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Das alte Betonwerk wird abgerissen

Für 1,1 Millionen Euro verschwindet die Brachean der Strehlener Straße. Dafür entsteht ein provisorischer Parkplatz.

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Von Stefan Rössel

Das Ruinengelände des ehemaligen Betonwerks in der Strehlener Straße soll nun doch abgerissen werden. Dafür ist aber kein Super-Parkplatz für das Glücksgas-Stadion an der Lennéstraße geplant, sondern nur eine provisorische Parkfläche. Die könnte später zu einem neuen Gewerbegebiet weiterentwickelt werden. Gestern bewilligte der Finanzausschuss des Stadtrats außerplanmäßig 1,1 Millionen Euro für die damit verbundene Teilsanierung des Geländes.

In dem alten Betonwerk wurden zur DDR-Zeit unter anderem Nasszellen für Plattenbauten hergestellt. Seit 20 Jahren ist es zu einem Ruinengelände verkommen. Zum Teil herrscht Einsturzgefahr, und stellenweise sind bereits Decken heruntergebrochen, wie Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) in der Begründung des Antrags ausführt.

Vor allem hat sich die fast zwei Hektar große Ruinenlandschaft zu einem Paradies für wilde Sprayer entwickelt, die sich an den Wänden austoben. Davon lassen sie sich auch nicht durch die regelmäßige Kontrolle und Erneuerung der Einzäunung abschrecken, wie die vielen Wandbilder beweisen.

Über das Gelände war schon zwei Jahre lang gestritten worden. Zunächst war es vorrangig um den Bau von Parkplätzen für das Stadion gegangen, zu dem die Stadt durch die Baugenehmigung verpflichtet ist. Dabei war eine Summe von 3,6 Millionen Euro für 550Stellplätze im Gespräch. Das Konzept fand jedoch wegen der hohen Kosten keine Mehrheit.

Jetzt hat Vorjohann abgespeckt. Vorerst sollen nur noch die gefährlichen oberirdischen Bauten abgerissen werden. Die Freifläche wird dann vorübergehend mit Schotter zu einem einfachen Parkplatz hergerichtet. Für diesen ersten Bauabschnitt fallen dann auch geringere Kosten von 1,1 Millionen Euro an, für die außerdem 785000 Euro an Fördergeld aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) zu erwarten sind.

SPD-Stadtrat Thomas Blümel kündigte im Vorfeld seine Zustimmung an, weil es nicht mehr um einen „Luxus-Parkplatz“ gehe. Und die Begründung mit der Gefährlichkeit der Ruinen sei stichhaltig.

Erst in einem weiteren Bauabschnitt, für den kein Zeithorizont genannt ist, soll das Gelände auch im Kellergeschoss einschließlich einem Bodenaustausch saniert werden. Damit kann es für eine neue Bebauung fit gemacht werden, vorzugsweise als Gewerbegebiet. Es könne „auch für spätere städtebauliche Überformungen genutzt werden“, heißt es in dem Antrag.

Eine dauerhafte Nutzung als Parkplatz wäre umstritten. Immerhin gibt es an der Strehlener Straße schon einen Parkplatz, der aber aufgrund der Entfernung zum Stadion wenig genutzt wird. Stattdessen werden bei Heimspielen umliegende Straßen zugeparkt.