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Das Ding mit der Schönheit – auch für den Mann

Sie werden es nicht glauben, aber ich habe einen Entschluss gefasst. Für den guten Vorsatz zum neuen Jahr sind ja noch genau zwei Monate Zeit. Mal sehen, ob sich mein Vorhaben zu einem solchen auswächst und vielleicht sogar eine neue Qualität erreicht.

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Sie werden es nicht glauben, aber ich habe einen Entschluss gefasst. Für den guten Vorsatz zum neuen Jahr sind ja noch genau zwei Monate Zeit. Mal sehen, ob sich mein Vorhaben zu einem solchen auswächst und vielleicht sogar eine neue Qualität erreicht.

Also, ich will etwas für meine Schönheit tun. In der vergangenen Woche habe ich alter Mühlengeist nämlich gelernt, dass auch der Mann auf sein Äußeres achtet und achten muss. Ich gebe zu, da hab ich noch ein bisschen Nachholbedarf. Wer einmal in der Woche mit seinem Konterfei in der Zeitung ist, der muss sich darum sorgen. Oder sind Männer und Geister von Natur aus schön? Ich finde schon.

Weil ich nicht, wie die meisten von Ihnen, über ein liebendes Weib verfüge, muss ich mich selbst um meine Cremetöpfchen kümmern. Also greife ich selbst zur Naturkosmetik aus der hiesigen Produktion. Sie riecht gut und tut gut. Sicher kann ich manches Fältchen glätten, was unter uns gesagt, auch nötig ist. Aber mit einem sollten Sie nicht rechnen: Dass ich mich rasiere. Mein Bart bleibt wie er ist.

Zur Schönheit gehört auch ein Päuschen. Nicht nur ein Geist, sondern auch der Geist erholt sich, die Haut soll werden, wie die von einem Pfirsich. Mancher nennt das auch Schönheitsschlaf.

Dass ich ein ruhebedürftiger Geist bin, das wissen alle Rödertaler mittlerweile. Ich döse und schlafe gern mal ein Stündchen. Jetzt im Herbst besonders, zumal wenn es trübe ist kurz vor dem Martinstag. Sie wissen schon, das ist der Heilige mit dem geteilten Mantel. Kinder gehen mit ihren Freunden singend durch die Straßen und zeigen ihre Laternen vor. Platt war ich, dass sie für die Benutzung der Straße eine Gebühr entrichten müssen. Eine Art Vergnügungssteuer? Die Autofahrer blechen ja schon tüchtig an den Zapfsäulen für die Autobahnen. Warum dann nicht auch Kitas zur Kasse bitten... So ist das nun einmal. Jede Genehmigung kostet Geld. Allerdings, wenn ich, der ja nicht einmal den Boden berührt in seiner schwebenden Fortbewegungsart, auch löhnen muss, dann streike ich.

Apropos schweben. Da ist das Fliegen nicht weit. Diese Fortbewegungsart beherrsche ich nicht, aber die Papageien. Vor einer Woche waren hier welche zu sehen, die waren besonders gebildet, konnten gar ihren Namen sagen. In der Schillerstraße in Radeberg zwitscherte es nicht nur, sondern während der großen Vogelschau des Radeberger Kanarien- und Exotenzüchter-Vereins sprachen sogar einige meiner gefiederten Freunde. Es gab alles, vom Wellensittich über Königsittiche, Prachtrosella, Blaustirnamazonen, Rosakakadu bis hin zu Zebrafinken, Kapuzenzeisige oder auch Chinesischen Wachteln.

Ich werde mich einmal umtun bei denen mit Federn und Schnäbeln. Dann bin ich vielleicht der erste Geist, „...der mit Tieren spricht“. Es gibt ja schließlich nicht nur den herzensguten Doktor, der die Sprache der Tiere kann, den alten Doolittle. Es gibt auch mich,

Ihren Rödertaler.