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Daneben geschossen

Justiz. Weil er einen Anwalt und Steuerberater als „Revolverheld“ beleidigt haben soll, stand jetzt Stadtrat Ralf Krowke vor Gericht.

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Von Thomas Christmann

Eine rege Diskussion gab es am 16. Dezember 2005, als der Abteilungsleiter der Volksbank die Gesellschafter des ehemaligen Galvanowerkes in Seifhennersdorf einlud. Dazu geladen waren: der Angeklagte Stadtrat Ralf Krowke, ein Steuerberater und der Geschäftsführer der EOS GmbH.

Dieser kam mit zwei Begleitern, einem Rechtsanwalt und einem Steuerberater. Die hatte Ralf Krowke nicht erwartet und bat, nur die geladenen Personen zuzulassen. Es kam zu einer Diskussion. Ralf Krowke suchte nach einer Metapher, die seinen Umstand präzise darstellt. Da fiel ihm eine Situation aus einem Westernfilm ein und er sprach: „Wenn der Geschäftsführer der Meinung ist, seine Revolverhelden mitzubringen, hätten wir auch unsere Revolverhelden mitgebracht, um Waffengleichheit herzustellen.“ In der Verhandlung wegen Beleidigung gab der 66-Jährige seine Äußerungen zu, fühle sich aber unschuldig. Er habe zwar eine unglückliche Formulierung gewählt, hatte aber nie die Absicht, damit jemanden zu beleidigen.

Richter Keßelring bot dem Angeklagten an, das Verfahren einzustellen und eine Geldbuße in Höhe von 300 Euro zu verhängen. Darauf ging Ralf Krowke ein. Der Richter stellte zudem klar, dass bei Verhandlungen um Finanzen die Beteiligten einen breiten Rücken haben müssten: „In dem Fall kann die Existenz auf dem Spiel stehen. Da bleibt eine gewisse Aggressivität nicht aus.“