein Jahr vorher. Im Landesverband kennt man die Bedingungen in Hoyerswerda, die Halle im BSZ wurde für gut befunden. „Aber“, so Brauer, „die müssen wir anmieten. Die TTC-Halle ist zu klein und zu dunkel.“ Zunächst heißt es Anträge schreiben: Im Mai Anfrage an den Landkreis, ihm gehören BSZ und Sporthalle. Die Antwort kam im Oktober. Zwischenzeitlich musste mit den Handballern gesprochen werden, ob das Wochenende zugunsten der Tischtennisspieler in Hoyerswerda handballfrei bleiben kann. Da gab es die positive Antwort schneller. Sportler verstehen einander und wissen auch, warum so eine Meisterschaft nicht einfach mal verschoben werden kann. Delegierungen zu weiterführenden Wettbewerben erfordern Termintreue.

Mögliche Sponsoren müssen besucht oder angeschrieben werden. „Bittbriefe schreiben“ nennt es Brauer, und er freut sich: „Die meisten haben Ja gesagt.“ Zur Betreuung der Gäste gehört auch eine Abendveranstaltung. Schließlich will man nicht nur sporteln, sondern auch mal schwatzen oder auf Sieg oder Niederlage anstoßen. Man kennt sich schließlich und viele freuen sich schon lange vorher auf den „Sportlerball“. Der fand im Forum der Lausitzhalle statt, das musste gebucht werden. Dann geht es an die Hotelreservierungen. Die meisten Gäste schliefen im City-Hotel, wer dort nicht mehr reinpasste, im Congresshotel. Die genaue Gästezahl erfährt der Verein erfahrungsgemäß zwei Tage vorher.

Am Tag vor dem Wettkampf erfolgt in der Halle der Aufbau, nachher der Abbau. Tische müssen geholt werden, teilweise aus Döbeln vom Landesstützpunkt. Die müssen dann auch wieder weg. „Da brauchst du viele Leute“, so Brauer. Vor dem Wettkampf gilt es, die Schläger zu prüfen. Auch hier muss alles seine Ordnung haben. Den Bürgermeister hatten wir eingeladen, er war ganz neu und kam zur Begrüßung „und war sehr erfrischend“, sagt Brauer. Erfrischend fällt auch sein persönliches Resümee aus „Wir haben es mal wieder geschafft, vor allem dank unserer rührigen Seniorengruppe und der großen Unterstützung der Sponsoren und Helfer. Vielen Dank allen, die Sportler waren zufrieden.

Am Rande bemerkt: Sportwettkämpfe übers Wochenende, ganz gleich in welcher Sportart, sind ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor für eine Stadt wie Hoyerswerda. Wenn jeder Gast nur einmal essen geht und ein isotonisches Getränk nimmt, lässt er rund 20 Euro in der Stadt. Der TTC hatte über 100 Gäste und sie kommen gern wieder.

Detail von einem der Kampfrichter-Tische: Einer der spielfreien Spieler fungierte jeweils als Kampfrichter in seiner Gruppe.
Detail von einem der Kampfrichter-Tische: Einer der spielfreien Spieler fungierte jeweils als Kampfrichter in seiner Gruppe. © Foto: Gernot Menzel