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Darum trainiert der DSC in Slowenien

Die Volleyballerinnen sind endlich komplett. Das nutzt Cheftrainer Alexander Waibl für ein fünftägiges Camp. Danach muss er erneut improvisieren.

Etwa so funktioniert Golf. Das lernten die DSC-Volleyballerinnen am Freitag. Bei einem Sponsorenturnier generierte der Klub 5.000 Euro, die in den Nachwuchs fließen.
Etwa so funktioniert Golf. Das lernten die DSC-Volleyballerinnen am Freitag. Bei einem Sponsorenturnier generierte der Klub 5.000 Euro, die in den Nachwuchs fließen. © Matthias Rietschel

Dresden. So langsam muss es sich auch für Alexander Waibl anfühlen wie echter Volleyball. Den ersten Teil der Vorbereitung auf die Anfang Oktober startende neue Saison der Volleyball-Bundesliga musste der Erfolgscoach nach seiner sportlich schwierigsten Saison aufgrund der parallel laufenden Europameisterschaft mit lediglich sechs Profis bestreiten – knapp der Hälfte des insgesamt 13-köpfigen Kaders.

Die EM ist seit Sonntag Geschichte – und das DSC-Team am Montag fast komplett beim Training versammelt gewesen. Die Finnin Piia Korhonen, die Kroatin Lucija Mlinar, die Slowakin Nikola Radosova und der kanadische Neuzugang Brie O’Reilly stießen ebenso zum fünffachen Meister wie die deutschen Nationalspielerinnen Lena Stigrot und Camilla Weitzel. Bislang halfen noch bis zu vier Talente vom eigenen Ausbildungsverein VC Olympia aus. Doch die Wochen der personellen Improvisation sind nun vorbei – zumindest weitestgehend. Am Dienstag flog die Mannschaft nach Graz, fuhr von dort die letzten Kilometer per Bus nach Maribor. Als einzige DSC-Spielerin reiste Kadie Rolfzen privat an. Ihr Bruder Ryan hat am Wochenende in den USA geheiratet. Das wollte die Schwester natürlich keinesfalls verpassen.

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In der zweitgrößten Stadt Sloweniens absolviert der Dresdner SC ein fünftägiges Trainingslager – auf Einladung des heimischen Vereins OK Nova KBM Branik Maribor – den Heimatverein von Mittelblockerin Sasa Planinsec, die bis zur vergangenen Saison zwei Jahre lang in Dresden spielte. Deren Schwester Mihaela arbeitet jetzt noch als Physiotherapeutin für Branik Maribor. Das heißt, der DSC muss nur für An- und Abreise aufkommen. Den großen Rest übernimmt der slowenische Meister.

„Der Kontakt ist über unseren ehemaligen Athletik-Trainer Goran Mladenic entstanden. Die Option für ein Trainingslager gab es schon länger“, erläutert DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann. Waibl wird mit seiner Mannschaft mehrere Einheiten mit Maribor gemeinsam abspulen und auch mehrere Test-Trainingspartien absolvieren.

Ein Talent vom VC Olympia Dresden hilft aus

Nach dem intensiven Aufenthalt in Slowenien muss Waibl allerdings schon wieder improvisieren. Dann muss die erst am vergangenen Freitag verpflichtete Zuspielerin Brie O’Reilly bereits am Sonntag zurück zu ihrer Nationalmannschaft, mit der sie sich auf die nordamerikanische Meisterschaft vorbereitet. „Brie wird uns deshalb auch für die ersten beiden Punktspiele fehlen“, sagte Waibl. Der 51-jährige wird deshalb für diesen Zeitraum Sarah Straube vom VC Olympia Dresden nach oben ziehen. „Ab dem 17. September wird sie uns für vier Wochen zur Verfügung stehen“, sagte der Trainer.

„Ich freue mich auf das nächste Kapitel – die nächste Saison mit dem DSC“, sagte die 19-jährige Camilla Weitzel, aus deutscher Sicht eine der Entdeckungen der EM. „Die ganzen neuen Spielerinnen kennenlernen und mal schauen, wie sich die Saison entwickelt“, erklärt die gebürtige Hamburgerin, die in Landau aufgewachsen ist. Das 1,95 Meter große Ausnahmetalent will sich nach Abschluss ihres Abiturs (1,0) im Mai nun zumindest in der nächsten Saison ausschließlich auf Volleyball konzentrieren. Weitzel, die bereits vor sechs Jahren nach Dresden zog und durch alle Altersklassen im DSC-Nachwuchs ging, gilt als eine der größten Hoffnungen im deutschen Volleyball.

Apropos DSC-Nachwuchs: Für den griffen die wenigen anwesenden DSC-Profivolleyballerinnen am Freitag bereits ausnahmsweise zum Golfschläger. Beim 2. DSC-Golfturnier auf der Anlage in Herzogswalde kamen am Ende stattliche 5.000 Euro zusammen, die komplett dem eigenen Nachwuchs zu Gute kommen sollen. „Das freut uns sehr und hilft uns extrem“, sagte DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann.

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