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Das hat mit Demokratie nichts zu tun

Andreas Weller über die Methoden, mit denen der AfD-Kandidat Hans-Jürgen Zickler angegangen wird. Ein Kommentar. 

© Bildstelle

Flugblätter mit Boykottaufrufen, das Zusammenschlagen eines Kunden, die Beschädigung eines Ladens, weil der Mann der Inhaberin für die AfD kandidiert und im Vorstand sitzt – was Hans-Jürgen Zickler erlebt hat, ist nicht schönzureden. 

Es sind Methoden, die mit Demokratie und einem menschlichen Umgang nichts zu tun haben. Kurz gesagt: Das geht gar nicht. Gerade in Deutschland sollte man im Umgang mit politisch Andersdenkenden achtsam sein. Das Motto „kauft nicht bei der AfD“, ist schlicht dumm. Und es hilft am Ende nur der AfD. So kann sie sich in die Opferrolle begeben, in der sie sich – in diesem konkreten Fall zu Recht – so gerne sieht und weitere Protestwähler für sich gewinnen.

Die Ansichten von Zickler mögen in Teilen verquer sein. Seine Erklärung zum „Flügel“ der AfD passt zudem nicht mit den Beobachtungen des Verfassungsschutzes zusammen. Aber das alles berechtigt niemanden dazu, ihn zu attackieren und noch schlimmer, seine Familie in Mithaftung zu nehmen.

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Wir alle müssen uns sachlich auseinandersetzen. Ich teile die Positionen der AfD nicht, aber ihre Vertreter müssen sie äußern dürfen, und es sollte ein Diskurs dazu stattfinden. Ihre Gegner werden Punkte finden, an denen die AfD Grenzen übertritt. Dort gilt es anzusetzen und dies ihren Wählern zu verdeutlichen.

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