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Das erste Haus am Platze

Maik Sabri ist neuer Chef im „Goldenen Adler“. Er will mehr Gäste ins Hotel holen und weiß auch schon wie.

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© Robert Michalk

Von Madeleine Arndt

Bautzen. Berlin ist nicht weit weg, findet Maik Sabri. „200 Kilometer sind ja keine Entfernung“, sagt der 45-Jährige lässig, der schon in Wiesbaden, Frankfurt/Main und London gelebt und gearbeitet hat. Zuletzt leitete er über viele Jahre ein Hotel in Berlin. Nun, ab dem 1. Juli, ist er der Chef des „Goldenen Adlers“ in Bautzen. Sein Vorgänger Manfred Lüdtke will aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten und hat den Hotelbetrieb in jüngere Hände gegeben. Lüdtke wird aber weiter in der Bautzener Senfstube, im Senfmuseum und mit der Agentur „Stadtverführer“ aktiv sein.

Maik Sabri ist zum ersten Mal hier in der Region und war von Anfang an positiv überrascht. Die Optik der Stadt Bautzen sei durchaus vergleichbar mit Baden-Baden oder Nürnberg, schwärmt er. „Ich sehe da sehr viel touristisches Potenzial.“ Man müsse das Bild von Bautzen aber auch nach außen transportieren. An dem Punkt hapert es. Das bestätigen ihm die Hotelgäste, von denen viele aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen kommen. Viele hätten gar keine Vorstellungen, was für eine schöne Stadt sie hier erwartet. Bautzen wird schnell mit „da ist doch dieser Stasiknast“ assoziiert und abgehakt. „Dabei kann man hier wunderbar Urlaub machen“, findet der Berliner.

Die Bewertung im Internet zählt

An dieser Stelle kommt der „Goldene Adler“ ins Spiel. „Es ist ein ganz tolles Objekt hier“, sagt Maik Sabri. Die Lage, die Hoteleinrichtung und der bauliche Zustand passen. Zehn Mitarbeiter sind hier beschäftigt und werden vom neuen Chef übernommen. Maik Sabri liebt keine Schnellschüsse. Er will seine Arbeitsstätte erst einmal kennenlernen und dann peu à peu kleine Dinge verändern. Dazu gehört etwa die Präsentation des Frühstücks.

Aber der 45-Jährige hat auch Größeres vor: „Wir wollen über kurz oder lang das Restaurant wieder eröffnen“, kündigt er an. Ein Konzept für den Gaststättenbetrieb soll vorher mit Bedacht entwickelt werden. Auch der gemütliche Gewölbekeller soll nicht mehr länger ungenutzt bleiben. Er würde sich für Veranstaltungen eignen.

Maik Sabri will mit dem Hotel im Vier-Sterne-Bereich bleiben. „Schließlich ist es das erste Haus am Platze.“ Wichtiger als Kategorien und Gütesiegel sei der Auftritt im Internet, betont der Hotel-Chef. Viele Reisenden schauen mittlerweile auf die Bewertungen einschlägiger Buchungsportale, bevor sie sich für eine Übernachtung entscheiden. „Die Bewertung im Internet ist immens wichtig.“ Die seien auch nicht gefälscht, verneint der Berliner. Man könne sich als Reisender im Großen und Ganzen auf solche Beurteilungen verlassen. Um so mehr zählt der Service, damit jeder Gast den „Goldenen Adler“ zufrieden verlässt.

Über 54 Betten verfügt das historische Haus am Hauptmarkt Nummer 4. Der „Goldene Adler“ ist zurzeit ganz gut ausgelastet. „Aber übers Jahr gesehen kann man sich steigern“, schätzt Maik Sabri ein. Um das Bautzener Hotel hier besser zu vermarkten, soll demnächst eine modernere Homepage erstellt werden, auch mit schöneren Bildern. Außerdem soll der Auftritt des Hotels auf den Buchungsportalen im Internet verbessert werden.

Wer ein Hotel leitet, dem bleibt wenig Zeit für Hobbys und Familie. Ist die Gelegenheit günstig, dann geht Maik Sabri gern wandern. In Berlin klettert der Familienvater mit seinen Söhnen auch mal in einer Boulderhalle . Sabris Frau und die beiden Söhne werden erst einmal weiter in der Hauptstadt wohnen. Der neue Hotel-Chef will die 200 Kilometer zwischen Berlin und Bautzen pendeln, selbstverständlich nicht täglich. Und ein Bett für den Chef ist im Haus sicherlich immer frei.