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„Das DRK handelt verantwortungslos“

An den Rettungswachen in Gröditz und Glaubitz gibt es keine Ersatzfahrzeuge. Die sind aber vorgeschrieben.

Von Jens Ostrowski

Das kann im schlimmsten Fall Menschenleben kosten: Das Deutsche Rote Kreuz hält an seinen Rettungsstellen in Gröditz und Glaubitz keine Ersatz-Rettungswagen vor. Das ist im Vergabeverfahren des Landkreises Meißen aber eindeutig gefordert, um die Notfall-Versorgung jederzeit und ohne Verzögerung gewährleisten zu können. Heißt: Fällt ein Regelfahrzeug durch eine Panne aus oder ist das Einsatzaufkommen besonders hoch, müssen weitere Fahrzeuge bereitstehen, die sofort einsatzbereit sind. Für den Bereich der Rettungsstellen Glaubitz und Gröditz müssten demnach an einer dieser beiden Wachen sowohl ein zusätzlicher Krankentransportwagen als auch ein zusätzlicher Rettungstransportwagen vorhanden sein. Dafür sorgen muss das Deutsche Rote Kreuz, das zum Jahresbeginn den Zuschlag für den gesamten Rettungsdienst im Landkreis Meißen erhalten hat.

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Falk Glombik, Geschäftsführer der DRK Riesa Rettungsdienst gGmbH, will zum Sachverhalt keine Stellung nehmen und verweist an den Landkreis als Träger des Rettungsdienstes. Sprecher Eberhard Franke bestätigt auf SZ-Nachfrage, dass derzeit weder in Glaubitz noch in Gröditz Rettungsfahrzeuge vorgehalten werden: „Dies ist standortbedingt auch nicht überall möglich, da die Anzahl der Carports beziehungsweise Garagen mit Elektroanschluss für Einsatzfahrzeuge grundsätzlich nur für die Regelvorhaltung ausgelegt sind.“

ASB-Geschäftsführer Andreas Krüger, der den Rettungsdienst in diesem Bereich in den letzten Jahren angeboten hat undbeide Wachen kennt, sagt dazu: „Aus meiner Sicht besteht zu einhundert Prozent die Möglichkeit, am Standort Gröditz Reservefahrzeuge ständig vorzuhalten, da die notwendigen Elektroanschlüsse beim Bau der Rettungswache installiert worden sind. Beim Standort Glaubitz ist es etwas schwieriger, aber auch möglich, da auch hier die Anschlüsse vorhanden sind. Aber dann müsste das Reservefahrzeug im oberen Außenbereich des Dorfgemeinschaftshauses stationiert werden“ Franke verwaist stattdessen auf Reserverettungsmittel der DRK Riesa Rettungsdienst gGmbH, die am Standort der Rettungswache Riesa-Mitte zentral vorgehalten werden. Das aber ist gegen die Kriterien, weil die Versorgung im Notfall nicht schnell genug gewährleistet ist. Denn die Anfahrt – zehn Kilometer bis Glaubitz und zwanzig Kilometer bis Gröditz – ist zu lang.

Linken-Kreistagsmitglied Heinz Hoffmann ist gestern ob der fehlenden Reservefahrzeuge aus allen Wolken gefallen: „Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass der Rettungswagen innerhalb von zwölf Minuten am Einsatzort sein muss. Das ist doch aus Riesa gar nicht zu schaffen. Ich kann diese Verantwortungslosigkeit nicht verstehen. Weder vom DRK als Leistungserbringer noch vom Landratsamt als verantwortliche Behörde. Hier kann es um Leben und Tod gehen. Das ist unverantwortlich.“

Hoffmann frage sich zudem, ob die fehlenden Fahrzeuge, deren Anschaffung mindestens 200 000 Euro kosten würden, ein weiteres Indiz dafür seien, dass sich das DRK bei der Bewerbung um den Rettungsdienst völlig verspekuliert habe. In der Vergangenheit gab es bereits die Vorwürfe des Lohndumpings innerhalb des DRK. „Das sind Sparmaßnahmen, die auf dem Rücken der Bürger ausgetragen werden“, sagte Hoffmann. Auf Nachfrage der SZ teilte das Landratsamt übrigens mit, dass das DRK noch in diesem Monat ein weiteres Ersatzfahrzeug anschaffen werde.