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Das Ende eines Erlenwalds

Das Wäldchen an der Straße nach Ehrenberg stand bisher unter besonderem Schutz. Doch was passiert dort gerade?

Das einstige Flächennaturdenkmal darf nun doch als Bahntrasse genutzt werden.
Das einstige Flächennaturdenkmal darf nun doch als Bahntrasse genutzt werden. © Steffen Unger

Kettensägen sind im Hohnsteiner Ortsteil Lohsdorf des Öfteren zu hören. Doch wenn die Geräusche aus Richtung Bahndamm kommen, dann werden viele hellhörig. Immerhin ist das kleine Wäldchen mit den vielen Erlen entlang der Straße nach Ehrenberg auch ein Hingucker, denn solch ein Erlenwald hat Seltenheitswert. Das hat auch das damalige Sebnitzer Landratsamt so gesehen und stellte das Wäldchen als Flächennaturdenkmal unter Schutz.

Für Naturschützer ein Segen, für die Mitglieder und Freunde des Schwarzbachbahnvereins aber ein Fluch. Sie bemühen sich seit Jahren darum, die alte Bahntrasse durchs Schwarzbachtal als Museumsbahn wieder in Betrieb zu nehmen und haben genau bis an das Wäldchen auf dem Bahndamm ihre Schienen verlegt. Sie hofften, die Schienen weiter in Richtung Unterehrenberg legen zu können, doch das geschützte Erlenwäldchen machte das Vorhaben bisher unmöglich. Auch in die andere Richtung, durchs Schwarzbachtal nach Kohlmühle, liegt der erhoffte Trassen-Wiederaufbau auf Eis – ebenfalls aus Naturschutzgründen.

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Damit es wenigstens Richtung Ehrenberg weitergeht, bemühte sich die Stadt Hohnstein seit acht Jahren darum, den Schutzstatus des Erlenwäldchens aufzuheben. Darüber befinden muss die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Pirna. Und dort ging jetzt alles ganz schnell. Am 5. Februar gab es eine Vor-Ort-Begehung durch die Naturschutzbehörde, drei Tage später erhielt die Stadt Hohnstein die naturschutzrechtliche Genehmigung zum Fällen der Erlen. Am 11. Februar kreischten das erste Mal die Sägen, und seitdem gibt es jede Menge Fragen.

Laut Bescheid des Landratsamtes dürfen in diesem Bereich 569 Gehölze auf einer Länge von 380 Metern und einer Breite von fünf Metern gefällt werden. Und laut Bescheid darf in diesem Bereich die Bahntrasse instandgesetzt und wieder in Betrieb genommen werden. Aufatmen bei den Mitgliedern des Schwarzbachbahnvereins. Für sie ist der Weg für den Bau der Gleisanlagen in Richtung Unterehrenberg frei. Und auch Bürgermeister Daniel Brade (SPD) kann einen Haken setzen. „Es ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Stadt und des Schwarzbachbahnvereins geschafft“, sagt er. Der Bescheid ist allerdings auch an einige Auflagen geknüpft. So müssen wegen des Brutzeitraumes die Fällarbeiten bis spätestens 28. Februar abgeschlossen sein. Sollten bei den Bauarbeiten geschützte Tierarten festgestellt werden, muss die untere Naturschutzbehörde informiert werden. Außerdem hat das Landratsamt konkret aufgelistet, wo als Ersatz für die 569 Bäume neue Bäume oder Hecken angepflanzt werden müssen. Auch die Baumarten sind genau festgelegt. Die Ersatzpflanzungen müssen bis zum 31. Oktober dieses Jahres nachgewiesen werden.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/pirna und www.sächsische.de/sebnitz vorbei.

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