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Dampfer-Rundfahrt wird einen Euro teurer

Sonst bleiben die Preise stabil. Die Chefin setzt auf neues Logo, neue Angebote und Vertrauen in die Mitarbeiter

© André Wirsig

Von Bettina Klemm

Die Ausgangsbasis ist schlecht: Im vergangenen Jahr erzielte die Sächsische Dampfschiffahrt 1,24 Millionen Euro Verlust. Der Umsatz lag bei 6,7 Millionen Euro, das waren 900 000 Euro weniger als im Jahr zuvor. 499 000 Passagiere gingen an Bord, im Jahr zuvor waren es 630 000. Zur negativen Bilanz haben das schlechte Wetter, das Hochwasser, hohe Reparaturkosten und die Nachzahlung einer höheren Umsatzsteuer beigetragen.

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Doch nun sieht die neue Flotten-Chefin Karin Hildebrand nach vorn. Gestern begann offiziell die neue Saison. Die 59-Jährige legt dafür die Latte hoch: 700 000 Fahrgäste sollen es werden, das Minus möglichst schnell ausgeglichen, die Umsätze gesteigert und die Kosten gesenkt werden. So sieht das Konzept aus.

Punkt 1: Frischer Auftritt mit neuem Logo und Spruch: Alles an Bord

Wo Elbwasser auf Osterwasser trifft. Mit diesem Spruch wirbt die Sächsische Dampfschiffahrt am Terrassenufer für die neue Saison. „Wir haben das Erscheinungsbild überarbeitet. Die Sächsische Dampfschiffahrt versteht sich als Anbieter eines einzigartigen touristischen Gesamterlebnisses – einer Kombination aus Technik, Umgebung und Catering“, sagt Peter Pfau. Mit seiner Agentur Vor und der Eventagentur Frank Schröder hat er in Zusammenarbeit mit der Belegschaft den neuen Auftritt erarbeitet. Dazu gehört ein neues Logo. Bei dem stehen die Worte Sächsische, Dampf, Schiff und Fahrt untereinander, dazu drei geschwungene Linien. Der Schriftzug „Alles an Bord!“ bildet eine Klammer.

Punkt 2: Neue Fahrplanangebote

bei fast konstanten Preisen

Neben den traditionellen Linien, wie Schlösser- und Stadtrundfahrt sowie Fahrten in die Sächsische Schweiz, weist der Fahrplan ab Mai zusätzliche Angebote aus. Dazu gehören Fahrten nach Meißen und Decin. „Wir haben neue Veranstaltungsfahrten wie die Osterkaffeetour, Jubiläumsfahrten, das Schiff zum Ruhm mit Musicals sowie Chill-out zur Schlössernacht aufgenommen“, kündigt Karin Hildebrand an. Verstärkt wird das gemeinsame Angebot mit dem Tochterunternehmen Elbe-Zeit. So gibt es Genusstouren und Charterangebote für Hochzeiten, Firmenveranstaltungen und andere Anlässe. Es werden nicht alle Schiffe verplant, damit sei das Unternehmen flexibel, um bei Bedarf zusätzliche Dampfer einzusetzen. Der Caterer Elbe-Zeit hat übrigens im vergangenen Jahr trotz der widrigen Bedingungen einen Überschuss von 100 000 Euro erzielt.

Für die Linien bleiben die Preise in diesem Jahr konstant. Die Stadtrundfahrt auf dem Wasser kostet einen Euro mehr. In diesem Jahr konnte das Unternehmen günstig den Jahresbedarf von 1,5 Millionen Litern Treibstoff einkaufen. Es zahlte 45 000 Euro weniger als im Jahr zuvor.

Punkt 3: Kooperation mit verschiedenen Partnern

Viel stärker als in der Vergangenheit setzt die Sächsische Dampfschiffahrt auf die Kooperation mit anderen Unternehmen wie den Verkehrsverbund Oberelbe, Tourismusverbände und Werften. „Konkurrenz war gestern“, erklärt Hildebrand. So bieten Sächsische Dampfschiffahrt und VVO wieder Kombitickets an und hoffen, so stärker auch die Dresdner wieder an Bord begrüßen zu können. Mehr als 4 000 Fahrgäste haben schon im Herbst dieses Angebot genutzt, schätzt VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen ein. „Mit dem Kombiticket sparen Gäste und Besucher Zeit und Geld“, sagt er. Mit den Dresdner Verkehrsbetrieben gibt es eine Kooperation bei der Lehrlingsausbildung. Erfreulich gut laufe auch die Zusammenarbeit mit der Werft in Laubegast wieder an.

Punkt 4: Setzen auf die Erfahrungen der Mitarbeiter

Karin Hildebrand hat die Zeit seit ihrem Amtsantritt im November genutzt, um möglichst viel kennenzulernen. Meine Leitlinien sind Offenheit, Leidenschaft, Wertschätzung, Vertrauen, Mut und Klarheit, um das rechte Maß zu finden“, erklärt sie. Als ausgebildete Mediatorin setzt sie auf ihre Mannschaft. Das seien tolle, spezialisierte Mitarbeiter.