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Damit der Dippser Parksaal feuersicher wird

Ende April wird das Sägemehl von der Decke gesaugt. Aber wann können die Besucher wieder rein?

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Von Franz Herz

Die Zwangspause im großen Parksaal wird dieses Jahr zu Ende gehen. Seit Jahresanfang ist der Saal komplett gesperrt, weil der Brandschutz nicht ausreicht. Schon die letzten Veranstaltungen im Herbst 2014 waren nur noch unter strenger Kontrolle der Feuerwehr gestattet. Nun hat die Stadt Geld vom Kulturraum und vom Freistaat bekommen. Dippoldiswalde selbst muss noch 102 000 Euro dazugeben, um die Brandschutzsanierung für den großen Parksaal zu starten. Insgesamt werden 226 800 Euro der Sanierungskosten gefördert, informierte Oberbürgermeister Jens Peter (Freie Wähler). Von 250 000 Euro Gesamtkosten gehen die Dippser aus.

Der Stadtrat hat jetzt die ersten Aufträge für die Sanierung vergeben. Die Architektenleistungen wird Ralf Schiller aus Dippoldiswalde für rund 25 000 Euro übernehmen. Er hat bereits bisher die Sanierung des kleinen Parksaals betreut und ein Brandschutzgutachten für das Gebäude erarbeitet.

Doch der Stadtrat musste noch an anderer Stelle Geld in die Hand nehmen. In einem öffentlichen Gebäude muss alle vier Jahre die elektrische Anlage überprüft werden. In den Parksälen ist das in den letzten Jahren aber auch versäumt worden. Nun muss es schnellstens nachgeholt werden. Den Auftrag bekam die Firma Büttner aus Höckendorf für rund 6 400 Euro. Von den Ergebnissen dieser Prüfung hängt auch ab, welche Arbeiten genau im großen Parksaal erforderlich werden.

Der Architekt Ralf Schiller hat die Arbeiten schon vorbereitet, damit der Parksaal schnell wieder öffnen kann. Er will dem Stadtrat in seiner nächsten Sitzung Mitte April vorschlagen, welche Firma die Reinigung des Dachraums übernehmen soll. In der letzten Aprilwoche sollen die Arbeiten beginnen. Das ist der wichtigste Arbeitsschritt. Auf der Decke des großen Parksaals liegt Sägemehl als Dämmmaterial. Wenn dieses Feuer fängt, dann ist der Saal verloren. Erstens brennt das trockene Zeug wie Zunder. Zweitens besteht die Gefahr, dass brennendes Mehl nach unten fällt. Das muss weg. „Damit wäre die Brandlast runter“, sagt der Architekt. Eine andere Dämmung wird das Sägemehl ersetzen müssen.

Danach muss die Elektrik komplett neu geplant werden. So gibt es derzeit nur für den großen Saal und die Garderobe Brandmelder. Der Rest des Gebäudes ist nur teilweise überwacht. Und es gibt Brandmelder, die älter als zehn Jahre und verschlissen sind. Außerdem müssen die Leitungen so verlegt werden, dass sie auch bei einem Kurzschluss kein Feuer auslösen können.

Schiller machte aber auch deutlich, dass mit diesen Arbeiten nur der große Parksaal wieder gesichert wird. Die Räume, wo früher die Musikschule gearbeitet hat, sind damit nicht wieder öffentlich nutzbar. Dort sind die Brandschutzprobleme noch größer. Dafür müsste die Stadt erheblich mehr Geld ausgeben, das sie derzeit nicht hat.

Die entscheidende Frage, die viele Dippser beschäftigt, ist noch offen: Wann kann der große Parksaal für die erste Veranstaltung öffnen? Wunsch vieler Dippser wäre der Schulanfang am 22. August. „Doch es will sich niemand festlegen, ob dieses Jahr das Zuckertütenfest wieder im Parksaal stattfinden kann“, sagt der Dippoldiswalder Ortsvorsteher René Schlechter (CDU). „Aber Ende des Jahres werden wir die Kulturstätte wieder haben. Dafür sind wir auf einem guten Weg.“ Auch der Beigeordnete Peter Antoniewski, der im Rathaus die Oberhoheit über das Bauvorhaben hat, hält sich mit Terminzusagen zurück.

Thomas Seifert, der künstlerische Leiter des Kulturzentrums Parksäle, hat schon Gespräche geführt, damit er im Herbst Veranstaltungen anbieten kann, wenn bis dahin der Saal wieder zur Verfügung steht. Spätestens am 29. November wird der große Saal unbedingt benötigt. Zu diesem Termin ist im Rahmen der Meisterinterpreten-Reihe ein Auftritt des russischen Nationalballetts mit Tschaikowskis Nussknacker geplant. Dafür gäbe es in Dippoldiswalde keine Ausweichmöglichkeit. Nun hoffen alle, dass die Planer und Bauleute gut vorankommen bei ihren Arbeiten auf dem Dachboden über dem großen Parksaal.