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Darf’s ein Kasper mehr sein?

Hohnstein hat für 10 000 Euro nützliche Kleinigkeiten angeschafft. Von dem Preisgeld des Wettbewerbs „Ab in die Mitte“ ist nun nicht mehr viel übrig.

© Daniel Förster

Von Anja Weber

Sandra Rölke aus Porschdorf steht das Kasperkostüm gut. Hand in Hand mit Hohnsteins hölzernem Markenzeichen wirbt das Mädchen für die Stadt. Und es soll noch mehr gekaspert werden. Das nächste Projekt wird schon vorbereitet.

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Diese Kreativität fürs Stadtleben wurde auch schon belohnt. Hohnstein hatte beim Wettbewerb „Ab in die Mitte“ ein Preisgeld von 10 000 Euro gewonnen. Das war zwar vor zwei Jahren. Doch von dem Geld kann die Stadt noch heute zehren. Inzwischen steht das letzte Vorhaben an. Die Ortseingänge sollen umgestaltet werden. Und dafür sollen sich jetzt auch die Hohnsteiner Einwohner in Bewegung setzen, denn ihre Meinung ist gefragt.

Ortseingänge umgestalten

Neben den schnöden gelben Ortseingangsschildern gibt es bereits drei größere Ortseingangstafeln mit der Aufschrift „Hohnstein grüßt seine Gäste“. Die sollen künftig um eine Kasperfigur ergänzt werden. Und diese Symbolik soll die Gäste ansprechen. So haben es die Stadträte festgelegt.

Inzwischen liegen drei Angebote vor. Das Material dabei ist unterschiedlich und reicht vom schwarzgestrichenen Edelstahl über buntes Styropor bis hin zu Sandstein. Die Einwohner sollen nun unter den drei Varianten die auswählen, die am ehesten zu Hohnstein passen würde.

Aus den Händen von Schmiedemeister Detlef Wächtler aus Rennersdorf-Neudörfel stammt bereits der Kasperkopf auf dem Max-Jacob-Theater. Wächtler schlägt vor, eine etwa einen Meter hohe flache Figur des Hohnsteiner Kaspers aus rostfreiem Edelstahl herzustellen. Der wird schwarz gestrichen und seitlich an die hölzernen Tafeln angeschraubt.

Bildhauer Jürgen Fleck aus Königstein schlägt eine einen Meter hohe Kasperfigur von Kopf bis Bauch vor. Die soll neben der Tafel aufgestellt und verankert werden. Die Skulpturen könnten aus Sandstein gefertigt werden. Allerdings müsste es dem Traditionsverein dann gelingen, die Sockelblöcke, die ebenfalls aus Sandstein sein müssten, selbst zu besorgen.

Die dritte Variante kommt ebenfalls von Jürgen Fleck. Der Kasperkörper wäre aus Styropor, der mit Kunstharz gegen Regen und Schnee versiegelt wird. Anschließend wird er mit den typischen Kasperfarben bemalt.

Die Stadtverwaltung hofft nun, dass sich viele Einwohner an der Suche nach der geeigneten Kasperfigur beteiligen und sich auf eine Variante festlegen. Danach erteilt die Stadt dann der entsprechenden Firma den Auftrag.

Stehen die drei neuen Kasperfiguren an den Ortseingängen, dürfte die Stadt auch das Preisgeld aufgebraucht haben. Bei der Edelstahlvariante könnte vielleicht noch etwas übrig bleiben. Auf jeden Fall, so hatten es die Stadträte festgelegt, darf die Summe von 10 000 Euro insgesamt für alle Maßnahmen nicht überschritten werden.

Ein Großteil allerdings ist schon weg. Die Stadt hat das Geld aber gut angelegt. So konnten von dem Preisgeld die offenen Rechnungen für den Patentanwalt bezahlt werden. Damit hat sich die Stadt den Markenschutz für den Hohnsteiner Kasper gesichert. Ein wichtiger Schritt. Denn in Hohnstein setzt man voll auf den Bekanntheitsgrad des kleinen Holzkopfes.

Mit neuen Souvenirs werben

Der Traditionsverein hat unterdessen weitere Souvenirs mit dem Kaspermotiv herausgegeben. Auch dafür wurde das Preisgeld eingesetzt. Die Vereinsmitglieder versprechen sich viel von Werbeartikeln und nehmen mit dem Verkauf wieder Geld ein. Sie wollen auf diese Weise in den Heimatorten der Touristen auf die Stadt aufmerksam machen. Und sie stehen sie nicht vor einem recht leeren Stand, wenn sie sich bei Festen oder Messen präsentieren.

So gibt es zum Beispiel einen Jahreskalender. Den hat Wolfgang Berger, der Schnitzer der Kasperpuppen, gestaltet. Er hat seine Puppen fotografiert. Doch es gibt noch mehr Souvenirs. Vereinsmitglied Birgit Großer aus Porschdorf hat Kaspermützen genäht. Auch deren Verkauf läuft gut. Darüber hinaus gibt es Puzzle mit dem Kasper und mit Hohnsteiner Motiven. Der Verein hat in einem Heft Spielideen mit Kasperpuppen zusammengefasst. Auf den Souvenir-Tassen finden sich Scherenschnitte. Es gibt auch entsprechende T-Shirts und sogar die traditionelle Kasperkleidung.

Vom Preisgeld finanziert wurde auch die Tafel am Max-Jacob-Theater. Sie wurde als Schaukasten gestaltet und kann von Hohnsteiner Vereinen für Werbezwecke genutzt werden. Auch dort kaspert es. Der Holzkopf wurde dafür als Relief abgebildet. Als letztes Vorhaben sollte von dem Preisgeld der Ankauf der Häuser Obere Straße 6 und 8 mitfinanziert werden. Das hatten die Stadträte aber abgelehnt. Das dafür vorgesehene Geld bleibt der Stadt als Reserve.