merken
PLUS

Hoyerswerda

Das 26. Steinitzer Pfingstfest ist abgesagt

Eines der beliebtesten Volksfeste der Region darf wegen Corona nicht stattfinden.

Beim Steinitzer Pfingstfest standen immer hochkarätige Künstler auf der Bühne. 2014 war es die Band Madsen.
Beim Steinitzer Pfingstfest standen immer hochkarätige Künstler auf der Bühne. 2014 war es die Band Madsen. © Foto: Gernot Menzel

Von Andreas Kirschke

Steinitz. In Zeiten der Corona-Pandemie müssen beliebte Volksfeste, Festivals und Kulturtage ausfallen. Dazu gehört auch das in der gesamten Region bekannte Steinitzer Pfingstfest. Vom 28. Mai bis zum 1. Juni hatte es stattfinden sollen.

Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Schon Goethe wusste: Essen soll zuerst das Auge erfassen und dann den Magen. Das gelingt besonders gut in einer schicken neuen Küche. Jetzt zum Küchen-Profi-Center Hülsbusch und sich beraten lassen.

Zu viele offene Fragen

„Wir haben uns schon lange und intensiv damit beschäftigt. Uns blieb am Ende keine andere Wahl“, bedauert Steffen Münster, Vorsitzender des organisierenden Vereins Steinitzer Jugend e. V. und zugleich Gemeinderat in Lohsa die jetzt erfolgte Absage. Von Seiten der Behörden stand keine Genehmigung in Aussicht. Es gab viele offene Fragen: Wie viele Besucher würden sich ansammeln? Mit welchen Auflagen ist zu rechnen? „Das alles zusammen und die Gefahr massiver Einbußen haben uns gezwungen, das Pfingstfest abzusagen und somit auch größeren Schaden vom Verein abzuwenden“, sagt der Vorsitzende. Erfahrungsgemäß ist zum Pfingstfest schon Freitagabend mit großem Ansturm zu rechnen. Auf Grund der Unsicherheit war keine Werbung für das Fest möglich. Die Absage, so Steffen Münster, schmerzt sehr. 

Gut aufgestellt – aber Verluste

Aufgrund der Größe des Festes und mehrerer weiterer Aktivitäten wie der Teilnahme am Wittichenauer Rosenmontags-Umzug sowie der Organisation von Ausfahrten und Ausflügen ist der Verein nicht zuletzt finanziell gut aufgestellt, unterstreicht der Vorsitzende. Wichtige Einnahmen fallen jedoch jetzt weg. Die jährlichen Aktivitäten und die Bezahlung des durch den Verein beauftragten Steuerbüros sind pro Jahr mit Kosten in vierstelliger Höhe verbunden. „Diese Kosten wurden natürlich immer durch das Pfingstfest mit finanziert“, sagt der Vorsitzende und fügt hinzu: „Auch ein weiteres Projekt im Bereich Jugendclub, welches von der Deutschen Kinder- und Jugendhilfe zu 50 Prozent gefördert wird, mussten wir leider absagen. Über Ausflüge und Unternehmungen werden wir noch entscheiden. Dabei steht die Gesundheit unserer Vereinsmitglieder und Gäste im Vordergrund.“ Die Höhe der Einbußen durch die Absage des Pfingstfestes ist noch nicht vollends bekannt. Der Verein Steinitzer Jugend hat jetzt mit allen gebuchten Künstlern und Partnern eine Verschiebung der Verträge auf 2021 vereinbart. Das war dem Verein wichtig, bekräftigt Steffen Münster. Es ist auch nur fair den Künstlern und Partnern gegenüber, die ebenfalls finanzielle Einbußen haben.

Für Vereine wird es jetzt ganz schwer

Aus Gesprächen mit anderen Vereinen weiß er um die oftmals gravierenden Nachwuchsprobleme, die in Steinitz noch nicht der Fall sind. „Wenn jetzt für Vereine noch finanzielle Sorgen auf Grund verordneter Nichtaktivität hinzukommen, wird es einige Vereine ganz schwer treffen – bis hin zur Auflösung“, befürchtet er. „Als Gemeinderat weiß ich natürlich, dass den Kommunen oft Mittel fehlen, um die Vereine zu unterstützen. In meinen Augen sind vor allem Land und Bund jetzt gefordert. Sie sollten die betroffenen Vereine unterstützen, natürlich auch finanziell. Es soll und muss nach der Krise mit dem kulturellen, sportlichen und sozialen Zusammenleben und Zusammenhalt weitergehen. Genau unsere Vereine sind ein Garant dafür.“

Mehr zum Thema Hoyerswerda