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Dachsanierung kostet eine Million Euro

Die Arbeiten am Hermsdorfer Schloss gehen voran und werden teurer. Die Gemeinde hofft auf Fördermittel.

Der Erhalt des Hermsdorfer Schlosses ist für Ottendorf-Okrilla eine finanzielle Herausforderung.
Der Erhalt des Hermsdorfer Schlosses ist für Ottendorf-Okrilla eine finanzielle Herausforderung. © Thorsten Eckert

Hermsdorf. Die Million ist fast erreicht. Laut der aktuellen Prognose wird es wohl 924 000 Euro kosten, bis das Dach des Mansardgeschosses des Hermsdorfer Schlosses saniert ist. Diese Zahl nannte der Bauamtsleiter der Gemeinde Ottendorf-Okrilla Andreas Jäpel am Montag in der Sitzung des Gemeinderats. Die fand im Schloss statt, weil sich die Räte vor der Sitzung bei einer Begehung selbst ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten und dem Ausmaß des Schadens an den Sparren machen konnten.

Dabei standen auch drei Fachleute für Fragen zur Verfügung. Unter Schwamm verstehe ja jeder etwas anderes, sagt Bürgermeister Michael Langwald. Nun wüssten alle, welche Schäden wo sind, woher sie kommen und was in Vergangenheit dagegen getan wurde. Neben Pilzen und Schädlingen eben dieser Hausschwamm dem Holz in den letzten Jahrzehnten stark zugesetzt. Und je weiter die Arbeiten seit dem Beginn im Frühjahr vorigen Jahres fortgeschritten sind, desto größer wurden die festgestellten Schäden. Ging man 2016 noch von Kosten für die Sanierung des gesamten Daches inklusive des Professorenhauses in Höhe von knapp 380 000 Euro aus, erhöhte sich diese Summe bis August 2017 bereits auf 661 000 Euro. Seit November vorigen Jahres ist klar, dass auch die 720 000 Euro, die die Gemeinde in ihren Haushalt eingestellt hat, nicht reichen.

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Nun ist man bei rund einer Million Euro. Die Wiederherstellung der Decke im ersten Obergeschoss ist in dieser Summe noch nicht enthalten, wie Bauamtsmitarbeiterin Birgit Balzer auf Nachfrage von Gemeinderätin Andrea Ohm erklärt. Für den Raum mit dem Kamin habe man eine Fördermittelantrag vorbereitet, aber die nötigen Eigenmittel gibt der Gemeindehaushalt nicht her. Dabei seien die Behörden der Gemeinde wohlgesonnen, sagte Balzer.

Darauf hofft man in der Kämmerei auch bei den Fördermitteln für die Dachsanierung. Die dafür bewilligten 494 000 Euro sind nämlich eigentlich ein fixer Betrag, der sich trotz steigender Kosten nicht erhöht. Beim Bund und dem Freistaat, von denen die Gelder kommen, werde man nun einen Mehrbedarf anzeigen, kündigt Kämmerer Robin Lehmann an. Sollten Gelder aus den Fördertöpfen nicht abgerufen werden beziehungsweise übrig sein, werde die Summe, die Ottendorf-Okrilla erhält, womöglich aufgestockt, erklärt er.

Ausschuss muss beraten

Die Gemeinde braucht für das Schloss jeden Euro. Denn schon jetzt ist klar, dass die Sanierung nicht die einzige Investition in das Gebäude bleiben wird. Deshalb wollte Gemeinderat Rico Schrapel wissen, welche weiteren Kosten außer jenen für das Dach noch auf Ottendorf-Okrilla zukommen. Eine entsprechende Aufstellung sei schon einmal gemacht worden, müsse nun aber noch für die Sanierung des Obergeschosses angepasst werden, sagte Balzer. Danach soll sie dem Technischen Ausschuss vorgelegt werden. Man müsse die erforderlichen Maßnahmen mit einer Zahl zu den voraussichtlichen Kosten und der Zeit versehen, wann sie umgesetzt werden müssten, sagte der Bürgermeister. Und Gemeinderat Max König ergänzte, dass man dann eine Prioritätenliste machen und die Maßnahmen langfristig in den Haushalt einplanen müsste. Wenn man diese kontinuierlich abarbeite, sei die Scheibe nicht so groß, die sich die Gemeinde absparen müsse, sagte er.

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Das Oberdach und der Ausbau des Obergeschosses sind die nächsten Maßnahmen, die auf die Gemeinde zukommen. Ersteres sei aber nicht so sehr betroffen wie das Dach des Mansardgeschosses und werde noch fünf oder zehn Jahre halten, so Balzer. Irgendwann werde dann noch die Sanierung der Fassade auf der Rückseite folgen. Ansonsten kündige sich nichts an.