merken
PLUS

Bautzen

Das ändert sich jetzt in den Apotheken

Viele Einrichtungen im Kreis Bautzen treffen zusätzliche Maßnahmen zum Schutz vor Corona. Bei einigen hat das auch Auswirkungen auf die Öffnungszeiten.

Auch in der Sonnen-Apotheke in Bischofswerda sind Kunden und Personal – im Bild Gülsah Bastimar – jetzt durch Scheiben voneinander getrennt.
Auch in der Sonnen-Apotheke in Bischofswerda sind Kunden und Personal – im Bild Gülsah Bastimar – jetzt durch Scheiben voneinander getrennt. © Steffen Unger

Bautzen/Bischofswerda/Kamenz. Plexiglasscheiben am Verkaufstresen, Abstandsmarkierungen auf dem Fußboden, Mitarbeiter mit Mundschutz – zahlreiche  Apotheken im Landkreis Bautzen treffen jetzt zusätzliche Vorkehrungen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern und zugleich ihre eigene Arbeitsfähigkeit zu sichern. Bei einigen hat das auch Auswirkungen auf die Öffnungszeiten.

In der Apotheke im Bautzener Kornmarkt-Center trennt jetzt Plexiglas in Kopfhöhe die Verkäufer von den Kunden. Außerdem hat das Team von Apothekerin Gabriele Horler Abstandshalter aufgestellt. Und ein Security-Mann achtet am Eingang darauf, dass die Kunden einzeln und in gebotenem Abstand in die Apotheke gehen. Die Öffnungszeiten wurden um zwei Stunden pro Tag reduziert: Montags bis freitags schließt die Apotheke jetzt schon um 18 Uhr, sonnabends um 14 Uhr.

Reppe & Partner Immobilien

Bietet Ihnen das komplette Rundum-sorglos-Paket für Ihr Immobilieneigentum.

Getrennte Teams gebildet

Auch in der Stadt-Apotheke Bischofswerda gelten neue Öffnungszeiten. Der Grund dafür: Um handlungsfähig zu bleiben, auch für den Fall, das ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wird, bedienen ab Mittwoch zwei voneinander unabhängige Teams, die untereinander jeden persönlichen Kontakt vermeiden, die Kunden.

Inhaber Rainer Klotsche: „Wir haben zum Glück noch eine komfortable Mitarbeiterbesetzung. Durch das Anbringen von Acrylschutzwänden und weitere Maßnahmen haben wir den Mitarbeiter- und Patientenschutz weiter verbessert. Das alles kann aber nicht verhindern, dass Mitarbeiter sich auch über andere Infektionswege infizieren können. Ein einziger Mitarbeiter kann somit zum zeitweisen Ausfall des gesamten Apotheken-Teams führen.“

Um dieser Gefahr vorzubeugen, werden ab Mittwoch jeweils nur drei Beschäftigte gleichzeitig in der Apotheke Dienst tun. Dafür müssen die Öffnungszeiten reduziert werden. Die Apotheke am Schiebocker Markt ist vorübergehend montags bis freitags 9 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr und sonnabends von 9 bis 12 Uhr offen.

Die anderen beiden Bischofswerdaer Apotheken halten an ihren bisherigen Öffnungszeiten fest. „Der Andrang der Kunden ist nach wie vor enorm“, sagte Cordula Grüber, Inhaberin der Sonnen-Apotheke. Riko Kliemann, Chef der Regenbogen-Apotheke, erwartet, dass sich die Lage demnächst etwas entspannen könnte. „80 Prozent unseres Umsatzes sind Rezepte. Viele Menschen gehen jetzt nicht mehr zum Arzt aus Angst, sich anstecken zu können“, sagte er. Weniger Arztbesuche hätten auch weniger Kunden in der Apotheke zur Folge.

Einzeln in den Verkaufsraum

In der Gesundbrunnen-Apotheke in Bautzen müssen die Kunden den Verkaufsraum jetzt einzeln betreten, berichtet Inhaberin Regina Wirth. „Lange Schlangen an den Verkaufsständen, wie noch vergangene Woche üblich, gibt es nicht mehr.“ Die Kunden verstünden das auch. Und kommt beim Verkaufsgespräch doch mal versehentlich jemand etwas näher als anderthalb Meter, wird sie oder er freundlich darauf hingewiesen. 

Öffnungszeiten gekürzt oder Plexiglas eingebaut hat das Team der Stadtapotheke am Bautzener Hauptmarkt nicht, sagt Inhaberin Sylvia Janze. „Aber wenn Kunden zu fünft reinkommen, sterben wir nicht an Herzdrücken und sagen schon mal, dass das jetzt nicht sein muss.“ Die Leute hätten dann auch Verständnis. „Das klappt ganz gut“, findet Sylvia Janze.

Aktionen abgesagt

Die Neue Apotheke in Wilthen fährt das ganze Programm: Plexiglas vor den Köpfen, Markierungen auf dem Fußboden und Aufsteller mit unüberlesbaren Hinweisen. Und die Mitarbeiter tragen Handschuhe. Außerdem gönnt sich das Team um Frank Kupka jetzt eine zweistündige Mittagspause – aber nur, um in dieser Zeit all das aufzuarbeiten, was während der Öffnungszeiten liegen bleibt.

Auch in der Aesculap-Apotheke in Neschwitz trennt jetzt Plexiglas Verkäuferinnen und Kunden. Zudem tragen die Mitarbeiter nun Mundschutz. Und es steht Desinfektionsmittel für die Hände bereit, berichtet Anita Knies.

Durch Scheiben voneinander getrennt sind auch Personal und Kunden in der Kamenzer Stadtapotheke. „Zum gegenseitigen Schutz“, sagt Apotheker Karsten Drobny. Die Löwenabotheke in Pulsnitz weist Kunden darauf hin, dass nicht mehr als drei Kunden gleichzeitig das Geschäft betreten sollen. Die Elefantenapotheke in Großröhrsdorf und Radeberg sagt alle bis Ende April geplanten Aktionen ab. Davon betroffen sind die Inkontinenz-Aktionstage, die Haustier-Aktionstage sowie die Oster-Malaktion.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.