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Radeberg

So soll die neue Rossendorf-Kreuzung aussehen

Die neue S 177 wird nach den jetzigen Plänen in weitem Bogen um den alten Knotenpunkt geführt. Fünf Varianten standen zur Auswahl.

Hier soll es in Zukunft deutlich weniger Verkehr geben.
Hier soll es in Zukunft deutlich weniger Verkehr geben. © Matthias Schumann

Wo sich heute noch zwei stark befahrene Straßen kreuzen, am ehemaligen Gasthof Schänkhübel in Rossendorf, wird es künftig deutlich ruhiger werden. Denn im Zuge des Neubaus der Schnellstraße S 177 zwischen der A 17 bei Pirna und der A 4 bei Leppersdorf wird die Kreuzung rund einen Kilometer in Richtung Westen, also in Richtung Dresden-Weißig verlegt. In einem weiten Bogen wird die Trasse um Rossendorf herumgeführt.

Die Kreuzung wird nach dem Entwurf des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) deutlich größer. Von der Schnellstraße zweigen Zu- und Abfahrten ab. Die Bundesstraße wird mit einer Brücke über die S 177 geführt. Sie soll rund 1,7 Millionen Euro kosten, inklusive einer Behelfsumfahrung für die Bundesstraße während der Bauarbeiten. Auch für die Rossendorfer Straße wird ein solches Bauwerk errichtet. Insgesamt ist die Straße im Planungsabschnitt „Verlegung S 177 südlich Großerkmannsdorf“ wie er genau heißt, rund 3,2 Kilometer lang. Der Abschnitt soll nach Angaben des Lasuv rund 22 Millionen Euro kosten. Die Bauzeit beträgt nach Einschätzung des Amtes rund zwei Jahre. Die Arbeiten sollen ohne Verkehrseinschränkungen auf der B6 und der alten S 177 erfolgen. An den erforderlichen Stellen werden Behelfsumfahrungen errichtet.

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© SZ-Grafik

Bei der Suche nach der geeignetsten Streckenführung haben es sich die Planer nicht einfach gemacht. Auch in den umliegenden Orten wurde heftig über den Verlauf diskutiert. In Großerkmannsdorf wollte man die Strecke durch das Wäldchen, den sogenannten Bauernbusch führen, um weniger Landwirtschaftsflächen zu versiegeln. In Weißig hingegen favorisierte man eine Variante näher am Gewerbegebiet. Im Gespräch waren insgesamt fünf Varianten. Der Vorschlag „0+“ sah einen Verlauf nahe an der jetzigen S 177, also unmittelbar neben der Radeberger Landstraße und der Pirnaer Straße vor. In Variante 1 schlugen die Planer einen leichten Bogen um die jetzige Kreuzung vor. Die neue S 177 sollte die B 6 rund 150 Meter westlich kreuzen. Die Varianten 2 und 3 sahen eine Querung der Bundesstraße etwa 500 Meter entfernt vor. Variante vier, die den größten Bogen um Rossendorf schlägt, hat aus Sicht der Planer mehrere Vorteile. Die Lärmbelästigungen für die Einwohner von Rossendorf sind am geringsten. Der Bedarf an privaten Grundstücken mit Abriss von Häusern im derzeitigen Kreuzungsbereich ist am geringsten und die Biotope im Quellgebiet der Prießnitz und den Rossendorfer Teichen werden geschont. Dem Großerkmannsdorfer Landwirtschaftsunternehmen werden durch diese Variante aber rund 18 Hektar Nutzfläche verloren gehen. Unter anderem weil Regenrückhaltebecken, Wirtschaftswege, Neubepflanzungen und die Offenlegungen von Bachläufen geplant sind.

Wann mit den Arbeiten für den Abschnitt „Verlegung S 177 südlich Großerkmannsdorf“ begonnen wird, ist noch unklar. Erst, wenn der sogenannte Planfeststellungsbeschluss erteilt ist, besteht Baurecht, und erst dann kann seriös ein Termin für den Baubeginn genannt werden. Gerichtsverfahren könnten die Arbeiten verzögern. Die Stadt Radeberg wird voraussichtlich in der Oktober-Sitzung des Stadtrates eine Stellungnahme zu dem Bauabschnitt beschließen.