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„Danke, das hat mich wahnsinnig gefreut“

Tina Pfannenberg fotografiert auf Jugendweihen und Hochzeiten, verdient aber gerade kaum etwas. Die Stiftung Lichtblick hilft ihr.

Fotografin Tina Pfannenberg fotografiert sonst Hochzeiten, Jugendweihen und ähnliche private Feiern. Derzeit hat sie so gut wie keine Auftraege mehr,
Fotografin Tina Pfannenberg fotografiert sonst Hochzeiten, Jugendweihen und ähnliche private Feiern. Derzeit hat sie so gut wie keine Auftraege mehr, © Jürgen Lösel

Es gibt junge Leute in der Gegend um Dippoldiswalde, die hat sie schon als Baby fotografiert, dann zur Schuleinführung, später zur Jugendweihe oder Konfirmation, die ersten auch schon auf dem Abiball. Tina Pfannenberg, 38, freut sich, die Kinder aufwachsen zu sehen, sie fotografiert sie gern in der Natur rings um die Talsperre Malter. Sie hat damit gut zu tun, ihr Terminkalender ist voll. Normalerweise.

Aber seit Mitte März ist auch für Tina Pfannenberg, die in Hamburg ihr Handwerk gelernt hat, nichts mehr normal. Neugeborene kann sie nicht fotografieren, weil ihr der Zutritt zu den Krankenhäusern verwehrt ist. Kindergärten und Schulen sind dicht oder lassen niemanden rein. Jugendweihen und Konfirmationen sind abgesagt. Hochzeiten auch. Fast von einem Tag auf den anderen hatte sie einen leeren Terminkalender.

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Ruhig bleiben, hat sie sich gesagt, und bloß nicht den Kopf in den Sand stecken. Eine wichtige Lehre aus der Coronakrise hat sie schon gezogen: Sie muss sich breiter aufstellen. Sie bietet ihre Dienste nun auch Firmen an, aber sie muss sich da erst einen Namen machen. Sie fotografiert jetzt ab und zu eine Schwangere oder eine junge Mutter mit Kind. Mit Mundschutz natürlich, Desinfektionsmittel griffbereit und genügend Abstand. In der Natur sind solche Fotos problemlos möglich. Aber sie erreicht damit allenfalls zehn Prozent ihres bisherigen Umsatzes. Das reicht nicht hinten und nicht vorn.

In dieser schwierigen Lage hat ihr die Stiftung Lichtblick in dieser Woche mit einem Überbrückungsgeld von 500 Euro geholfen. „Das hat mich wahnsinnig gefreut. Ich finde es großartig, dass SZ-Leser jetzt Geld spenden und uneigennützig helfen. Dieses Geld hilft mir wieder ein Stück weiter. Danke, ich bin überwältigt!“ Sie denkt jetzt darüber nach, wie sie sich dafür revanchieren kann. Vielleicht wird sie selbst Geld für Lichtblick spenden, sobald das Geschäft wieder läuft.

Lieber keine schnellen Aufträge

Mit Spannung verfolgt Tina Pfannenberg die Lockerungsdebatte. Sie hofft darauf, dass möglichst bald wieder Feste stattfinden und sie normal arbeiten kann. Aber für eine Öffnung holterdiepolter ist sie nicht, auch wenn ihr das schneller Aufträge verschaffen würde. „Es bringt nichts, wenn der Virus bald wiederkommt. Wir sollten schon alle vorsichtig bleiben.“

Sie hofft darauf, dass ihr der nächste Termin am 13. Juni nicht abgesagt wird, eine Hochzeit. Ob das klappt Mitte Juni? Noch ist das unsicher. In den vergangenen Wochen wurden alle Feiern abgesagt. Manche Brautpaare verschieben die Eheschließung jetzt weit nach hinten, weil sie fürchten, dass die große Feier auch in den nächsten Monaten nicht stattfinden kann. Oder sie feiern nur im kleinen Kreis. Beide Varianten sind nicht gut fürs Fotogeschäft.

Gern denkt Tina Pfannenberg in diesen Tagen an die letzte Hochzeit, die sie fotografieren durfte. Ein nicht mehr ganz junges Paar tauschte im Dippser Standesamt die Ringe, anschließend wurden die Hochzeitsfotos im Nieselregen an der Talsperre Malter aufgenommen. „Sie waren so herrlich verliebt, sie spürten das Wetter gar nicht. Es war richtig schön.“ Aber dieser letzte Fotoauftrag zu einer Hochzeit war am 20. Februar. Lange her.

Trotz aller Unsicherheit hat sich Tina Pfannenberg vorgenommen, weiter positiv zu denken. Klar, sie hätte sich in dieser schwierigen Situation schon mehr staatliche Unterstützung gewünscht für die Selbstständigen. Aber sie will sich nicht beschweren. Sie setzt vielmehr darauf, dass alle bald wieder feiern wollen, manche vielleicht sogar abgesagte Feiern nachholen. Die Hochzeitssaison geht ja auch gerade erst los, die Schuleinführungen werden doch wohl im August stattfinden. Also, positiv denken.

Worauf sie sich sonst noch freut? Dass in absehbarer Zeit die erste Braut oder der erste Bräutigam bei ihr auftaucht, die oder den sie früher schon mal als Baby fotografiert hat.

Die Stiftung Lichtblick

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