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Das ist das Meißen-Model

Seit ihrer Kindheit setzt sie sich gern in Szene. Ihr Ziel: Teilnehmerin bei Germanys Next Top Model zu werden.

Helén Damme will hoch hinaus. Vorher modelt sie noch für einen bekannten Meißner Klamottenladen.
Helén Damme will hoch hinaus. Vorher modelt sie noch für einen bekannten Meißner Klamottenladen. © Claudia Hübschmann

Noch kurz Luft holen, den Körper lockern und den Kopf strecken. Die Fotografin ist schon am Auslöser und gibt das Zeichen. Jetzt läuft Helén Damme los. Mal gerade, mal dreht sie sich zur Seite und wirft den Kopf in den Nacken. Dabei lächelt die 16-Jährige unentwegt. Sie gibt alles für den perfekten Schnappschuss. Wenn sie volljährig ist und das Abitur geschafft hat, möchte sie bei einer der berühmtesten Castingshows für Models mitmachen: Germanys Next Top Model. Davor macht die Meißnerin jedoch noch einen anderen Job.

Denn heute ist Werbung für die Klamodde angesagt. Seit Ende April modelt Helén Damme für das Bekleidungsgeschäft in der Fleischergasse. Die Inhaberin Antje Tanger sagt dazu: „Helén kam zu mir und hat angeboten, unser Model zu sein. Da wir uns durch die Meißner Modenacht schon länger kennen, habe ich sofort zugesagt.“ Seitdem veröffentlicht sie auf der Facebook-Seite der Klamodde regelmäßig zwei bis drei Bilder pro Woche. Auf denen Helén Damme posiert vor berühmten Meißner Orten. „Es macht einfach Spaß. So entdecken wir verschiedene Ecken der Stadt noch einmal neu“, meint Anne-Marie Weikert, die die 16-Jährige mit ihrer Nikon in Szene setzt.

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"Für Germanys Next Top Model werde ich kämpfen"

So zum Beispiel in der Burgstraße mit der Albrechtsburg als Kulisse. Fotografin Anne-Marie Weikert gibt diesmal die Anweisung, dass Helén Damme beim Laufen kurz innehalten soll. Wie auf Knopfdruck friert das Model ein – wie bei einer Laufsteg-Pose. Anne-Marie Weikert kommentiert: „Noch mal zu mir schauen. Super, sehr gut! Jetzt haben wir es.“ Gemeinsam mit der Fotografin begutachtet Helén Damme die Fotos auf der Kamera. Zufriedene Gesichter.

Fotografin Anne-Marie Weikert hält jede Pose der Schülerin fest. Sonst arbeitet sie als Aushilfskraft in der Klamodde.
Fotografin Anne-Marie Weikert hält jede Pose der Schülerin fest. Sonst arbeitet sie als Aushilfskraft in der Klamodde. © Claudia Hübschmann

„Ganz wichtig ist für mich, dass Helén Spaß hat, die Kollektionen zu präsentieren“, sagt Antje Tanger. Bei der Kleidungswahl bindet sie deshalb die 16-Jährige immer mit ein. „Da ich die Klamotten regelmäßig verkaufe, kann es schon mal sein, dass sie gar nicht mehr da sind. Dann müssen wir spontan ein neues Outfit zusammenstellen.“ Für das Mädchen ist das aber kein Problem. Sie modelt schon ein paar Jahre und hat ein Gespür für die perfekte Kleidung. Bevor sie raus in die Altstadt für das nächste Foto geht, überprüft sie noch mal im Spiegel, ob alles zusammenpasst und sitzt. Oder sie schießt Fotos für ihren Instagram-Account. Das zu Facebook gehörende soziale Netzwerk ermöglicht es, Fotos und Videos mit der Welt zu teilen.

„Natürlich geht es auch ohne Instagram als Model. Aber man teilt dort ja nicht nur Bilder, sondern tritt auch mit anderen Models in Kontakt. Holt sich Inspiration, um selbst schneller voranzukommen“, erklärt Helén Damme. Die Schülerin des Franziskaneums weiß genau, was sie später mal machen will. „Ich möchte unbedingt bei Germanys Next Top Model mitmachen. Dafür werde ich kämpfen.“ Ihr ist bewusst, dass die Show polarisiert. Allerdings möchte sie die Erfahrung mitnehmen. „Es kann mir nur weiterhelfen, als Model erfolgreich zu sein. Viele ehemalige GNTM-Teilnehmerinnen sind es ja immer noch.“ Zudem ist Heidi Klum für sie ein Vorbild, das Helén Damme inspiriere.

Erst nach dem Abitur will sie als Model durchstarten

Seit 2017 ist sie als Model unter Vertrag: bei der Agentur Modeteam. Das Dresdner Unternehmen präsentiert seine Models alljährlich auf dem Laufsteg der Meißner Modenacht. Dort entwickelte sich auch Helén Dammes Leidenschaft, auf dem Laufsteg oder vor der Kamera in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Sie nimmt dafür regelmäßig an Workshops des Modeteams teil und gibt sogar einen eigenen mit einer 27-jährigen Kollegin – für Kinder zwischen 5 und 16 Jahren. Wenn ihre Modelkarriere aber nicht anlaufen sollte, würde sie trotzdem in der Branche bleiben. „Modedesign kann ich mir zum Beispiel sehr gut vorstellen, aber erst nach dem Abitur. Ich konzentriere mich immer auf den Punkt, egal ob in der Schule oder beim Modeln.“

Das merkt man auch beim Fotoshooting in der Meißner Altstadt. Sobald die Kamera auf die 16-Jährige gerichtet ist, strafft sich ihre Haltung. Sie hat keine Scheu, sich zu zeigen. Auch wenn sie die gleiche Bewegung gefühlt 50-mal wiederholen soll. Das wirkt mitunter etwas monoton. Der Schülerin macht das aber Spaß. Sie stehe gern vor der Kamera, um zu posieren. Schüchtern ist sie nicht. Denn auch während der Fotoshootings in Meißen hat sie immer ein Motivvorschlag für die Fotografin parat. Für die Klamodde in Meißen ist das jedenfalls ein Gewinn und ordentlich Werbung. „Seitdem wir unsere Fotos online stellen, kriegen wir immer mehr positive Reaktionen darauf“, so die Inhaberin. „Viele finden es einfach schön.“ Denn neben den Outfits zeigen die Bilder auf Facebook verschiedene Ecken der Stadt Meißen. Mal vor dem Heinrichsbrunnen, mal vor dem Restaurant Am Hundewinkel oder vor der Frauenkirche.

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