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Das bleibt Riesa vom Tag der Sachsen

Hunderttausende kamen im Sommer für ein Wochenende nach Riesa. Was hat das Fest in der Stadt hinterlassen?

© Lutz Weidler

Riesa. Die Bühnen sind schnell wieder verschwunden, die Marktbuden, die Absperrzäune. Und auch der Müll vom Tag der Sachsen war ruckzuck wieder weg: Die Mitarbeiter der Stadt-Tochter AGV waren beim Festwochenende im September putzend schon am Ende des Festumzugs mitgelaufen. Doch was bleibt vom Höhepunkt des Festjahres, der nach offiziellen Angaben rund 310.000 Besucher nach Riesa gebracht hatte?

Gut zwei Monate nach dem Volksfest hat vor allem ein Objekt das Stadtbild dauerhaft verändert: die Riesenstatue im Kreisel vor dem Krankenhaus. Auf Initiative des Wirtschaftsforums gemeinsam mit dem Städtepartnerschaftsverein war bei der Firma Rime ein dreifacher Riese aus Edelstahl entstanden, der die Weltkugel hält. Nicht alle Riesaer Künstler waren von der Gestaltung gleichermaßen begeistert – aber offenbar alle Vertreter aus den Partnerstädten. Gemeinsam mit denen war die Skulptur vor dem Festakt 900 Jahre Riesa eingeweiht worden. „Die Gäste haben sich bei uns mehrfach bedankt“, sagt Kurt Hähnichen vom Verein „Riesa und die Welt“. Schließlich konnten Franzosen und Engländer, Italiener und US-Amerikaner, Chinesen und Mannheimer am Kreisverkehr jeweils ihren eigenen Knopf ausprobieren: Alle Riesaer Partnerstädte sind mit einem Lichtpunkt auf dem Riesen-Globus vertreten, der sich per Knopfdruck einschalten lässt.

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Aus Stahl: Die neue Riesenskulptur im Kreisverkehr am Krankenhaus zeigt auf einem Globus die Position aller Riesaer Partnerstädte – die per Knopfdruck leuchtet.
Aus Stahl: Die neue Riesenskulptur im Kreisverkehr am Krankenhaus zeigt auf einem Globus die Position aller Riesaer Partnerstädte – die per Knopfdruck leuchtet. © Lutz Weidler

Nicht aus Stahl, sondern aus Holz wurde eine weitere Attraktion gestaltet, die seit dem Tag der Sachsen zu Riesa gehört: Die Kreishandwerkerschaft Meißen hatte auf der Handwerkermeile ein Kinderhaus im Wert von mehreren Tausend Euro montiert. So konnte man bei Besuchern und Politikern Aufmerksamkeit für handwerkliche Berufe erringen – und gleichzeitig etwas Bleibendes für Riesa hinterlassen. Profitieren davon können die Kinder vom Trinitatis-Kinderhaus, denn dort wurde das einem Hexenhäuschen ähnliche Gebäude nach dem Volksfest aufgestellt.

Aus Holz: Das Spielhaus hatte die Kreishandwerkerschaft live auf dem Tag der Sachsen gebaut, bevor es in den Garten des Trinitatis-Kinderhauses kam.
Aus Holz: Das Spielhaus hatte die Kreishandwerkerschaft live auf dem Tag der Sachsen gebaut, bevor es in den Garten des Trinitatis-Kinderhauses kam. © Lutz Weidler

Aus Stein ist dagegen ein dritter Ort, der sich durch den Tag der Sachsen dauerhaft verändert hat: Der Rathausplatz wurde mit finanzieller Unterstützung des Freistaats nicht nur neu gepflastert, sondern auch deutlich umgestaltet. Das Land gibt der jeweiligen Ausrichterstadt des größten sächsischen Volksfestes einen finanziellen Zuschuss, der aber in etwas Bleibendes investiert werden muss. In Riesa entschied man sich für den Rathausplatz – der soll künftig unter anderem für Hochzeitsgesellschaften bessere Bedingungen bieten, aber auch für den Wochenmarkt. Allerdings hatte die Baumaßnahme eine Nebenwirkung: Sehr viele Händler und Kunden freundeten sich in der Zwischenzeit mit dem Ausweichstandort vor der Arena an, wo der Wochenmarkt während der Bauarbeiten stattfand. Dort gäbe es genug Parkflächen und mehr Platz. Die Stadt bestand aber darauf, dass der Markt jetzt wieder zurück ans Rathaus zog – und will den alten, neuen Standort mit einem neuen Parkplatzkonzept für die Besucher attraktiver machen.

Überbleibsel vom Tag der Sachsen in Riesa.
Überbleibsel vom Tag der Sachsen in Riesa. © Aus Stein: Mit einem finanziellen Zuschuss belohnt

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An vielen Ecken der Stadt finden sich auch jetzt noch rätselhafte Markierungen. So wurden etwa Schachtdeckel in der Innenstadt bunt angesprüht, wo am Festwochenende Anschlussleitungen für Verkaufsstände oder Toilettenwagen installiert worden waren. Rund ums Ölwerk gibt es nach wie vor auf Hunderten Metern Länge Zahlen auf dem Gehwegpflaster: Markierungen für die Aufstellflächen der Hunderten Teilnehmer des Festumzugs. Während diese Markierungen wohl in der nächsten Zeit von allein verschwinden, wird ein weiteres Überbleibsel vom Tag der Sachsen bald wieder aktuell: Im Dezember-Stadtrat soll offenbar werden, was das Volksfest die Stadt in Summe gekostet hat. Die letzten eingehenden Rechnungen würden gerade geprüft, heißt es aus dem Rathaus.

Aus Farbe: Solche Markierungen finden sich seit dem Festwochenende etwa an der Niederlagstraße. Dort hatte man viele provisorische Leitungen anschließen müssen.
Aus Farbe: Solche Markierungen finden sich seit dem Festwochenende etwa an der Niederlagstraße. Dort hatte man viele provisorische Leitungen anschließen müssen. © Lutz Weidler

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