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Darum gibt es kein Tempo 30 im Dorf

Die Einwohner von Hermsdorf am Wilisch wollten, dass der Verkehr langsamer rollt. Landratsamt und Polizei prüfen das, kommen aber zu einem anderen Schluss. 

Symbolbild
Symbolbild © SZ

Auf der maroden Ortsdurchfahrt von Hermsdorf am Wilisch, die Reinhardtsgrimma und Hirschbach mit der B 170 bei Karsdorf verbindet, wird weiterhin Tempo 50 gelten. 

Das sagte Ortsvorsteher Jörg Paulusch (CDU) auf SZ-Nachfrage.

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Damit ist eine Initiative der Bürger von Hermsdorf gescheitert. Sie sammelten Unterschriften im Dorf für eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde. „Sie begründeten das damit, dass viele Autofahrer sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten und es an einigen Stellen zu gefährlichen Situationen für Fußgänger gekommen sei“, erläuterte Paulusch. Denn die Ortsdurchfahrt ist an einer Stelle eng, zudem besitzt sie generell keinen Fußweg. Tempo 30 könnte den Verkehr beruhigen. Mitte Juli trafen sich Vertreter vom Landratsamt, der Polizei und der Stadt Glashütte mit den Initiatoren der Unterschriftensammlung. Dabei wurde ihnen erläutert, weshalb das Landratsamt ein Tempolimit ablehnt, so Paulusch.

Die Gründe kämen ihm bekannt vor, so der Ortsvorsteher. Denn in der Vergangenheit hatte der Ortschaftsrat bereits einen ähnlichen Antrag gestellt, der ebenfalls abgelehnt wurde. Das Landratsamt verwies auf eine Erhebung, die nach Eingang der Unterschriftensammlung vorgenommen wurde. Demnach fuhren in der Woche rund 4 350 Fahrzeuge durchs Dorf, täglich waren es um die 620. In Spitzenzeiten waren es 60 Fahrzeuge pro Stunde. Für das Landratsamt ist das eine „geringe Verkehrsbelastung“. Die gemessenen Geschwindigkeiten befanden sich laut Landratsamt „im unkritischen Bereich“. Demnach lag die durchschnittliche Geschwindigkeit von 85 Prozent der Fahrzeuge bei 56 Kilometer pro Stunde. Das sei im vertretbaren Rahmen, so das Amt. Die Polizei erklärte, dass es zwischen Anfang 2014 und Mitte 2019 keine geschwindigkeitsbedingten Unfälle auf der Ortsdurchfahrt gegeben habe.

Trotzdem soll es in Hermsdorf nicht alles beim alten bleiben. Das Landratsamt bat die Anwohner, ihre Autos nicht am Straßenrand zu parken, weil dadurch die Fußgänger gezwungen werden, auf die Straße auszuweichen. Zudem kündigte es an, das Anbringen des Verkehrschildes „Achtung Straßenschäden“ zu prüfen. Die Stadt wiederum wird ihr mobilen Geschwindigkeitsanzeigen temporär in Hermsdorf installieren. 

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