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Dachsanierung nähert sich dem Ende

Die Arbeiten am Hermsdorfer Schloss sind in wenigen Wochen abgeschlossen. Ein Problem aber bleibt.

Auf der Vorderseite des Hermsdorfer Schlosses ist das Dach des Mansardgeschosses bereits wieder geschlossen.
Auf der Vorderseite des Hermsdorfer Schlosses ist das Dach des Mansardgeschosses bereits wieder geschlossen. © Steffen Unger

Hermsdorf. Der ursprünglich anvisierte Fertigstellungstermin im August kann nicht ganz gehalten werden. Wie Birgit Balzer vom Ottendorfer Bauamt am Dienstag mitteilte, dauern die Bauarbeiten am Dach des Mansardgeschosses des Hermsdorfer Schlosses wohl noch drei oder vier Wochen. „Die Zimmererarbeiten sind abgeschlossen und die Arbeiter jetzt bei der Dachdeckung“, erklärt Balzer. Spätestens Mitte September sollen sie damit fertig und die Dachsanierung in diesem Bereich nach rund anderthalb Jahren abgeschlossen sein.

Das Schloss wird die Gemeinde als Eigentümerin jedoch auch danach noch weiter beschäftigen. Denn für die Sanierung des Daches, dessen Zustand deutlich schlechter war als ursprünglich gedacht, mussten in einigen Räumen des ersten Obergeschosses die Decken geöffnet und der Putz von den Wänden entfernt werden. Dazu zählen auch die Vorräume des Barocksaals, der nach Abschluss der Arbeiten wieder für Trauungen genutzt werden soll. Das ist ein Problem, denn die Wiederherstellung der Decken und das Verputzen der Wände sind jedoch nicht Bestandteil der derzeitigen Bauarbeiten.

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Damit Paare, die hier heiraten, nicht auf eine halbe Decke und zum Teil unverputzte Wände schauen müssen, muss die Gemeinde bis Ende des Jahres eine Möglichkeit der Finanzierung suchen. So lange weicht das Standesamt auf den im Erdgeschoss gelegenen Prinz-Hermann-Salon aus. „Wir sind dabei, uns etwas einfallen zu lassen“, sagt Balzer.

Der finanzielle Spielraum der Gemeinde ist jedoch begrenzt. Denn seit Beginn der Arbeiten im April 2018 haben sich die Kosten für die Dachsanierung aufgrund der großen Schäden mehrfach erhöht. Ging man 2016 noch von knapp 380 000 Euro für die Sanierung des gesamten Daches inklusive des Professorenhauses aus, erhöhte sich diese Summe bis August 2017 bereits auf 661.000 Euro. Seit November vorigen Jahres ist klar, dass auch die im Gemeindehaushalt eingeplanten 720.000 Euro nicht ausreichen. Im März nannte Ottendorfs Bauamtsleiter Andreas Jäpel in einer Sitzung des Gemeinderats dann die Summe von 924.000 Euro, die die Sanierung des Daches des Mansardgeschosses wohl kosten wird. Das sei in etwa die Größenordnung, bei der man angekommen sei, bestätigt Birgit Balzer. Größere Nachträge aufgrund böser Überraschungen habe es in den vergangenen Monaten nicht mehr gegeben.

Die bewilligten 494.000 Euro Fördermittel haben sich trotz gestiegener Kosten nicht erhöht. Nach Angaben von Kämmerer Robin Lehmann habe die Gemeinde die Kostenerhöhung beim Bund und dem Freistaat, von denen die Gelder kommen, angezeigt. Bisher habe man aber keine Rückmeldung erhalten, ob die Fördermittel aufgestockt werden, sagt Lehmann.

Eine Aufstockung der finanziellen Unterstützung wäre auch deshalb wichtig, weil schon jetzt klar ist, dass die Dachsanierung nicht die einzige Investition in das Gebäude bleiben wird. So kommen das Oberdach und der Ausbau des Obergeschosses als nächste Maßnahmen auf die Gemeinde zu. Für das Oberdach hat Ottendorf-Okrilla aber noch fünf bis zehn Jahre Zeit, weil es nicht so stark beschädigt ist. Irgendwann später steht dann noch die Sanierung der Fassade auf der Rückseite des Gebäudes an.

Zunächst steht bis Ende des Jahres aber erst einmal die Auswertung des Ideenwettbewerbs an, bei dem Vorschläge gesammelt wurden, wie mehr Leben ins Schloss kommt.

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