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Dankbar für den Wohlstand

Wo Licht ist, ist auch Schatten“ lautet eine alte deutsche Weisheit. Selten hat man alles beieinander, Kritik ist schnell formuliert. Oft hört man Klagen über Leerstand in Häusern, über den Wegfall von Einkaufsmöglichkeiten oder Freizeiteinrichtungen.

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Von Cornelius Stempel

Wo Licht ist, ist auch Schatten“ lautet eine alte deutsche Weisheit. Selten hat man alles beieinander, Kritik ist schnell formuliert. Oft hört man Klagen über Leerstand in Häusern, über den Wegfall von Einkaufsmöglichkeiten oder Freizeiteinrichtungen.

Natürlich sind Einschränkungen nie schön für den Einzelnen, doch der Blick in die Geschichte relativiert oft unsere Sorgen. Katastrophen wie eine Pestepedemie, die eine Stadt in kurzer Zeit um ein Drittel schrumpfen ließ, sind heute zum Glück unverstellbar geworden.

Und trotzdem haben die Vorfahren immer weiter gemacht, diese Stadt nie aufgegeben.

In der Geschichte Zittau gab es natürlich auch immer wieder glanzvolle Epochen, wo Bildung, Kultur und Wirtschaft blühten. Man darf jedoch nicht vergessen, dass der Zugang zu diesen „Segnungen“ nur einem kleinen Teil der Bevölkerung möglich war – dem gehobenen Bürgertum, dem Patriziat und einigen Adligen.

Die Mehrheit der Menschen lebte in beengten Verhältnissen, mit nur rudimentärer Bildung und ohne soziale Absicherung. Von diesen Leuten kann man in den Geschichtsbüchern nur wenig lesen, trotzdem sollten wir sie nicht vergessen und dankbar sein für den Wohlstand, den wir heute überwiegend genießen können.