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Damit’s besser läuft

Obernaundorf. Unter der Hauptstraße der Ortschaft wird jetzt eine moderne Wasserleitung verlegt. Die Autofahrer müssen mit Wartezeiten rechnen.

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Von Jörg Stock

Der Polier ist guten Muts. „Etwa hundertsechzig Meter Guss haben wir schon verlegt und dreißig Meter Peh Eh.“ Mit Guss meint Günter Schlenkrich Stahlgussrohre, und PE steht für die Röhren aus Plastik. Durch beide soll künftig das Trinkwasser der Obernaundorfer fließen. Seit voriger Woche ist ein knappes Dutzend Leute der Putzkauer Firma Bistra-Bau mit dem Verlegen befasst. Und sie werden eine gute Weile bleiben – bis November, sagt der Plan.

Mehr als 1 200 Meter Wasserleitung müssen neu verlegt werden, vom Hochbehälter Obernaundorf bis weit in den Ort hinein. Ein ganzes Stück Dorfstraße wird dafür aufgesägt. Dazu kommen noch an die 30 neue Hausanschlüsse und eine Vielzahl von Umbindungen. Gesamtkosten: 185 000 Euro.

Asbestzement gibt nach

Bauherr ist die Wasserversorgung Weißeritzgruppe GmbH (WVW). Für Geschäftsführer Frank Kukuczka war es höchste Zeit zum Handeln. „Die alte Leitung besteht aus Asbestzement-Rohren“, erklärt der Wasserchef. Dieses Material – verlegt schon in den 30er Jahren – werde durch saure Böden angegriffen. „Bei Druckstößen oder Bodenspannungen versagen die Rohre und brechen.“ Eine Reparatur solcher Lecks sei schwierig, die komplette Erneuerung daher die einzige Lösung.

An den künftig modernen Hauptstrang will der Wasserversorger aber keine alten Hausanschlüsse ran lassen. „Es wäre töricht, wenn wir die liegen ließen“, sagt WVW-Chef Kukuczka. Die betreffenden Leitungen seien meist aus Blei oder Stahl. Die einen würden aus gesundheitlichen Gründen bei jeder Gelegenheit entfernt, die anderen hätten ihr Lebensende erreicht, seien korrodiert und zugesetzt.

Allerdings kostet ein neuer Hausanschluss Geld – bis zu 920 Euro. Das stelle die Grundstückseigentümer vor finanzielle Probleme, räumt Kukuczka ein. „Wir bieten dann Ratenzahlungen an“, sagt er. Bis auf einen Fall seien die betroffenen Kunden mit einem neuen Hausanschluss einverstanden.

Ria Stephan, Wirtin im Obernaundorfer Gasthof, sieht die Sache gelassen. „Was sein muss, muss sein“, sagt sie. Bange ist ihr nur vor einer kompletten Schließung der Ortsdurchfahrt im Oberdorf. Dort ist die Straße so schmal, dass eine halbseitige Sperrung – so wie jetzt – nicht in Frage kommt. Gäste aus Richtung Possendorf, Bannewitz und Dresden könnte das vom Wirtshausbesuch abhalten.

Wann die Vollsperrung kommt, hängt vom Baufortschritt ab. Laut WVW soll der Termin in die Sommerferien fallen, damit wenigstens der Schülerverkehr nicht behindert wird. Für Busse und den Lieferverkehr gibt es eine Umleitung über den Marktsteig.