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Großenhain

Das DRK entdeckt die Dörfer neu

Nach dem Verlust der Rettungswache Großenhain und Thiendorf baut das DRK jetzt auf dem Land aus.

DRK-Kreisverbandschefin Mandy Reuschel (li.) und die neue Leiterin der Sozialstation Thiendorf, Mandy Praus. Hier haben sie noch einiges vor.
DRK-Kreisverbandschefin Mandy Reuschel (li.) und die neue Leiterin der Sozialstation Thiendorf, Mandy Praus. Hier haben sie noch einiges vor. © Kristin Richter

Thiendorf/ Ebersbach. Mandy Reuschel strahlt übers ganze Gesicht. Die Chefin des DRK-Kreisverbandes Großenhain ist gern gesehen. Der Ebersbacher Bürgermeister Falk Hentschel hat sie extra gebeten, doch kurz vor den Gemeinderäten zu sprechen. Und auch in Thiendorf wird sie schon ungeduldig erwartet. Kein Wunder, Mandy Reuschel kann Erfolgsmeldungen verkünden, da ist man gern gesehen.

In Thiendorf trifft sie sich an diesem Morgen mit Mandy Praus. Sie führt seit einiger Zeit die DRK-Sozialstation. Für Mandy Praus ein glattes Heimspiel. Zwar wohnt sie in Großenhain und war die meiste Zeit ihrer zwölf Jahre im Unternehmen auch dort beschäftigt, aber ab und an war sie schon in Thiendorf. Außerdem ist sie in Linz geboren und in Schönfeld zur Schule gegangen, da kennt sie ihr Gebiet wie die Taschen ihres weißen Kittels. 

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Zum Glück fürs DRK hatte Mandy Praus 2014 auf die Ausbildung zur Pflegedienstleiterin auch die Krankenpflege und das Wundmanagement aufgesattelt. Nun leitet sie die ambulante Pflege für 55 Patienten und die Tagespflege mit 15 Plätzen. „Das reicht hinten und vorn nicht, wir bräuchten eigentlich eine zweite Tagespflege“, sagt Mandy Reuschel gleich. Letztes Jahr musste das DRK etliche Wünsche ablehnen. Doch dieses Jahr sieht es besser aus.

 Zwei gute Pflegekräfte fangen im August hier an. Mandy Reuschel konnte ihr Glück gar nicht fassen, Glückstreffer Umzug. Doch beim Glück soll es nicht bleiben. Der DRK-Kreisverband arbeitet hart an neuen Optionen. Die sollen auf der Brachwiese gleich nebenan wahr werden. Ein Privater will hier bis zum Jahr 2022 einige Wohnblocks bauen. Einen davon hat sich das DRK als Mieter gesichert. 

Eine weitere Tagespflege mit 25 Plätze ist in Parterre geplant, Betreutes Wohnen beziehungsweise „Servicewohnen“, wie es neudeutsch heißt, obendrüber. Das DRK wäre lediglich Mieter und würde seine Betreuungsleistungen anbieten. Dass „Betreutes Wohnen“ in Thiendorf nachgefragt wird, erklärt sich Mandy Reuschel aus der Wohnsituation im Ort. 

Viele Senioren würden hier alleine in ihren Häusern wohnen. Ein ganz anderes Bild zeichnet sich dagegen vom nicht weit entfernten Ebersbach. Dort will das DRK selbst als Bauherr auftreten und hat ebenfalls schon nachgefragt – aber nur mit der Tagespflege. Viele Ältere würden hier noch mit den Jüngeren auf dem klassischen Dreiseithof wohnen. Gefragt ist daher hier der „Kindergarten für Senioren“. Der soll mit 22 Plätzen gleich neben dem Kindergarten für Kleinen gebaut werden, ein Konzept, mit dem das DRK schon anderswo richtig gute Erfahrungen habe, so Reuschel. 

Für die Ebersbacher ist vor allem wichtig, wann es denn endlich losgeht. Bis 26. September sind die Baupläne öffentlich ausgelegt. Dann kann das Bauamt des Landkreises sein Ja geben und Bürgermeister Hentschel kündigte bereits an, eine Genehmigung für den vorzeitigen Baubeginn sei dann so gut wie sicher. Bauzeit: etwa ein Jahr. Alle stehen also in den Startlöchern.

Widmet sich das DRK damit jetzt ausschließlich den Sozialstationen oder wird es sich 2024 erneut um eine Rettungswache bewerben? „Ich würde es nicht ausschließen“, sagt Mandy Reuschel, „aber die finanziellen Risiken sind für uns als Kreisverband heutzutage enorm.“

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