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Bautzen

Warum sich jetzt für Bahnkunden viel ändert

Der neue Fahrplan verspricht bessere Anschlüsse an Fernzüge. Das hat Folgen für die Pendler in der Oberlausitz.

Ein Fahrgast informiert sich in Bautzen auf seinem Tablet über die nächsten Reisemöglichkeiten. Ab 15. Dezember kann er da noch öfter hinschauen.
Ein Fahrgast informiert sich in Bautzen auf seinem Tablet über die nächsten Reisemöglichkeiten. Ab 15. Dezember kann er da noch öfter hinschauen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. In gut zwei Wochen tritt der neue Fahrplan in Kraft. In den vergangenen Jahren gab es da stets nur wenig Änderungen – mal fuhr ein Zug fünf Minuten früher als vorher, mal zehn Minuten später. Doch der diesjährige Wechsel am 15. Dezember wirbelt den Fahrplan kräftig durcheinander. Das hat vor allem drei Gründe.

Der erste Grund: Die Verkehrsverbünde Oberelbe (VVO) und Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon) wollen für günstigere Anschlussverbindungen an den Fernverkehr in Dresden sorgen. Also für kürzere Umsteigezeiten zu Fernzügen, vor allem von und nach Berlin, Leipzig und Prag. Diese Veränderungen werden Reisende erst ab Mai 2020 spüren, bis dahin beißen am Gleisnetz in und um Dresden noch die Bagger ins Erdreich.

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Mehr Züge zwischen Dresden und Görlitz

Der zweite Grund: Der Zvon schickt mehr Züge auf die Strecke zwischen Dresden und Görlitz. Das kann der Verkehrsverbund, weil er mit dem Streckenbetreiber Länderbahn einen günstigeren Verkehrsvertrag ausgehandelt hat. Zurzeit fahren täglich bis zu neun Regionalexpresszüge in jede Richtung. Ab dem Fahrplanwechsel wird es montags bis freitags täglich 17 Regionalexpress-Verbindungen zwischen Elbe und Neiße geben, einige davon mit Umsteigen in Bischofswerda. Einige Verdichtungszüge zwischen Görlitz und Bischofswerda halten nicht mehr, wie jetzt, auf jedem Bahnhof, sondern als Regionalexpress unterwegs nur noch in Löbau und Bautzen. Ein bisheriges Angebot bleibt unverändert: Jeden Tag pendeln 18 Regionalbahnen zwischen Dresden und Görlitz. Sie stoppen unterwegs an jedem Haltepunkt. Zvon-Geschäftsführer Hans-Jürgen Pfeiffer fasst den künftigen Verkehr zwischen Dresden und Görlitz so zusammen: „Wir haben für die Fahrgäste das derzeit machbare Maximum erreicht. Mit mehr Zuschüssen geht natürlich immer noch mehr.“

Der dritte Grund, der den Fahrplan durcheinanderwirbelt: Der Bahnhof Zittau wird zum sogenannten Null-Knoten. Das heißt, dass alle Züge kurz vor der vollen Stunde Zittau erreichen und wenige Minuten später wieder abfahren. Damit ändern sich auch die Abfahrtszeiten überall dort, wo diese Züge halten – etwa in Wilthen, Neukirch und Bischofswerda. Die Zahl der Züge verändert sich nicht. Wie bisher fahren im stündlichen Wechsel Regionalexpresszüge und Regionalbahnen.

Die veränderten Abfahrtszeiten auf den Strecken Dresden – Görlitz und Dresden – Zittau bringen auch die Züge zwischen der Landeshauptstadt und Kamenz aus dem bisherigen Takt. Doch der neue Fahrplan hat für Reisende ab Kamenz einen gewissen Charme. Sie müssen sich nur noch merken, dass die Züge immer Punkt halb losfahren sollen – abgesehen vom ersten Frühzug kurz nach 4 Uhr. Für die anderen Bahnstrecken ergibt sich kein so leicht zu merkender Takt. Das liegt daran, dass Regionalexpresszüge und Regionalbahnen unterschiedlich lange unterwegs sind.

Mehr Züge nach Breslau

Eine Veränderung gibt es für Reisen nach Breslau. Zurzeit müssen Fahrgäste auf dem Bahnhof Wegliniec (Kohlfurt) umsteigen. Dort enden und beginnen die deutschen Dieseltriebzüge von und nach Dresden. Zwischen Wegliniec und Breslau pendeln moderne Elektrozüge. Ab Dezember wird die Grenzstadt Zgorzelec zur Umsteigestation. Wie Hans-Jürgen Pfeiffer am Donnerstag die Zvon-Verbandsversammlung informierte, pendeln dann täglich bis zu elf statt bisher drei deutsche Regionalexpresszüge über die Neißebrücke. In Zgorzelec haben Reisende dann Anschluss an polnische Nahverkehrszüge, beispielsweise nach Breslau, Jelenia Gora (Hirschberg) und Zielona Gora (Grünberg). Sobald demnächst der polnische Fahrdraht bis nach Zgorzelec reicht, geht es von da aus noch schneller nach Breslau und zurück.

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Nicht nur auf den Schienen ändert sich einiges am 15. Dezember, auch beim Busverkehr gibt es Neuigkeiten. Im Landkreis Bautzen werden die ersten vier Plusbus-Linien eingeführt. Sie verkehren an Wochentagen zwischen 5 und 21 Uhr stündlich von Bautzen nach Wilthen/Oppach, Kamenz und Sohland/Wehrsdorf sowie von Radeberg nach Bischofswerda und zurück mit Anschlüssen an den Schienenverkehr. Zum Schuljahresbeginn im Sommer 2020 sollen Plusbusse dann auch zwischen der Kreisstadt und Weißenberg sowie von Bautzen über Großpostwitz nach Oppach pendeln.

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