SZ +
Merken

Das ganze Leben lang immer nur Lernen

Was soll die Schule den Schülern vermitteln und wie soll sie das machen? Darüber diskutierte gestern Abend Kultusminister Matthias Rößler mit der CDU-Basis und Fachleuten in Meißen. Die Eltern sind aber...

Teilen
Folgen

Von Ulf Mallek

Was soll die Schule den Schülern vermitteln und wie soll sie das machen? Darüber diskutierte gestern Abend Kultusminister Matthias Rößler mit der CDU-Basis und Fachleuten in Meißen. Die Eltern sind aber unzufrieden mit der gegenwärtigen bildungspolitischen Situation und bereiten für den 19. Juni einen Aktionstag vor.
Eigentlich wollte die CDU insgesamt 82 Thesen zum Thema Schule schon auf ihrem Essener Parteitag im April verabschieden. Daraus wurde nichts. Die Wahl der neuen Parteivorsitzenden Angela Merkel war wichtiger, für die Bildungspolitik blieb am Ende keine Zeit mehr. Gute Gelegenheit, die Strategie-Gedanken noch einmal mit der Basis zu diskutieren, hatte die Parteichefin gesagt. Sachsens Kultusminister Matthias Rößler gehört zu den Autoren dieser bildungspolitischen Leitsätze mit dem Titel "Aufbruch in die lernende Gesellschaft". Er stellte das Papier gestern Abend auf einem Bildungsforum der CDU in Meißen vor.
Nach seinen Worten gibt es in Deutschland und Europa einen weitgehenden Konsens darüber, "dass die gegenwärtigen Herausforderungen des globalen Wandels neue Anstrengungen im Bildungsbereich notwendig machen". Die Streitfrage ist: Wie soll das geschehen? Die CDU sieht im lebenslangen Lernen eine Grundlage der sozialen Marktwirtschaft. Dafür liefert die Schule die Basis. Das setze voraus, so die These, dass sich die Schule selbst als lernende Organisation versteht. Die CDU fordert eine Diskussion über unterschiedliche Leistungen im Lehrerberuf. Das jetzige Dienstrecht sei ein Hindernis, um leistungsbereite Lehrer zu gewinnen, sagt die CDU.
Viele Eltern können mit den ministerialen Strategien zunächst wenig anfangen. Für sie geht es vor allem um Stundenausfälle oder den Putz, der von der Schulhausdecke fällt. Der Elternratsvorsitzende des Gymnasiums Coswig Falk Rockstroh: "Wir fordern, dass sich die Lehrer mehr Zeit für ihre Schüler nehmen. Auch außerhalb des Unterrichts."
Deshalb soll die Regelstundenzeit der Lehrer um zwei Stunden gesenkt werden. Eine Klassenleiter- oder Kontaktstunde sollte wieder eingeführt werden. Zudem, so die Forderungen der Eltern, muss sich der bauliche Zustand der meisten Schulen im Landkreis Meißen schnell verbessern.
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat der Landeselternrat zu einem Aktionstag am 19. Juni aufgerufen. Um 14.30 Uhr wird es eine Demo im Gymnasium Coswig geben. Am Abend treffen sich Eltern und Kultusminister Matthias Rößler zu einer Diskussionsrunde im Meißner Domherrenhof. Beginn ist 19 Uhr, der Eintritt frei.