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Das Ende von „Leviva“?

Die Betreiberin des Arnsdorfer Sportparks musste Insolvenz anmelden. Wie es weitergeht, ist noch ungewiss.

© Thorsten Eckert

Von Nadine Steinmann

Arnsdorf. Es ist eine überraschende Nachricht. Eine Nachricht, mit der wohl kaum ein Arnsdorfer gerechnet hat. Doch seit einigen Wochen sind die Türen des Leviva Sportparkes geschlossen. Der Strom ist abgestellt. Weder Fitnesskurse noch schweißtreibende Tennisduelle können in den Hallen des Sportparkes jetzt noch stattfinden.

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„Unser kleines Team hat sich zwei Jahre bemüht, den Sportpark in einen wirtschaftlichen Betrieb zu führen. Leider ist das nicht gelungen“, erklärt die Betreiberin Violetta Bodnar auf der Homepage des Sportparkes. Der Kaufpreis, zu hohe Fixkosten und das Sommerloch hätten dem Team um die Radebergerin zugesetzt, sodass der Betrieb in eine Überschuldung geraten sei. „Als Betreiberin habe ich über zwei Jahre auf ein Einkommen verzichtet, aber auch das hat nicht gereicht“, ist im Internet weiter zu lesen. Mittlerweile hat Violetta Bodnar nach Angaben ihres Lebensgefährten einen neuen Job, der sie sechs Tage die Woche beschäftigt. Persönlich konnte die Sächsische Zeitung trotz mehrerer Anfragen nicht mit ihr sprechen.

Nun läuft das Insolvenzverfahren, das vom Dresdner Albert Wolff geleitet wird. Er ist Fachanwalt für Insolvenzrecht. „Es gab keine wirtschaftliche Grundlage für eine Weiterführung des Betriebs“, erklärt der Anwalt auf SZ-Nachfrage. Sämtliche Verträge seien gekündigt, ein neuer Betreiber ist nötig. Offizielle Anfragen und Forderungen können bei ihm gestellt werden, fügt der Anwalt an.

Sportlicher Neustart vorerst offen

Doch wie geht es in dem Sportpark weiter? Ist es künftig überhaupt möglich, in Arnsdorf Badminton oder Tennis zu spielen? Diese Frage ist noch unklar. Ein wenig Licht ins Dunkle kann Michael Pfeiff bringen. Er hat den Sportpark von 2008 bis 2015 betrieben. Der ehemalige Leistungssportler aus Dresden leitete jahrelang eine Tennisschule am Weißen Hirsch. Dort standen ihm allerdings nur Plätze unter freiem Himmel zur Verfügung. Mit der Tennishalle in Arnsdorf konnte er dieses Problem aus der Welt schaffen, war nicht mehr auf Fremdhallen angewiesen. Zudem renovierte er den Sportpark umfassend, etablierte mit den Badminton-Feldern ein neues Angebot. Aus seiner Feder stammt zudem der Name „Leviva“ – angelehnt an seine Kinder Levin, Vincent und Valerie. Doch vor zwei Jahren hat sich der Dresdner neu orientiert und den elterlichen Betrieb – eine Wäscherei – übernommen. Somit habe er auch mehr Zeit für seine Kinder und Ehefrau Cecile, die den Hut beim Musik-Ensemble „Dresdner Salondamen“ auf hat.

Also verkaufte Michael Pfeiff schließlich an die Radebergerin Violetta Bodnar. Dennoch ist er immer noch ein Teil vom Leviva Sportpark. Denn die neue Betreiberin habe ihn nie komplett ausgezahlt, sagt er. „Viele der Fitnessgeräte gehören beispielsweise noch mir“, beschreibt der Dresdner. Die Radebergerin selbst hat sich dazu, wie erwähnt, gegenüber der SZ nicht geäußert.

Doch aus den genannten Gründen steht Michael Pfeiff nach wie vor in Kontakt mit dem Eigentümer des Sportparkes – dem Investor René Helbig von der HLM Beteiligungs GmbH. „Mein letzter Stand ist, dass er keinen neuen Betreiber sucht, sondern dass eine Umnutzung stattfinden soll“, erklärt Michael Pfeiff. Auch er muss zugeben, dass es stets schwierig war im Arnsdorfer Sportpark. „Mit Tennis verdient man einfach kein Geld. Mit Fitness schon eher“, so der einstige Profispieler.

Inwiefern der Sportpark künftig genutzt wird, ist also im Moment noch vollkommen offen. Eine Nutzung der Räume als Lagerhalle wäre durchaus möglich. Vielleicht wird aber auch die Tennishalle in den Wintermonaten für schweißtreibende Duelle offen bleiben. Diese Entscheidung muss der Eigentümer noch fällen. Im Moment ist er im Urlaub.