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Das Ende der Beton-Haltestellen

Fast fünf Millionen Euro sind nötig, um moderne Unterstände zu schaffen. Grüne und SPD fordern barrierefreie Haltestellen.

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Im Bauausschuss hatte die Stadtverwaltung jetzt einen Bericht zur Ausstattung von Haltestellen für Bus und Bahn auf der Tagesordnung. Demnach fehlen fast 200 Wartehäuschen. 61 Haltestellen sind aus Beton oder Holz. In einigen dieser Fahrgastunterstände, meist an den Endhaltestellen, befinden sich Toiletten und Aufenthaltsräume für die Fahrer. Die Stadt geht von 15 600 Euro Kosten pro Standort aus. 1 625 Euro kostet die jährliche Wartung. Insgesamt werden fünf Millionen Euro benötigt. Um die Missstände zu beseitigen, geht die Stadt von einem Zeitraum von 20 Jahren aus. Ab 2015 sollen jährlich 125 000 Euro bereitgestellt werden. „Es ist zu einem Stillstand gekommen, weil CDU-, FDP- und Bürgerfraktion die Ausschreibung der Stadtwerbeverträge gestoppt haben“, kritisiert SPD-Stadtrat Axel Bergmann. Durch die Neuvergabe der Werberechte an Haltestellen hätten zusätzliche Leistungen in Millionenhöhe vereinbart werden können. Der Ausbau moderner Fahrgastunterstände war fest eingeplant.

Fahrgäste sollten nicht im Regen stehen. Deshalb müsse der Ausbau mit modernen Fahrgastunterständen vorangetrieben werden. Bergmann schlägt vor, dass zusätzlich eine halbe Million Euro aus dem Topf für die Ablöse von Stellplätzen genommen wird. Margit Haase von den Grünen fordert, dass bis 2022 alle Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs barrierefrei sein müssen. Das zu schaffen, sei deutlich wichtiger, als vielleicht weniger schöne Betonhäuschen abzureißen. Das Thema wurde gestern vertagt. (SZ/kle)