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Damit das Brot im Supermarkt nie ausgeht

Dirk Nitschmann gehört in der Krise zu den Leuten, die das Alltagsleben aufrechterhalten. Für Hamsterer hat er kein Verständnis.

Dirk Nitschmann beliefert mit seinem Lkw die Supermärkte der Region, wie Kaufland in Döbeln, mit Brot.
Dirk Nitschmann beliefert mit seinem Lkw die Supermärkte der Region, wie Kaufland in Döbeln, mit Brot. © Norbert Millauer

Döbeln. Bei Dirk Nitschmann klingelt der Wecker um 2.30 Uhr. Um 3.30 Uhr belädt er in Nossen seinen Laster mit den Paletten, die die Nachtschicht im Logistikzentrum zusammengepackt hat. Eine Stunde später startet er zu seiner Rundfahrt in der Region. Nitschmann arbeitet bei Harry Brot und sorgt dafür, dass die Kunden in den Supermärkten nicht vor leeren Brotregalen stehen. 

Auch jetzt in der Pandemie-Zeit. Oder da gerade. Die Hamsterkäufe zu Beginn der Krise hatte Nitschmann direkt zu spüren bekommen. „Wir sind im ersten Monat gar nicht hinterhergekommen mit der Ware. Die Hamsterkäufe waren extrem. Früh haben wir die Regale eingeräumt, mittags waren sie leer.“ Nitschmann kann sich darüber aufregen. Es habe nie Gefahr bestanden, dass das Brot ausgeht.

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Mehr Respekt spürbar

 „Die Bäckereien haben nonstop gebacken. Die Lager sind gut gefüllt und wir geben immer unser Bestes, die Regale vollzumachen.“ Er berichtet von einem Erlebnis bei Kaufland in Döbeln. „Dort hat mich ein Kunde gefragt, ob er nicht gleich acht Packungen haben kann. Das fand ich unverschämt. Leute, die wie ich arbeiten gehen, stehen dann abends vor leeren Regalen.“

Einen Effekt der Coronakrise glaubt der Lasterfahrer zu spüren. Die Leute hätten wohl einmal gemerkt, wie wichtig die Brummifahrer für die Versorgung sind. „Man spürt ein bisschen mehr Respekt auf der Straße. Jetzt passiert es öfter mal, dass ein Lkw-Fahrer rausgelassen oder durchgelassen wird.“

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog. <<<

Dirk Nitschmann ist einer der „Helden des Alltags“, die seit Beginn der Krise von der Sparkasse Döbeln nominiert werden. Er bedient mit seinem Laster 18 Kunden in Döbel, Riesa, Oschatz bis hinauf nach Strehla. Bei einigen stellt er die Ware nur ab, bei anderen räumt er sie sogar in die Regale. 

Auch die Rohlinge für die frisch gebackenen Produkte liefert er aus. Gelernt hat er mal den Beruf des Zimmermanns, einige Jahre hat er Baumaterial ausgeliefert. Er ist von Nordrhein-Westfalen nach Döbeln gezogen, seiner Frau Nicole hinterher, die aus Döbeln stammt. „Hier kann man sich seine Träume besser verwirklichen“, meint er.

Der Traum, das ist das kleine Siedlungshäuschen in Keuern, dass er zusammen mit seiner Frau gekauft und danach saniert und ausgebaut hat. „Zu 80 Prozent habe ich alles selbst gemacht“, erzählt er. Den Garten hat er mit der Hand umgegraben. Gerade baut er an einer überdachten Veranda im Garten. „Es war nicht so einfach, in der Coronazeit an Holz zu kommen“, erzählt er. Zum Glück sei ein Bekannter Handwerker.

Familienleben durchgewirbelt

Die Corona-Krise hat auch bei den Nitschmanns das Familienleben durcheinandergewirbelt. Sohn Jason, Schüler der zweiten Klasse, kann nicht in die Schule und muss zu Hause unterrichtet werden. „Jeden Montag kommt eine E-Mail mit den Aufgaben, die er im Laufe der Woche erledigen muss“, erzählt Dirk Nitschmann. 

„Da wird dann manchmal Schule gemacht, wenn man nach Hause kommt.“ Ehefrau Nicole geht auch noch arbeiten – in einem Döbelner Discountmarkt. Auch sie gehört zu den Heldinnen des Alltags in der Corona-Krise. Die beiden haben sich bei der Sparkasse gegenseitig vorgeschlagen.

Die Kreissparkasse Döbeln sucht Helden des Alltags. Noch bis Mitte Mai können dafür Menschen vorgeschlagen werden, die mit ihrer Arbeit in der Corona-Krise das Leben am Laufen halten. Unter allen Nominierten verlost die Sparkasse Döbeln jeden Tag ein Jahreslos der PS-Lotterie im Wert von 60 Euro. Infos zu der Aktion gibt es auf der Internetseite.

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