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Damit kein Wasser von unten kommt

In Döbeln überwacht die Landestalsperrenverwaltung den Grundwasserspiegel. Stimmt alles, was berechnet wurde?

Unter diesem Kanaldeckel an der Uferstraße verbirgt sich einer der neuen Pegel, mit denen die Landestalsperrenverwaltung das Grundwasser in Döbeln überwacht. Das Bohrgerät steht noch daneben
Unter diesem Kanaldeckel an der Uferstraße verbirgt sich einer der neuen Pegel, mit denen die Landestalsperrenverwaltung das Grundwasser in Döbeln überwacht. Das Bohrgerät steht noch daneben © Jens Hoyer

Döbeln. An der Uferstraße hat die Talsperrenmeisterei Rötha in dieser Woche mal wieder bohren lassen. Nein, nicht mit einem der Riesenbohrer für eine Bohrpfahlwand, die in Döbeln über Jahre zum normalen Stadtbild gehörten. Sondern mit einem deutlich kleinerem Kaliber. Aber auch das macht deutlich, wie komplex die Hochwasseranlagen in Döbeln eigentlich sind.

Messpegel fürs Grundwasser

 Bei der Bohrung handelt es sich um einen Messpegel. Von denen gibt es schon einige, andere werden jetzt zusätzlich in den Untergrund gebohrt. „Wir haben in Döbeln schon seit einigen Jahren ein Grundwassermessnetz. Wir können damit überprüfen, ob die Annahmen unseres Grundwassermodells mit den Tatsachen übereinstimmen“, sagte Thomas Zechendorf, Projektleiter für den Hochwasserschutz in Döbeln.

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Die Bohrpfahlwände reichen an einigen Stellen bis zu 13 Meter in den Untergrund. Die Grundwasserströme mussten bei den ganzen Planungen beachtet werden. „Jeder zweite oder dritte Bohrpfahl ist verkürzt, damit das Grundwasser unter der Wand hindurchfließen kann“, sagte Zechendorf. Mit den Messpegeln, die nichts anderes als Brunnen sind, wird der Grundwasserstand überwacht. Sie sind mit einem Wasserstandsmesser versehen, der mehrere Mal im Jahr von einem Mitarbeiter ausgelesen wird, sagte Zechendorf.

System aus 20 Pegeln

Um die 20 dieser Brunnen im Stadtgebiet sollen ein Bild abgeben, wie sich das Grundwasser nach den Eingriffen im Talkessel verhält. Interessant ist das auch für den Hochwasserfall. Der erhöhte Wasserstand in der Mulde führt auch dazu, dass der Grundwasserspiegel jenseits der Bohrpfahlwände steigt. Dieser Fall konnte in Döbeln kaum geprüft werden, weil es einfach zu selten Hochwasser gibt, sagte Zechendorf. 

In Grimma, wo die Landestalsperrenverwaltung den Bau der Schutzanlagen schon abgeschlossen hat, ist man schon weiter. Es habe sich dort herausgestellt, dass die Modelle zum Verhalten des Grundwassers sehr genau sind, so der Projektleiter. „Es ist auch unwahrscheinlich, dass es sich anders verhält. Wasser fließt nun mal immer bergab.“

Keller werden nicht geschützt

Steigendes Grundwasser kann im Hochwasserfall auch Ärger bereiten. Nämlich dann, wenn es an irgendeiner Stelle aus der Erde sprudelt. In Döbeln sind deshalb an fünf Stellen sogenannte Binnenentwässerungen eingeplant, sagte Zechendorf. Das sind Brunnen, aus denen das Grundwasser im Fall der Fälle abgepumpt werden kann.

 Allerdings wird im Einzelfall noch einmal geprüft, ob sie wirklich notwendig sind. An der Flutmulde konnte auf zwei der vorgesehenen Binnenentwässerungen verzichtet werden, weil die gefährdeten Bereiche  erhöht wurde. „Das Schutzziel ist immer die Geländeoberkante“, sagte Zechendorf. „Deshalb ist nicht auszuschließen, dass das Wasser auch mal in einem Keller steht.“

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