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Das ist neu bei Nudossi in Radebeul

Für die Nudossi-Produktion wird im Vadossi-Werk Radebeul weiter investiert. Die Süßigkeit aus dem Glas schmeckt jetzt auch den Westdeutschen.

Von Peter Redlich
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Geschäftsführer Thomas Hartmann mit seinem wichtigsten Produkt vor der neuen Tankanlage, die von hiesigen Handwerksbetrieben in Radebeul und Coswig gebaut worden ist.
Geschäftsführer Thomas Hartmann mit seinem wichtigsten Produkt vor der neuen Tankanlage, die von hiesigen Handwerksbetrieben in Radebeul und Coswig gebaut worden ist. © Matthias Schubert

Radebeul. Es ist warm wie in den Tropen in der Halle zwischen der Kötitzer und der Fabrikstraße im Radebeuler Westen. Reinlichster Fußboden, darauf sind Tanks aufgebaut und eine neue Temperieranlage. All die Wärme ist nötig, damit die als Nudossi bezeichnete Nussnougatcreme ihre gewollte Konsistenz behält, bis sie in die Gläser abgefüllt werden kann.

Rund 200.000 Euro hat die Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG. mit Sitz in Radebeul gerade in die neuen Anlagen investiert. Das sei notwendig, um die ansteigende Nachfrage nach dem süßen Brotaufstrich befriedigen zu können, sagt Geschäftsführer Thomas Hartmann. Nudossi im Plastikbecher mit dem hohen Haselnussanteil – womit auch kräftig geworben wird – hat seit jeher in ostdeutschen Supermarktregalen seinen Platz. Mittlerweile aber, so Hartmann, finde das Produkt auch in den alten Bundesländern zunehmend Absatz. Vor allem auch deshalb, weil seit drei Jahren Nudossi im Glas und ohne Palmöl abgefüllt wird.

Waren es 2017 noch 250.000 Glasbecher, die das Radebeuler Werk verließen, so sind es 2018 rund 900.000 gewesen. In diesem Jahr werden es zwei Millionen sein, sagt Hartmann. Zwei Drittel wird davon in den Ostländern aufs Brot gestrichen, ein Drittel im Westen Deutschlands.

Wegen der gestiegenen Nachfrage werde Schritt für Schritt im Werk auch umdisponiert. Die Backstrecke für den Stollen und die Stollenkonfekte solle leicht verkleinert werden. Dabei werde Platz entstehen, der etwa für eine neue Abfüllstrecke für die Nussnougatcreme gebraucht wird. Nach und nach, so Hartmann, solle die Produktion von Plastik- auf Glasbecher umgestellt und damit nachhaltiger werden.

Beim Stollen haben sich die Bäcker bereits leicht umgestellt. Wurden in den letzten Jahren zumeist 160.000 bis 180.000 zwischen August und der Adventszeit gebacken, so sind es jetzt nur 120.000 bis 130.000. Hartmann gibt zu, dass das auch mit Personal zu tun habe. „Der zertifizierte Dresdner Christsollen ist nun mal ein Produkt, welches handwerklich hergestellt werden muss. Aber es gibt immer weniger Bäcker, die das Handwerk genau so beherrschen.“

Die neue Temperieranlage in der warmen Halle soll den Prozess des Ausölens, der durch den hohen Nussanteil begünstigt wird, verringern und zur Qualitätsoptimierung beitragen. Pro Stunde verarbeitet die Maschine bis zu drei Tonnen Nougatmasse, so Hartmann.

Für das Jahr 2020 sind weitere Investitionen in ähnlichem Umfang – also 200.000 Euro – geplant, die vor allem für eine neue Kugelmühle gedacht sind. Auch die Glas-Abfüllstrecke solle erweitert werden.

Wer mal was ganz Neues probieren will, auch im Glas, der findet im Radebeuler Werksverkauf an der Kötitzer Straße aktuell seit dieser Woche die ersten Gläser einer Kakaocreme. Thomas Hartmann: „Wir wollen sehen, wie das neue Produkt mit einem höheren Kakao-Anteil, aber ohne Nüsse, bei den Kunden ankommt.“ Erst wenn sich das gezeigt habe, solle mehr davon hergestellt werden.

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