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Da geht noch was in der Innenstadt

Der Stadtrat stimmt einem Konzept zur Entwicklung von Großenhain zu – und wagt den Blick in die Ferne.

Eine künftige Bebauung, die bereits ganz dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept entspricht. In diesem wird die Entwicklung der Großenhainer Innenstadt im Sinne eines Wohn- und Geschäftsstandorts favorisiert.
Eine künftige Bebauung, die bereits ganz dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept entspricht. In diesem wird die Entwicklung der Großenhainer Innenstadt im Sinne eines Wohn- und Geschäftsstandorts favorisiert. © Kristin Richter

Großenhain. Ruck, zuck, fast Weihnachten. In Rekordzeit absolvierten Großenhains Stadträte am Mittwochabend die letzte Sitzung in diesem Jahr. Wohl verdient, denn die Vorarbeit hatte das Gremium nebst Verwaltung bereits geleistet. Einstimmiges Votum gab es gleich zu Beginn für die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK). 

Ein Orientierungsrahmen für die künftige Entwicklung der Stadt und seiner Ortsteile, in welchem die Entwicklungsziele für die nächsten zehn bis 15 Jahre festgelegt wurden. Erstmals 2002 aufgestellt und fünf Jahre später um ein städtebauliches Entwicklungskonzept ergänzt, sei eine Fortschreibung für das gesamte Gemeindegebiet notwendig gewesen. 

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Nach einer ausführlichen Bestandsaufnahme habe man die demografische und wirtschaftliche Entwicklung aktualisiert, Problemfelder diskutiert und bestehende Defizite benannt. Demnach würde Großenhain in den nächsten zehn Jahren rund 1.000 Einwohner verlieren. Die Schere zwischen Wohnungsbestand und -bedarf werde eindeutig größer. Der Stadtkern könne sich möglicherweise stabilisieren, dafür treten starke Verluste in den dörflichen Ortsteilen auf – oder eben auch nicht. 

Anders die Betrachtung unter dem Gesichtspunkt des zu erwarteten „Industriegebietes Nord“ auf dem bisherigen Flugplatz. Sollte dieses tatsächlich kommen – und das Bekenntnis des Freistaates Sachsen in dieser Hinsicht ist bisher eindeutig – würde sich die Prognose in genau eine andere Richtung entwickeln: Einwohnerzuwachs um rund 1.800, deshalb gut 300 fehlende Wohnungen. Szenarien, die das Insek bei seiner Entwicklung wesentlich beeinflussen. 

Stadtbaudirektor Tilo Hönicke (CDU) machte bereits bei der öffentlichen Diskussion im September kein Geheimnis aus der städtischen Strategie: „Wir haben eine Vision – und das ist das Industriegebiet Nord“. Dessen Erschließung habe absolute Priorität für Großenhain. Unweigerlich damit verknüpft sei der Bau einer neuen Bundesstraße 101.

Während die Röderstadt hier jedoch auf die Verankerung der Trasse im Bundesverkehrswegeplan angewiesen sei, sind die Pläne für das eigene Zentrum schon konkreter. Laut Konzept soll es im Sinne eines Wohn- und Geschäftsstandortes gestärkt werden. Die Gestaltung des „Äußeren Stadtrings“ geht mit der festgeschriebenen Prämisse „Innen- vor Außenentwicklung“ einher. 

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