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Darum bleibt der Bahnübergang zu

Zwischen den Gleisen an der Muskauer Straße in Niesky werden ab 9. September die Betonplatten getauscht. Leicht ist die Aktion für die Bauleute nicht.

Noch hat Niesky die Bauarbeiten rund um die Elektrifizierung der Strecke Horka–Knappenrode nicht vollständig überstanden. Im September werden am Bahnübergang Muskauer Straße sämtliche Betonplatten ausgetauscht.
Noch hat Niesky die Bauarbeiten rund um die Elektrifizierung der Strecke Horka–Knappenrode nicht vollständig überstanden. Im September werden am Bahnübergang Muskauer Straße sämtliche Betonplatten ausgetauscht. © André Schulze

Wer vom Zinzendorfplatz stadtauswärts Richtung Rietschen fährt, merkt es: Beim Passieren der Gleise am Bahnübergang rumpelt es. Nicht schlimm, aber doch so stark, dass die Deutsche Bahn hier noch einmal Hand anlegt. Laut Projektmanager Ulrich Mölke wird der gesamte Abschnitt an der Muskauer Straße „neu ausgekleidet“ – zwischen den Schienen, auch außen und in Richtung Straße. Der Grund: „Die Gleise müssen gestopft werden. Sie sind jetzt schon eine ganze Weile in Betrieb, da setzt sich der Untergrund. Das müssen wir beheben.“ Dies sei ein ganz normaler Prozess und habe nichts mit Nacharbeit zu tun. Auf freier Strecke, so der Bahnmanager, merke man davon nichts. „Da fährt die Stopfmaschine drüber – und fertig ist die Sache.“ Im Bereich des Bahnhofes Niesky sei das Prozedere jedoch komplizierter. Allein am Bahnübergang lägen drei Gleise nebeneinander, darüber hinaus gebe es noch ein viertes Gleis.

Aufgrund der komplexen Ausgangslage wird der Übergang deshalb drei Wochen lang gesperrt. Vom 9. bis 28. September haben die von der DB Netz AG beauftragten Bautrupps hier das Sagen. Ulrich Mölke erklärt den Ablauf der Arbeiten: „Zuerst rücken die Bagger an, dann werden die aktuell vorhandenen Platten herausgehoben. Anschließend muss vermessen werden. Dann tritt die Stopfmaschine in Aktion.“ Die besondere Schwierigkeit dabei: „Der Bahnübergang ist von drei Weichen eingerahmt. Wir haben also nicht nur ein gerade verlaufendes Gleis, sondern auch ein abzweigendes. Hier müssen wir den Untergrund überlappend stopfen. Das ist im Gleisbau mit das Komplizierteste, was es gibt.“ Zudem bekommen die Platten neue Fundamente. Sie wurden zuvor in einem Betonwerk genau für diesen Bahnübergang und für die jeweilige Stelle individuell hergestellt. „Die Verkehrsdichte hier ist so hoch und damit auch die Beanspruchung. Fest steht: In den nächsten Jahren darf hier nichts wackeln“, erklärt der Bahnmanager den hohen Aufwand.

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Deshalb wird der Übergang in den drei September-Wochen komplett gesperrt und ist auch nicht für Fußgänger und Radfahrer nutzbar. Der Zugverkehr indes geht uneingeschränkt weiter – auch nachts. Eine Woche wird sogar unter Flutlicht gearbeitet. „Vom 16. bis 20. September müssen wir zwischen 22 und 6 Uhr ran. Das lässt sich bautechnologisch nicht anders regeln“, wirbt Mölke um Verständnis.

Sven Kubitz, bei der Stadt Niesky Ansprechpartner für die Deutsche Bahn, ist über die geplanten Aktionen informiert. „Die bisherigen Betonplatten waren nur Provisorien. Der Umleitungsverkehr durch die Stadt hat sie in den vergangenen Monaten stark beansprucht.“ Dies betreffe aber auch andere Stellen. Deshalb werde derzeit überlegt, die Entwässerungsrinne vor dem Stahlbau-Gleis während der Sperrung gleich mit zu erneuern. „Die hat sich zuletzt deutlich gesenkt“, begründet der bei der Stadt zuständige Mitarbeiter für die Straßenunterhaltung.

Dies bestätigt auch Dieter Peschel aus dem Landratsamt. „Zurzeit wird zwischen der Bahn und dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr noch geklärt, wer dafür zuständig ist“, erläutert der Leiter des Hoch- und Tiefbauamtes. Sollte es das Lasuv sein, werde die Straßenmeisterei des Landkreises die Arbeiten übernehmen und sie dann während der Sperrung im September ausführen.

Unterdessen steht auch der Bahnhof Niesky kurz vor der Fertigstellung. Hier musste das historische Bahnsteigdach der Elektrifizierung angepasst werden. „Damit niemand vom Bahnhofsgebäude über dieses Dach auf die Oberleitung klettern kann, haben wir eine rund einen Meter große Lücke geschaffen, die man erst einmal überwinden müsste“, erklärt Projektmanager Mölke. Im Moment gehe es noch um

den Korrosionsschutz der historischen Metallstützen. Die werden komplett eingehaust, sandgestrahlt und danach beschichtet.

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Darüber hinaus, informiert der Fachmann, würden derzeit Signale und Gleisschaltmittel geprüft, damit das Gleis 1 am sogenannten Hausbahnsteig am 29. Oktober technisch in Betrieb gehen könne. „Danach schließen sich Mess-, Test- und Probefahrten an. Zum Fahrplanwechsel im Dezember wollen wir dieses Gleis dann voll mit einbeziehen.“

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