SZ +
Merken

Damit es kein Mobbing mehr gibt

Die Klassensprecher besuchen ein Seminar zum Thema „Mitwirkung“. Dafür werden sie frei gestellt und müssen den Unterrichtsstoff nachholen.

Teilen
Folgen

Von Sylvia Mende

Seit zwei Jahren gehört Jennifer Schreiber zum Schülerrat der Mittelschule. Seit diesem Schuljahr ist die Neuntklässlerin die Vorsitzende. Unterstützt wird sie bei ihrer Arbeit von Stellvertreterin Kim Prather.

Der Schülerrat hat sich klare Ziele gesetzt. Dazu gehören unter anderem die Gestaltung des Hofes und der Klassenzimmer, die Überarbeitung der Hausordnung, die von der Schulkonferenz beschlossen wird und dass wieder Fünftklässler in die Schule aufgenommen werden können. Allerdings benötigen sie Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Pläne. Zum einen steht ihnen Schulleiterin Kerstin Wilde zur Seite. Zum anderen wollen sie sich am 14. Januar in einem sogenannten Mitwirkungsseminar weitere Informationen holen. Das Seminar bietet die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung in Dresden an. 14 Klassensprecher nehmen teil. Sie werden für diesen Tag frei gestellt, müssen aber den Lehrstoff eigenverantwortlich nachholen.

„Das Seminar ist für uns wichtig. Wir wollen wissen, welche Rechte und Pflichten der Schülerrat hat. Es geht auch um Hinweise, wie wir Probleme lösen können“, so Jennifer Schreiber. Besprochen werden soll zum Beispiel das Thema Mobbing. Die beiden Schülerrätinnen wissen, dass es in jeder Klasse Probleme mit Mitschülern gibt. Sie erhoffen sich vom Seminar, dass ihnen Lösungswege angeboten werden, um solche Dinge auszuschließen. Auch das verbotene Rauchen auf dem Schulhof bereitet dem Schülerrat sowie den Lehrern Sorgen. „Wir unterstützen ein solches Verhalten nicht, wissen aber auch nicht was wir dagegen machen können“, so Kim Prather. Bewährt habe sich, dass nicht mehr das ganze Areal des Schulhofes für die Pausengestaltung zur Verfügung steht. Damit gebe es eine bessere Kontrolle, so Kim Prather. Der Schülerrat will auch erfahren, wie er Einfluss auf die Einhaltung der Vorbereitungszeit vor dem Unterricht nehmen kann, wie er kleinen Problemen wie Beschimpfungen von Mitschülern und dem Wegnehmen von Sachen verhalten soll. „Wir sind sehr gespannt auf das Seminar“, so Jennifer Schreiber.

Sie hat sich für die Aufgabe als Schülersprecherin gemeldet, weil sie etwas bewegen, etwas verändern und sich für die Schule einsetzen will. So werden sie und ihre Stellvertreterin an den Tagen der offenen Türen in den Grundschulen der Region für die Harthaer Mittelschule werben, sie vorstellen.

„Wir haben Angebote, die ihresgleichen suchen“, sagte Jennifer Schreiber. Und dann zählt sie auf: Proberäume, eine Küche, ein sehr umfangreiches Ganztagsangebot, ein Schülercafé, das Spielezimmer und den Schulclub sowie das Projekt „Lernen unter Lehrbedingungen“. Für die Schüler wird eine zweite Fremdsprache angeboten, so dass ihnen der Weg zum Gymnasium oder zum beruflichen Gymnasium offen bleibt. „Wir fühlen uns sehr wohl an der Schule. Hier werden sowohl leistungsschwache als auch die Stärken der Schüler gefördert. Das betrifft den musischen, den sportlichen und auch den naturwissenschaftlichen Bereich“, erzählen die beiden Schülerinnen. Sie gebe ihre Erfahrungen bei ihren Treffen an die jüngeren Klassensprecher weiter. „Deshalb bin ich auch stellvertretende Schülersprecherin geworden. Ich will mein Wissen an andere weitergeben und mich dafür einsetzen, dass sich andere genauso wohl an der Schule fühlen wie ich“, so Kim Prather.