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Dampflokpfad für Weißwasser

Früher irrten Touristen durch die Stadt, um den Bahnhof der Waldeisenbahn zu finden. Jetzt gibt’s nicht nur einen Hinweis.

Von Sabine Larbig

Sie sind aus weißer Farbe zur Fahrbahnmarkierung, 30x20 Zentimeter groß und im Abstand weniger Meter auf Gehwegen zu finden. Die Rede ist von aufgesprühten Dampflokomotiven. Vom Bahnhof Weißwasser durch die Straße des Friedens über den Kreisverkehr, vorbei am Kohlestauplatz weisen sie nun Einheimischen und Touristen den Weg zum Bahnhof der Wald-eisenbahn in der Teichstraße. Die Schmalspurbahn ist eine bedeutende Attraktion für Besucher der Stadt und Region, transportiert jährlich rund 40 000 Fahrgäste von Weißwasser in die Parks von Kromlau und Bad Muskau.

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Lange haben Waldbahner und Stadtverwaltung Weißwasser nach Varianten gesucht, den kurzen – aber schwer zu findenden – Weg zum Waldbahnhof zu kennzeichnen. „Um Besuchern die Orientierung zu erleichtern, bedruckten wir in den letzten Jahren unsere 130 000 Fahrpläne mit einem Stadtplan“, erläutert Heiko Lichnok, Geschäftsführer der Waldeisenbahn Muskau (WEM). Doch die Kritik an der schlechten Ausschilderung hielt an – besonders unter Bahnreisenden aus dem Raum Berlin sowie Ausflüglern mit ZVON-Tagestickets. Grund: nach dem Ausstieg am Bahnhof Weißwasser haben sie nirgends einen Hinweis gefunden, wie man schnell und direkt zur Waldeisenbahn kommt. Denn Hinweisschilder gibt es nicht. „Sie sind in Erwerb und Unterhalt zu teuer. Außerdem führt der Weg über private Grundstücke und Bundesstraßen. Die Chance, hier Genehmigungen fürs Aufstellen von Hinweisschilder zu bekommen, ist gering“, begründet WEM-Chef Heiko Lichnok. Außerdem müsse die Wegkennzeichnung billig, unbürokratisch, barrierefrei und haltbar sein.

Städtischer Fußabdruck

Inzwischen ist eine Variante gefunden, die alle Anforderungen erfüllt. „Die Wegmarkierung mit Dampfloksymbolen ist ein städtischer Fußabdruck im positiven Sinn“, lobt Oberbürgermeister Torsten Pötzsch, der vorgestern am Hauptbahnhof Weißwasser eine der ersten Loks selbst aufsprühte.

Die Idee für den Dampflokpfad hatte Martin Silkeit vom WEM-Marketing. Als der Görlitzer im Vorjahr bei der Bahn anfing, bemerkte er die mangelhafte Ausschilderung. Als sich bei ihm auch mit dem Zug anreisende Freunde aus Berlin beschwerten, suchte er nach Lösungen und stieß dabei auf Aktionen anderer Städte. „In Hildesheim weisen Rosensymbole den Weg zu Sehenswürdigkeiten. Dies gefiel mir, weshalb ich für Weißwasser an eine Lok dachte“, erzählt Silkeit. Seine Idee schlägt er Stadtverwaltung und WEM-Kooperationspartner Stadtverein Weißwasser vor. Die stimmen der Umsetzung sofort zu. „Wir sind auch offen dafür, den Weg zu Einrichtungen wie Tierpark, Glasmuseum, Eishalle oder Jahnbad mit Orientierungssymbolen zu kennzeichnen“, blickt Stadtvereinvorsitzender Frank Schwarzkopf voraus. Doch zuerst muss sich der Dampflokpfad in der Testphase bewähren. „Noch wissen wir beispielsweise nicht, wie lange die Spezialfarbe hält“, so Heiko Lichnok.

Sobald sich weitere touristische Einrichtungen der Stadt an der Kennzeichnungsaktion beteiligen, soll auch ein Stadtplan mit Legende am Bahnhofsgebäude angebracht werden. Möglich wird dies, weil der Bahnhof nun der Stadt Weißwasser gehört. „Aber es muss alles im Zusammenhang mit dem Nutzungskonzept für den Bahnhof stehen, das bis Ende 2014 vorliegen soll“, erklärt Frank Schwarzkopf.