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Das also war das Wetter 2008 im Raum Kamenz

Das Jahr 2008 war wie seine Vorgänger zu warm. Mit 10.0°C war Jahresüberschuss von 1.3 Kelvin zu verzeichnen. Damit belegt 2008 den 3. Platz nach 2000 und 2007. Zum Überschuss beigetragen hat vor allem die 1. Jahreshälfte.

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Von Jens Tischer

Das Jahr 2008 war wie seine Vorgänger zu warm. Mit 10.0°C war Jahresüberschuss von 1.3 Kelvin zu verzeichnen. Damit belegt 2008 den 3. Platz nach 2000 und 2007. Zum Überschuss beigetragen hat vor allem die 1. Jahreshälfte. Extrem mild waren der Januar, Februar und der Mai. Etwas zu kühl war nur der September und Oktober.

Die Höchsttemperatur fiel auf den 3. Juli mit 33.3°C. Der extrem milde Winter erlaubte dagegen nur ein relativ laues Minimum von -7.8°C, gemessen am 4. Januar. Dies hatte auch zur Folge, dass ein Defizit an Eistagen zu verzeichnen war – nur 11 statt der üblichen 25. Davon hatte der Wintermonat Januar nur 3 Tage, die restlichen 8 fielen erst auf den November, Dezember.

Der Hochsommer verlief eher wechselhaft, die Sommertage, also an denen mindestens 25°C erreicht werden, lagen mit 42 genau im durchschnittlichen Bereich, heiße Tage, also 30°C und mehr, gab es vier mehr, als wir erwarten dürfen.

Die jährliche Niederschlagsmenge lag 2008 über dem Mittel. Mit 778 mm schloss das Jahr mit einem Überschuss von 58 mm ab. Jedoch ergaben sich in einzelnen Monaten erhebliche Unterschiede. Die höchste Niederschlagsmenge fiel dieses Mal auf Ende Oktober und brachte 38 l/m². Erwähnenswert war noch die kurze aber intensive Winterepisode Ende November. So konnte mit 17 cm Schneehöhe der alte Rekordwert vom November 1993 überboten werden.

Nebel trat nur an 28 Tagen auf, das sind 12 weniger als sonst. Vor allem Anfang November beherrschte eine mehrtägige Nebelperiode Kamenz und die Gebiete östlich davon, während Pulsnitz und die Gebiete westlich dank der Bergkette viel Sonne genießen konnten. Gewitter gab es auch 2008 reichlich. An 35 Tagen war in der näheren Umgebung Blitz und Donner zu verzeichnen. Kräftig fielen sie am 23. Juni mit vielen Naheinschlägen und 11. Juli aus. Zwei Sturmtiefs brachten im März einige Schäden. Am 1. März schaffte es „Emma“ auf 110 km/h, „Fee“ am nächsten Tag noch auf 98 km/h.

Die Sonne leistete recht durchschnittliche Arbeit. Sonnenscheinreiche Monate waren der Februar, Mai und Juni mit je über 250 Stunden, grau dagegen der November und Dezember mit je 37 Stunden.

Januar: Temperatur 3.5°C (+4.0 K), Niederschlag 83 mm (+31), Sonne 59 Std. (+9)

Der Januar 2008 war wie sein Vorjahresmonat einer der mildesten seit Messbeginn. Anfangs war es noch relativ frisch, dann aber mit Tiefdruckgebieten und Südwestwinden sehr mild. Am 19. gab es 13°C aber auch 21 mm Regen, es gab nur anfangs eine hauchdünne Schneedecke von 2cm.

Februar: 4.7°C (+4.5 K), 39 mm (-5), 91 Std. (+20)

Extrem mild und rekordverdächtig. Nur zur Monatsmitte vorübergehend kälter mit ausgesprochen kräftigem Hoch von 1048 hPa. Dann wieder Zufuhr warmer Luft mit extremem Höchstwert von 19.1°C am 24. ! Der alte Rekord von knapp 20°C (1990) wurde knapp verfehlt. So begannen bereits Forsythien, Weidenkätzchen zu blühen, Bienen und Schmetterlinge schwirrten umher. Die Natur war fast 6 Wochen voraus.

März: 4.6°C (+0.7 K), 79 mm (+28), 98 Std. (-11)

Sehr wechselhafter Monat und sogar etwas kühler als der Februar. An 24 Tagen trat Niederschlag auf. Zum Monatsbeginn stürmisch: Emma mit 110 km/h und Fee mit 98 km/h sorgen erneut für Schäden. Am 11. volle Blüte der Forsythien-früh wie noch nie in den letzten Jahrzehnten. Zu Ostern war es winterlich und es gab sogar eine dünne Schneedecke. Bis Monatsende dann aber Milderung bis 17°C am 31.

April: 8.2°C (+0.5 K), 90 mm (+37), 107 Std. (-37)

Erstmals seit vielen Jahren wieder ein zu nasser April ! Immer wieder gab es Regen und Schauer, teils mit Graupel und Schnee, insgesamt recht temperaturnormal. Bemerkenswert war ein jahreszeitlich so früher, sommerlich anmutender Gewitterdurchgang am 11. Neben zahlreichen Blitzen und Donnergrollen sackte die Temperatur von 15°C bis zum 12. morgens auf 0°C ab und es gab sogar kurzzeitig eine dünne Schneedecke.

Mai: 14.5°C (+1.5 K), 21 mm (-42), 260 Std. (+60)

Ein Wonnemonat wie er im Buche steht, dazu sehr warm mit Höhepunkt von 30.1°C am 31. Es überwog sehr sonniges Wetter, was sich in einer ausgesprochen hohen Sonnenmonatssumme bemerkbar machte. Dafür fiel auch viel zu wenig Regen, so dass bereits zum Monatsende das Futterwachstum ins stocken kam und in der Landwirtschaft großeProbleme bei der Saat auftraten. Hitzegewitter verfehlten die Kreisstadt.

Juni: 18.0°C (+2.0 K), 46 mm (-27), 250 Std. (+53)

Es sollte der Hochsommermonat 2008 werden. Neben hoher Sonnenscheindauer auch übernormale Temperaturen und besonders bis zur Monatsmitte sehr trocken, worunter die Natur zu leiden hatte und Getreide notreifte. Kirschernte etwa 4 Wochen eher als sonst. Nach Hitze mit 31°C am 22. folgte am 23. morgens ein starkes Gewitter, das auch im Kamenzer Rathaus Schäden hinterließ. Am 25. erneut starke Gewitter, 50mm um Bernsdorf.

Juli: 18.8°C (+0.7 K), 67 mm (-19), 204 Std. (+4)

Ein vollkommen normaler Sommermonat. Auf Grund der Wechselhaftigkeit wurde er von vielen als schlechter empfunden als er war. Am 3. mit 33°C der wärmste Tag des Jahres. Eine sogenannte Superzelle (erhöhtes Tornadopotenzial durch Rotation) am 10. löste sich kurz vor Kamenz auf, am 11. folgten weitere Gewitter mit einer starken Spitzenböe von 98 km/h. Am 13. mit nur 16°C sehr frisch, in der letzten Dekade Trend zu warmem und sonnigem Wetter.

August: 18.4°C (+0.7 K), 107 mm (+33), 183 Std. (-12)

Sehr ausgeglichener Monatsverlauf, insgesamt also wechselhaft. Am 1. mit 33°C heiß. Die Natur atmete dank der ergiebigeren Gewitterschauer wieder auf. Erste Apfelbäume brachen unter der Last ihres Fruchtreichtums zusammen.

September: 12.9°C (-0.9 K), 53 mm (-3), 116 Std. (-29)

Der erste etwas zu kalte Monat. Zunächst noch sehr sommerlich und schön, dann folgte am 12., verursacht durch ungewöhnliche Ostlage, ein jäher Absturz in den Herbst. Viele graue Tage sowie für September kalte Temperaturen von 10 bis 15°C mussten Mensch, Tier und Vegetation über sich ergehen lassen. Die massenhaft an den Bäumen hängenden Äpfel reiften nur noch spärlich und hier und da trat schon leichte Laubfärbung ein.

Oktober: 9.3°C (-0.1 K), 97 mm (+46), 135 Std. (+16)

Insgesamt temperaturnormal. Die Sonne hatte auch ihre Chancen. In der 1. und 2. Dekade fiel mit jeweils ca. 12 mm nicht viel Niederschlag. Den Löwenanteil der Monatssumme von 97 mm brachten die Tiefs vom 27. bis 30. – mit über 55 mm und es verirrte sich sogar schon mal eine Schneeflocke in unsere Bergregionen.

November: 4.9°C (+0.8 K), 38 mm (-19), 38 Std. (-18)

Seinem Ruf als grauer Monat machte er alle Ehre. Erst am 9. bekamen die Lessingstädter die Sonne zu sehen. Eine dicke Nebelsuppe lag zu Beginn des Monats in der Region, in Pulsnitz dagegen eitel Sonnenschein. Um den 10. freundliches und nochmals mildes Herbstwetter. Der erste große Wintereinbruch folgte am 21. mit stärkeren Schneefällen. Am 23. hüllten sogar 17 cm der weißen Pracht die Region in ein Wintermärchen.

Dezember: 1.6°C (+0.8 K), 59 mm (-6), 36 Std. (-6)

Typischer Frühwintermonat. Insgesamt zunächst etwas zu mild. Vom 10. bis 20. hatte die Sonne keine Chance die Wolkendecke zu durchdringen. Am 11. und 12. fällt Nassschnee, der die Bäume in herrliches weiß taucht, aber auch viele Äste herunterbrechen ließ. Weihnachten war schneelos, aber in Verbindung mit einem über 1040 hPa-Hoch auch recht kalt. Bis zum Monatsende dann ruhiges Wetter mit Kahlfrost, der sich immer tiefer in den Boden vorarbeitete.

www.kamenz-wetter.de