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Bautzen

Darum war die Löbauer Straße stundenlang dicht

In Bautzen brach ein Sattelschlepper zusammen. Die Bergung der tonnenschweren Fracht gestaltete sich schwierig.

Ein Kran für die schwere Fracht: Auf der Löbauer Straße in Bautzen musste gestern ein Sattelschlepper geborgen werden. Der Fahrer hatte am Morgen an einer Fußgängerampel gebremst. Daraufhin löste sich der Anhänger und die Fracht krachte auf die Straße.
Ein Kran für die schwere Fracht: Auf der Löbauer Straße in Bautzen musste gestern ein Sattelschlepper geborgen werden. Der Fahrer hatte am Morgen an einer Fußgängerampel gebremst. Daraufhin löste sich der Anhänger und die Fracht krachte auf die Straße. © Danilo Dittrich

Bautzen. Am Morgen saß er noch hinterm Steuer, jetzt steht der Mann neben seinem Fahrzeug. Er muss zusehen, wie die Polizisten seinen Sattelschlepper mit einem Absperrband umgrenzen, wie der Abschleppdienst einen Kran aufbaut. Eines ist klar: Seine lange Reise, sie findet hier, an der Löbauer Straße ein abruptes Ende.

Dabei war das Ziel für den 57-Jährigen eigentlich schon zum Greifen nah. Die Fracht stammt aus der Türkei, sie wurde verschifft und nach Frankreich gebracht. Dort übernahm der Fahrer den Sattelschlepper. Hunderte Kilometer legte er zurück. Alles verlief reibungslos. Bis er am Dienstag gegen 7.30 Uhr nach Bautzen kam. Nach ersten Informationen der Polizei befuhr der Mann die Löbauer Straße stadtauswärts. Kurz nach der Kreuzung zur Paul-Neck-Straße bremste er an einer Fußgängerampel. Das hatte Folgen. An einem mit langen Stahlträgern beladenen Sattelschlepper brach eine Hängergabel. Daraufhin löste sich der Anhänger und die tonnenschweren Streben knallten auf die Fahrbahn. Verletzt wurde niemand.

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Nun, drei Stunden später, liegen die Stahlträger immer noch dort. Inzwischen hat die Polizei reagiert. Die Löbauer Straße haben die Beamten zwischen der Paul-Neck-Straße und der Weißenberger Straße gesperrt. An den Kreuzungen stehen sie mit ihren Polizeiautos und regeln den Verkehr. Wie lange die Bergung des Sattelschleppers noch dauert, und wann die Strecke wieder freigegeben wird, das kann am Vormittag noch keiner sagen.

Ein technischer Defekt?

Und noch eine Frage bleibt offen. Wie konnte es zum Unfall kommen? War der Sattelschlepper mit dem türkischen Kennzeichen technisch nicht richtig in Ordnung? „Die Unfallursache muss erst noch ermittelt werden“, erklärt Philipp Marko, Sprecher der Polizeidirektion Görlitz.

Während hinter dem Absperrband die Polizisten miteinander diskutieren, hat sich davor eine kleine Menschentraube gebildet. Eine Familie mit Kinderwagen, eine Frau mit Fahrrad – sie alle wollen sehen, wie es weitergeht. Einer, der es ihnen sagen könnte, ist Martin Nerger. Der Mitarbeiter der Firma Dussa, einem Abschleppdienst aus Markersdorf, ist vor Ort für den Einsatz zuständig. „Das ist schon eine Besonderheit“, sagt er. Mehrere Stunden könne der Einsatz dauern. Schwierig sei die Bergung vor allem aus zwei Gründen.

Der Abschleppdienst hat nicht viel Platz, weil sich der Unfall nahe einer Fußgängerampel ereignete. Außerdem ist die Fracht extrem schwer. „Ein Gestell wiegt knapp neun Tonnen“, erklärt Nerger. Drei davon hatte der Sattelschlepper geladen. Ein großer Kran ist notwendig, um die Fracht überhaupt bewegen zu können. Und es könne auch nicht alles auf einmal transportiert werden, erklärt Nerger.

Am Abend war die Straße wieder frei

Zunächst wolle man zwei Gestelle aufladen und wegbringen. Im Anschluss könne das dritte Gestell aufgeladen werden. Zum Schluss muss auch noch der Anhänger verladen und vom Abschleppdienst abtransportiert werden. Damit das alles funktioniert, wird der Kran noch einmal ab- und an einer anderen Stelle wieder aufgebaut werden, so der Experte.

Wie viel die in Bautzen gestrandete Fracht wert ist, können die Politzisten am Unfallort nicht sagen. Wohl aber, wem sie gehört. Die Stahlteile sollten eigentlich zum Waggonbau Niesky gebracht werden. Dessen Geschäftsführer, Matúš Babík, bestätigt das. Und er sagt, um was es sich handelt: „Das sind Untergestelle von Waggons, die wir hier für die Produktion brauchen.“

Um die Folgen des Unfalls müsse sich allein der Zulieferer kümmern, erklärt der Waggonbau-Chef weiter. Dass die Lieferung nicht rechtzeitig ankommt, stelle seine Firma vor Probleme, meint er. Spätestens in ein oder zwei Tagen müssten die Gestelle in Niesky angekommen sein, damit sich die Produktion nicht zu sehr verzögert. – Zumindest die Stadt Bautzen konnten die schweren Stahlteile noch am Dienstag wieder verlassen. Gegen 18.30 Uhr konnte die Sperrung der Löbauer Straße wieder freigegeben werden. Die Straße war also am Abend wieder in beide Richtungen befahrbar.

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