merken
PLUS

Kamenz

Darf ich mein Enkelkind betreuen?

Die Kitas sind geschlossen. Eltern brauchen Hilfe, Großeltern sind verunsichert. Eine Kinderärztin aus Großröhrsdorf gibt Ratschläge.

Die Großröhrsdorf
Kinderärztin Annett Lösel bei der Arbeit
Die Großröhrsdorf Kinderärztin Annett Lösel bei der Arbeit © Matthias Schumann

Großröhrsdorf. Das Kind ist krank oder die Kita in der Sommerpause – Großeltern springen gern ein, kümmern sich um die Enkel und halten den eigenen Kindern den Rücken frei. Viele Großeltern sind jetzt aber verunsichert – angesichts der Corona-Krise. Auch eine Pulsnitzer Seniorin nach der Lektüre eines Zeitungstextes. Kitas und Schulen sind derzeit geschlossen, bis auf eine Notbetreuung. Zu lesen war nun von einer Oma, die sich um die Enkel kümmert, um die Kinder zu entlasten.

„Gerade die ältere Generation sollte doch aber vorsichtig sein, als besondere Riskiko-Gruppe“, sagte die Pulsnitzerin am SZ-Telefon. Mit Namen möchte sie nicht genannt werden. Soziale Kontakte seien doch in dieser Situation dringend zu meiden, gerade für Risiko-Gruppen. Sie wolle zwar helfen, sei in dieser angespannten Situation aber unsicher.

Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Kinderärztin Dr. Annett Lösel aus Großröhrsdorf sagt: „Zur Risikogruppe gehören Menschen ab 65 Jahren.“ Das sei auch so vom Robert-Koch-Institut definiert worden. So rät die Ärztin dringend, Kinder und Großeltern ab diesem Alter derzeit nicht zusammenzubringen oder die Enkel bei ihnen zu lassen.

Natürlich gebe es auch jüngere Großeltern. Dann könne man die Entscheidung durchaus abwägen. Es sei dabei aber zu beachten, ob möglicherweise Grunderkrankungen vorliegen, Lungenkrankheiten wie Asthma zum Beispiel. Dann sei es schon wieder kritisch. Dann sollte die Kinderpflege, egal in welchem Alter, nicht übernommen werden. Das Risiko sei zu groß. 

Denn Kinder erkrankten nicht so leicht an diesem Virus wie Senioren. Aber sie seien Überträger der Viruserkrankung, auch wenn eine Infektion gar nicht zu bemerken ist.  Oder sie haben nur sehr leichte Symptome, wenn Erwachsene längst mit Fieber im Bett liegt. Das Virus werde dennoch übertragen. Deshalb rät die Kinderärztin dringend dazu, die Einschränkungen beim Kontakt zu beherzigen. Für den Einzelfall könne sie natürlich keine Empfehlung geben, im Grunde seien alle aufgefordert,  Kontakte zu meiden und sich an die offiziellen Verfügungen zu halten.

Weniger Infekte

Dass die Schulen und Kitas geschlossen sind sie,  merkt die Ärztin auch in der eigenen Praxis. In den Kitas zum Beispiel kommen die Mädchen und Jungen mit vielen Keimen in Berührung. Viele Kinder genesen außerhalb der Einrichtungen. „Die allgemeinen Infekte sind zurückgegangen." Natürlich gebe es noch Erkältungen, Schnupfennasen und Gippeerkrankungen. Aber deutlich weniger Patienten, als sonst in dieser Jahreszeit, wenn Wartezimmer rappelvoll sitze. Es sei kein Vergleich.

Seit Montag gilt nun auch noch die Ausgangssperre, was sich ebenfalls auswirken könnte.  So warten Eltern  erst einmal ab, wie sich die Krankheit  entwickelt, wenn sie ohnehin Hause sind und behandeln das Kind daheim: "Das ist sinnvoll in dieser Situation", sagt die Kinderärztin.  

Coronafall gab es noch keinen in der Praxis. Vier Verdachtsfälle hat die Kinderärztin immerhin bisher untersucht. Alle Kinder waren zuvor in Risikogebieten wie Südtirol oder hatten entsprechenden Kontakt.  Husten und Fieber sind die wichtigsten Merkmale, die auf eine Corona-Infektion hindeuten können.   In diesen Fällen habe sie im Rachen oder der Nase mit einem Teststäbchen eine Probe genommen. Die komme in ein steriles Röhrchen und gehe dann zum  Labor.Die Proben seien aber zum Glück bisher negativ ausgefallen. 

Um die Ansteckungsgefahr mit Corona-Viren zu verringern, hat die Ärztin jetzt auch ihre Sprechstunden verändert.  Es gehe darum gesunde und kranke Kinder zu trennen. So werden akut erkrankte Kinder nur noch vormittags von 8 bis 12 Uhr behandelt. Am Nachmittag - Montag, Dienstag und Donnerstag – zwischen 15 und 18 Uhr sind dann Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen und Allergiebehandlungen dran. Auch das kann helfen, die Ausbreitung von Infektionen zu bremsen. 

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier. 

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier. 

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.