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Dachse wildern auf Dresdner Friedhöfen

Die Tiere buddeln Löcher und verwüsten Gräber. Mit welchem Trick sie der Citytrapper verjagen will.

Dachse wildern auf Dresdner Friedhöfen.
Dachse wildern auf Dresdner Friedhöfen. © Carsten Rehder/dpa (Symbolbild)

Dresden. Es ist ruhiger als sonst in der Stadt. Weniger Autos, weniger Menschen sind wegen des Coronavirus unterwegs. Die Tiere wagen sich immer öfter aus dem Wald heraus. Immer öfter sind die Dachse nun aber auf Dresdens Friedhöfen zugange.

"Ich bekomme einige Anrufe, dass Dachse ihren Kot auf den Gräbern hinterlassen oder Löcher in den Boden graben", erzählt Citytrapper und Stadtjäger Thomas Schröder. Ein Problem sei auch, dass die Tiere immer wieder die gleiche Stelle aussuchten. Sein Trick: Er vermengt Holzspäne mit Weichspüler und kippt diese Mischung in die Dachsbaue auf dem Friedhof. Dieser Geruch würde die Tiere vertreiben.

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City-Trapper Thomas Schröder vertreibt und erlegt Wildtiere wie Waschbären in Dresden.
City-Trapper Thomas Schröder vertreibt und erlegt Wildtiere wie Waschbären in Dresden. © Sven Ellger (Archiv)

Darüber hinaus seien immer wieder Füchse auf Friedhöfen oder Privatgrundstücken in der Stadt zu sehen. "Die Füchse zerwühlen auf Friedhöfen die frischen Gräber oder die frisch hingelegten Gestecke", so Schröder. Da die Schonzeit bis Juli gilt, dürfen Schröder und seine Jägerkollegen die Tiere aber nicht jagen, sondern "nur" vertreiben.

Ähnlich wie Fuchs und Dachs breiten sich auch die Waschbären immer weiter aus. Die Zahl der erlegten Tiere ist in den vergangenen Jahren ähnlich wie bei Wildschweinen in Dresden deutlich gestiegen. Im Jagdjahr 2015/16 wurden in Dresden 108 Waschbären erlegt, im Jahr 2018/19 waren es 228. Wie die Waschbären sind die Wildschweine vor allem am Stadtrand anzutreffen: 233 Tiere wurden gezählt. Ganzjährig kommen Wildschweine in der Dresdner Heide, entlang des Elbhanges, im Hochland, sowie im Norden Dresdens vor.

Jagdzeit ab Juli

City-Jäger Thomas Schröder hat Wildtiere wie Waschbären, Füchse und Co. schon fast überall in Dresden angetroffen.  Auf der Louisenstraße hat er genauso Bären gefangen wie am Elbepark und an der Hauptstraße. Genervte Anwohner rufen ihn, wenn die Tiere ihre Gärten umgraben und das Obst von den Bäumen klauen. Der Innenstadt-Jäger fängt die Tiere in der erlaubten Jagdzeit ab Juli in speziellen Fallen lebendig. Danach erschießt er sie. "Ich will die Tiere nicht länger als nötig quälen. Sitzt ein Waschbär in der Falle, komme ich so schnell wie möglich."

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