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Damit es Betrüger und Diebe schwer haben

Das Präventivmobil der Polizei tourt durch die Region Döbeln. Da geht es nicht zuletzt um die richtigen Wohnungsfenster.

Polizeihauptmeisterin Jana Kürschner und Polizeihauptmeister Andreas Pforte am Präventivmobil der Polizei.
Polizeihauptmeisterin Jana Kürschner und Polizeihauptmeister Andreas Pforte am Präventivmobil der Polizei. © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Corona-Krise hat auch der Polizei eine Atempause verschafft. Unter anderem war die Zahl der Wohnungseinbrüche zurückgegangen. Weil die Leute zu Hause bleiben mussten. Und weil Einbrecherbanden durch die Grenzkontrollen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt waren.

Aber Kathy Seyferth gibt sich keiner Illusion hin. „Das wird jetzt wieder losgehen.“ Die Polizeihauptmeisterin stand mit ihren Kollegen am Mittwoch auf dem Döbelner Niedermarkt und klärte die Passanten über kriminelle Phänomene auf und was man dagegen tun kann. Kathy Seyferth arbeitet bei der Polizeidirektion Chemnitz im Bereich Prävention. Sie erzählt Privat- und Geschäftsleuten als Mitarbeiterin der Polizeilichen Beratungsstelle, wie sie ihre Wohnungen, Läden und Firmen einbruchssicherer machen.

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„Wir kommen vor Ort. Jedes Objekt, jedes Grundstück ist anders. Wir schauen uns die Qualität der Fenster und Türen an und sagen, was geht oder nicht geht. Das ist für den Bürger kostenfrei“, erklärt sie. Die Beratung erfolge produktunabhängig. Mit dem Infomaterial und einem Protokoll könnten die Haus- oder Firmeninhaber dann die nötigen Aufträge auslösen.

„Wir sind zu dritt für den Bereich von Döbeln bis Schwarzenberg zuständig“, sagte die Polizistin. Die Beratung werde gern von Bauherren in Anspruch genommen. Bei einem Neubau sei die Sicherheit kein so großer Kostenfaktor. Auch Einbruchsopfern oder deren Nachbarn nehmen die Beratung an.

Eine Schwachstelle an den Häusern sind oft die Fenster. Besonders alte Kunststofffenster aus den 1990er-Jahren werden von Einbrechern innerhalb weniger Minuten und fast geräuschlos geöffnet. Die lassen sich aufgrund der Spaltmaße schnell mit einem Einbruchswerkzeug aushebeln. „Die hatten oft nur Stahlbewehrung in den Ecken“, sagte die Expertin. Neue Fenster seien stabiler. Einen guten Einbruchschutz bieten sogenannte Pilzkopfzapfen an den Verriegelungen, die sich nicht so einfach aushebeln lassen. „Die Entwicklung ist da weitergegangen“, sagte Kathy Seyferth.

Andreas Pforte ist in Döbeln auch schon bei der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt gewesen, um über Betrugsmaschen zu informieren, mit denen vor allem älteren Leuten viel Geld aus der Tasche gezogen wird. Das passiert in der Regel am Telefon. In der vergangenen Zeit war bei den Ganoven besonders der Trick mit den falschen Polizisten beliebt. Den älteren Leuten wird suggeriert, dass Einbrecher unterwegs seien und dass ihr Geld im Haus oder auf der Bank nicht sicher ist. 

Die vermeintlichen Polizisten lassen die Wertsachen dann abholen. Geschickte Betrüger lassen auf dem Display sogar zur Täuschung die Nummer 110 der Polizei erscheinen. „Das ist aber nur eine Notrufnummer“, sagte Pforte. Bei den älteren Leuten sei der Respekt vor der Polizei noch tief verankert. Deshalb hätten die Betrüger bei diesen gute Chancen.

Enkeltrick kommt noch immer häufig vor

Auch der sogenannte Enkeltrick, bei dem sich die Betrüger als Verwandte ausgeben, ist immer noch aktuell. „Die überrumpeln die Leute, die sind geschult. Ich rate immer, sich Zeit zu lassen, sich die Brille aufzusetzen, aufs Display des Telefons zu schauen. Wenn dort eine unbekannte Nummer auftaucht, am besten gar nicht abheben.“ Die Nummern beziehen die Betrüger oft aus Telefonbüchern. „Warum muss eine Privatnummer eigentlich dort drinstehen? Freunde und Verwandte haben doch die Nummer“, sagte der Polizist.

Das Präventionsmobil der Polizeidirektion Chemnitz steht am Montag von 9 bis 13.30 Uhr auf dem Döbelner Obermarkt und am Mittwoch vor dem Markt in Roßwein. Die Polizeiliche Beratungsstelle ist dienstags und donnerstags unter Tel. 0371 3872990 zu erreichen und per E-Mail unter [email protected].

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