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Großenhain

Das Kino spielt weiter

Die Filmgalerie am Frauenmarkt hat an ihrem 20. Geburtstag klargestellt: Das Haus bleibt weiter offen und hält eine kleine Überraschung bereit.

Patrick Stromske erinnert mit einer kleinen Ausstellung in der "Filmgalerie am Frauenmarkt" an das 20-jährige Bestehen des Hauses nach Wiedereröffnung.
Patrick Stromske erinnert mit einer kleinen Ausstellung in der "Filmgalerie am Frauenmarkt" an das 20-jährige Bestehen des Hauses nach Wiedereröffnung. © Anne Hübschmann

Großenhain. Blumen gab es für Mitarbeiterin Anne-Katrin Hirschnitz und Sekt für alle Gäste, die am Donnerstag zum Geburtstag ins Kino kamen. Die Filmgalerie am Frauenmarkt feierte ihr 20. Jubiläum nach der Wiedereröffnung am 12. März 2000. Die Großenhainer Wohnungsverwaltungs- und Baugesellschaft GWVB hatte damals das vier Jahre leerstehende Lichtspielhaus für fast eine Million Euro saniert. Kinobetreiber Torsten Siegert übernahm das Haus. 

In einer kleinen Ausstellung erinnert Patrick Stromske an den damaligen legendären Neustart mit dem Film "Marlene". Weltstars wie Joseph Vilsmaier, Heino Ferch und Hans-Werner Meyer kamen dafür zur Premiere nach Großenhain. Stromske hat auch seltene Fotos aus den Bauakten vom Umbau gefunden und stellt die ebenfalls aus - zusammen mit wunderschönen historischen Filmplakaten. Die kann sehen, wer derzeit das Kino besucht. Denn die Filmgalerie bleibt weiter offen. "Corona ist für uns kein Abbruch, wie machen weiter und halten uns an die nötigen Vorsichtsmaßnahmen", sagt Patrick Stromske. 

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Derzeit leicht rückläufige Einnahmen täuschen nicht darüber hinweg, dass sich das Kino nach wie vor selbst trägt. "Die Besucherzahlen sind stabil, jährlich zwischen 21.000 und 25.000 Besucher, im Vorjahr waren es sogar 25.673 Gäste." Dabei zeigt sich die Einrichtung vor allem als Familienkino. Stromske: "Der Renner sind Kinderfilme und Komödien." Alle Altersgruppen gehen bei ihm ein und aus, auch Jugendliche. Die Filmgalerie kann die neuesten Streifen zeigen. Ob sie das immer tut, ist eine Entscheidungsfrage. "Denn bei einem Bundesstart muss ich den Film drei Wochen laufen lassen und habe dadurch einen Saal damit blockiert", so Stromske. Derzeit läuft im Bundesstart "Narziss und Goldmund", ein eher anspruchsvoller Film. Ende März wird die Realverfilmung des bekannten Trickfilms "Mulan" erwartet. Die Premiere des James-Bond-Streifens "Keine Zeit zu sterben" ist allerdings wegen Corona auf November verschoben worden.

Auch wenn die "Eiskönigin" oder Musikfilme zu Elton John (Rocketman), Queen (We will rock you) oder Udo Lindenberg (Mach dein Ding) Kassenschlager waren - die Filmgalerie setzt bewusst auch auf weitere Angebote, um attraktiv zu sein. Das sind nicht nur die Opern-Livevorführungen, sondern zudem das beliebte Frauentagskino und Kindergeburtstage mit Wunschfilm. Letzteres wird circa 30 Mal im Jahr gebucht. Auch Schulkino mit bestellten themenbezogenen Filmen und Ferienvorführungen finden guten Zuspruch. Das Kino hat 115 Plätze im großen Saal und 55 im kleinen. "Jeder Film läuft schon ab dem ersten Gast", verspricht Patrick Stromske. 

Er erinnert besonders an eine bewegende Filmvorführung mit Gespräch zum Thema Organspende. "Wir sind als Kino Multiplikator", sagt der frühere Betreiber des Hauses und heutige Angestellte der Kulturzentrum GmbH. Die 2012 erfolgte Umstellung auf Digitaltechnik, die Renovierung 2017 und ein ausgewogenes Programm sind für Patrick  Stromske Erfolgsfaktoren, auch die Corona-Krise zu überstehen.