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Das ging nach hinten los

Nach einer Rangelei bei einer Party gab es drei Freisprüche und einen Strafbefehl.

Von Jost Schmidtchen

Am 10. Mai 2015 fand in der alten Betriebsgaststätte des Flachglaswerkes in Uhsmannsdorf eine Party statt. Dorthin begaben sich auch Manfred B.* (25), Klaus F.* (22), beide aus Uhsmannsdorf, und Fernando Z.* (35) aus Biehain. Alle drei saßen jetzt vor dem Amtsgericht Weißwasser, weil sie in der Nacht, um 1.30 Uhr, vor der Gaststätte ein Fahrrad immer wieder hochgehoben und auf den Erdboden geschmettert haben sollen – bis es nicht mehr brauchbar war. Anschließend soll Klaus F. noch die Scheibe einer Tür zertrümmert haben.

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Für die Geschichte mit dem Fahrrad gab es keine schlüssigen Zeugenaussagen. Die Angeklagten stritten den Tatvorwurf ab. Dass das Fahrrad beschädigt war, stellte der Besitzer erst fest, als er nach der Party nach Hause fahren wollte. Der Veranstalter der Party, Marcus Q.*, behauptete allerdings wider besseren Wissens, es seien die Angeklagten gewesen. Aus diesen Behauptungen heraus kam es schließlich zu einer Rangelei zwischen Marcus Q. und Klaus F., bei der Klaus F. am Hals gewürgt wurde. Die Rangelei begann in der Gaststätte, dann drückte Marcus Q. den Gast nach draußen und gegen die Tür, wobei die Scheibe zu Bruch ging.

Wegen der Würgerei hatte Amtsrichter Ralph Rehm einen Strafbefehl erlassen. Die Aussage des Zeugen mit dem Fahrrad, Klaus F. habe aus Wut die Türscheibe mit der Faust eingeschlagen, war wenig plausibel, denn verletzt war er am Ellbogen und nicht an der Hand. Dann gab es noch einen Zeugen, der wohl genauer hingeschaut hatte. Der verdeutlichte nachhaltig, was er schon bei der polizeilichen Vernehmung ausgesagt hatte: Marcus Q. ließ von Klaus F. nicht ab und verschwand auch nicht in der Gaststätte. Vielmehr würgte und drückte er ihn, bis die Türscheibe zerplatzte. Amtsrichter Ralph Rehm sprach alle drei Angeklagten antragsgemäß frei. Und Marcus Q. hat nun einen Strafbefehl wegen Körperverletzung am Hals. * Namen geändert