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Das Auto fährt nach Thüringen

Springreiterin Amke Stroman von RFV Richelsdorf hat erneut den Großen Preis von Görlitz gewonnen. Mit dem letzten Ritt, den wir im Video zeigen.

Das Görlitzer Talent Svenja Arndt ging auf ihrem Lenzmond mutig schwere Prüfungen an – und bestand sie.
Das Görlitzer Talent Svenja Arndt ging auf ihrem Lenzmond mutig schwere Prüfungen an – und bestand sie. © Hans-Ernst Friedrich

Das war Spitzensport vom Feinsten: Das Görlitzer Rosenhofturnier ist inzwischen das Freiluft-Springturnier in Sachsen mit der hochklassigsten Prüfung überhaupt. Am Sonntag stand vor dem Großen Preis von Görlitz um einen kleinen Fiat des Autohauses Scholz: S***-Springen. Die Hindernisse sind 1,50 Meter hoch. Das gibt es nirgends in Sachsen. Diese Tatsache und zahlreiche hochklassige weitere Springen an allen vier Turniertagen mit entsprechenden Preisgeldern lockte eine ganze Reihe von Spitzenreitern an. Aber erneut setzte sich Amke Stroman vom RFV Richelsdorf aus Thüringen durch und stieß sinnbildlich den Nationen-Preisreiter André Thieme mit dem letzten Ritt der Prüfung noch aus dem Siegerauto.

Die Hauptprüfung des Vier-Tage-Turniers hatte Hunderte Zuschauer angelockt. Sie saßen rund um den Springplatz und machten das wunderschöne Reitstadion am Görlitzer Rosenhof zu einer wahren Arena. Wie schwierig dieser Parcours war, konnte man schon mit bloßem Auge erkennen, so gewaltig waren die Hindernisse. 36 Reiter-Pferd-Paare stellten sich der Herausforderung, darunter mehrere Landesmeister, Sieger hoch dotierter Turniere dieses und des vergangenen Jahres. Diese Prüfung war eine für Reitsport-Profis, oder junge Reiter auf dem Weg dahin. Viele, auch bekannte Reiter, mussten in ihrem Umlauf mehrere Abwürfe hinnehmen. Am Ende schafften nur vier Reiter-Pferd-Paare einen Null-Fehlerritt und kamen so ins Stechen: Die Sachsen-Anhalt-Meisterin Anne Wieckert wurde als dafür vom Stadionsprecher gefeiert, dann folgte mit Andre Thieme mit gleich zwei Pferden ein Topfavorit und schließlich schaffte es Amke Stroman (die mit zwei Pferden zuvor gescheitert war) mit ihrem Vorjahres-Siegerpferd Forchello mit dem letzten Ritt des Umlaufs. Auch noch als Schnellste, was sich noch als wichtig erweisen sollte. Denn damit konnte sie im Stechen als letzte Starterin einreiten.

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Als erste machte das Anne Wieckert, die mit einem auf Sicherheit bedachten Ritt fehlerlos blieb und der danach das Strahlen nicht mehr aus dem Gesicht wich. André Thieme zeigte danach auf Contadur einen Klassenunterschied auf, nahm viel kürzere Wege und riskierte damit mehr (aber wohl nicht alles), blieb aber ebenfalls fehlerlos und war satte sieben Sekunden schneller – Führung. Dann hieß es umsatteln auf Liratus, und volles Risiko. Das ging an einem Hindernis schief. Amke Stroman wusste also vor ihrem letzten Ritt, wie schnell sie sein muss, wählte das genau richtige Tempo und sehr enge Wege. Sie blieb fehlerlos. Als sie die Ziel-Lichtschranke gut eine Sekunde vor der Thieme-Zeit durchquerte, brandete Jubel im Stadionrund auf, und ihre Betreuer fielen sich nach diesem Riesenerfolg um den Hals. Das Video vom Siegerritt zeigen wir hier:

Dass kein einheimischer Reiter im Konzert der Großen ganz vorn mitmischen konnte, war zu erwarten. Der Rothenburger Philipp Schober, der das Potenzial dafür hat, musste nach seinem Sprunggelenksbruch vor Pfingsten noch passen. Zwei Talente, die bei ihm trainieren, nahmen die große Herausforderung des S***-Springens an und lösten die Aufgabe bravourös. Marvin Jüngel, der schon nah dran ist an diesen Aufgaben, musste auf der neunjährigen Jolie Lafee zwar drei Abwürfe hinnehmen. „Eine Ecke hattest Du drin, aber sonst war es gut geritten“, schätzte aber Trainer Philipp Schober unmittelbar nach dem Umlauf ein. Mit der jungen Görlitzerin Svenja Arndt, die vier Abwürfe und eine Zeitüberschreitung kassierte, war Schober ebenfalls zufrieden – durchgekommen: „Zwei, drei kleine Fehler, aber toll gemacht“, lobte er. Vor allem Marvin Jüngel, der mit zahlreichen Pferden in Görlitz am Start war und auch eine ganze Menge Platzierungen (zum Beispiel Fünfter in einem S*-Springen am Sonnabend) erreiten konnte, zeigte ein starkes Turnier.

Das S**-Springen am Sonnabend hatte der polnische Gast Msciwoj Kiecon vor Amke Stroman gewonnen. Insgesamt, so konnte man immer wieder hören, stießen die Görlitzer Springtage auf große Begeisterung, bei Zuschauern aber auch den prominenten Reitern: ,Wir kommen im nächsten Jahr wieder’, war mehrfach zu hören. Die Aufgabe für den Rosenhof steht.

Weitere SZ-Nachrichten:

www.sächsische.de/goerlitz

www.sächsische.de/niesky

www.sächsische.de/sport

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