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Das große Aufräumen

Die Achtklässler säubern den Pausenhof, die Fußwege um die Schule und das Geringswalder Bad. Dafür ist dort der Eintritt frei.

Von Cathrin Reichelt

Liesa reibt ihre rechte Hand. Sie hat sich einen Splitter eingezogen. „Das macht nichts. Er ist schon wieder raus“, meint die Achtklässlerin und fegt weiter den Weg im Pausenhof der Ober- und Grundschule. Auf der Wiese sammelt Tim Äste und Müll auf. Auch Tommy hat einen Laubbesen in der Hand und kommt Liesa von der gegenüberliegenden Seite des Weges entgegen. Gemeinsam füllen sie eine Schubkarre mit kleinen Ästen, Laub, Kugeln aus Alufolie und anderen Überbleibseln der Frühstücks- und Mittagspausen.

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Die jungen Leute säubern nicht nur den gemeinsamen Pausenhof der beiden Schulen, sondern auch die Fußwege rings um das Schulgelände und das Geringswalder Bad. Liesa findet das in Ordnung. „Wenn wir hier in die Schule gehen, können wir auch etwas dafür tun, dass es sauber aussieht“, meint sie. Tommy ist ganz ehrlich. Eigentlich hätte er viermal Blockunterricht und erst gegen 14.35 Uhr Schulschluss gehabt. „Da sind zwei Stunden Äste zusammenfegen besser“, sagt der Junge. Sobald der Wind etwas stärker weht, fallen kleine Zweige auf den Hof. „Das sieht nicht gut aus“, so Tommy.

Die jungen Leute gehören zu den 19 in Hartha wohnenden Achtklässlern, die ihren Arbeitseinsatz auch in Hartha absolvieren. Zur selben Zeit sind 18 Schüler aus Geringswalde im dortigen Bad zugange. Als Dankeschön für die Aufräumaktion erhalten alle Schüler der Harthaer Oberschule im Bad freien Eintritt. „Außerdem können wir dort bei schönem Wetter im Sommer unser Badfest feiern“, sagt Schulleiterin Kerstin Wilde. Sie freut sich über das Engagement der Schüler.

Die haben aber noch einen ganz anderen Blick auf ihren Pausenhof. Liesa würde sich mehr Bänke wünschen, „damit sich in den Pausen alle setzen können“. Tommy fände es gut, wenn der Hartplatz geebnet werden würde, auf dem die Jungs oft Fußball spielen. Die Steine, die an manchen Stellen schon hervorschauen, seien beim Hinfallen sehr unangenehm, meint er.

Über eine andere Gestaltung des Pausenhofes, die sowohl die Grund- als auch die Oberschüler anspricht, denken auch die Lehrer und Elternvertreter der beiden Schulen nach. „Zurzeit gibt es in den Klassen eine Ideenbörse“, so Kerstin Wilde. Wenn die Vorschläge zusammengetragen sind, sollen auch Gespräche mit der Stadt geführt werden.

Aber bereits jetzt müssen die Mädchen und Jungen ihre Pausen nicht nur im Sitzen verbringen. „Wenn das Wetter stabil ist, spannt der Hausmeister das Band für das Slacklinen“, so die Schulleiterin. Neben dem speziellen Balancierband gibt’s auch Fußbälle und andere Sportgeräte, mit denen sich die jungen Leute zwischen dem Stillsitzen bewegen und austoben können.

Dem Mobbing begegnen

So harmonisch wie bei dem Arbeitseinsatz geht es an der Oberschule aber nicht immer zu. Auch dort gibt es Mobbing – direkt und über Netzwerke im Internet. Ein besonders krasser Fall in einer siebten Klasse lässt Kerstin Wilde zu einem besonderen Mittel greifen. Speziell für solche Fälle geschulte Gymnasiasten aus Döbeln werden sich mit den Harthaer Schülern, die gemobbt haben, zusammen- und auseinandersetzen. Danach werden die 13-Jährigen für ihre Klasse eine Veranstaltung zu dem Thema gestalten. „Denn eine Änderung des Verhaltens erreicht man nur, wenn man sich damit beschäftigt“, meint die Schulleiterin. Auch der Schülerrat wird sich gemeinsam mit Mitarbeitern des Vereins „Irrsinnig Menschlich“ aus Leipzig mit Mobbing auseinandersetzen. Anschließend sollen alle Schüler über die Ursachen, Arten und Folgen des Mobbings aufgeklärt werden. Zusätzlich plant die Schulleitung einen Elternabend zum Thema „Soziale Netzwerke – immer und überall nutzbar“. An dem Abend können auch Schüler ab der siebten Klasse teilnehmen.

Elternabend: 22. Mai, 19 Uhr, Rathaussaal in Hartha