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Damit das Radl a dr Gurgl nicht ausstirbt

Johannes Kletschkas Mundartbuch für Kinder gibt es jetzt schon in der zweiten Auflage. Auch Große können noch was lernen.

Johannes Kletschka mit dem Mundartbuch für Kinder.
Johannes Kletschka mit dem Mundartbuch für Kinder. © Rafael Sampedro

Johannes Kletschka hat es definitiv: das Radl a dr Gurgl, wie der Oberlausitzer sagt. Seiner Meinung nach können aber leider nicht mehr Viele richtig "rull'n". "Unsere schöne Oberlausitzer Mundart verschwindet immer mehr", stellt der Rentner aus Neueibau fest. Er hat auch mitbekommen: Kinder und Jugendliche sprechen nur noch selten Mundart. Und wenn, dann ist die Sprache vermischt mit Hochdeutsch und Modewörtern. Heimatbewusstsein, dass bedeutet für ihn aber auch, die regionale Sprache zu pflegen. Dafür will er sich einsetzen. Kletschka verfasste viele niedliche Gedichte, die vor allem Kinder ansprechen sollen und trug sie in einem Buch zusammen. Auch Gisela Grohmann, ebenfalls Mundartdichterin, stellte ihre Gedichte zur Verfügung. 

Bereits 2015 brachte Johannes Kletschka das Büchlein im Eigenverlag heraus. Handwerker aus der Region Löbau, Zittau, Bautzen finanzierten die Herstellung mit Spenden. Kletschka verteilte das Werk an Schulen und Kindereinrichtungen. Nun gibt es eine zweite Auflage. 

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Die erste Auflage hatte 400 Stück. "Ich wusste ja noch nicht, wie das angenommen wird", sagt Kletschka. Inzwischen war das Buch vergriffen, weitere 1.000 Exemplare wurden hergestellt und sind nun fertig geworden. Wieder sponserten Handwerker aus der gesamten Region die Anfertigung. "Vom Landwirtschaftsbetrieb bis zum Autohaus", sagt der Neueibauer. Dabei fiel es Johannes Kletschka nun beim zweiten Anlauf leichter, Geldgeber zu finden. Rund 1.000 Euro benötigte der Neueibauer Hobby-Dichter dafür. Die hat er zusammenbekommen. 

Wie schon beim letzten Mal können Schulen und Kindereinrichtungen sich melden, die das Buch haben möchten, um ihren Schützlingen die Oberlausitzer Mundart nahezubringen. Mit den Einrichtungen einigt sich der Neueibauer dann, wie  die Bücher dorthin kommen. Sie können verschickt, ausgeliefert oder auch selbst abgeholt werden. 

Wie Kletschka weiß, gibt es an etlichen Schulen und in Kindereinrichtungen Lehrer und Erzieher, die versuchen, den Kindern die Oberlausitzer Mundart nahezubringen. Die Pädagogen sind dabei immer auf der Suche nach aktuellen und kindgerechten Stücken in Mundart. Auch das bewog Johannes Kletschka und Gisela Grohmann, ein Buch speziell für Kinder herauszubringen. Geschrieben ist das Buch in der Mundart, wie sie im Oberland gesprochen wird. Das sind die Dörfer und Orte rund um den Kottmar: Eibau, Ebersbach, Neugersdorf, Ober- und Niedercunnersdorf. Laut Kletschka gilt dieser Bereich als Kerngebiet der Oberlausitzer Mundart. 

Kurze Texte sollten es außerdem sein, die Kinder gut lernen können. Aber auch ein paar Sketche sind dabei, die Kinder aufführen könnten. Teilweise hat der Autor die Gedichte mit Worterklärungen auf Hochdeutsch ergänzt. Da können nicht nur Kinder noch was lernen. 

Das Buch ist kostenlos zu beziehen direkt bei Johannes Kletschka: 0171 3621685 oder [email protected]

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